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Ravenel gibt Rücktritt bekannt
Aus Tagesschau vom 14.01.2020.
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Zu grosser Druck Der oberste Waadtländer tritt ab

Yves Ravenel wurde es zu viel. Der wegen häuslicher Gewalt verurteilte Grossratspräsident tritt per sofort zurück.

Oberster Waadtländer war Yves Ravenel ein halbes Jahr lang. Was er allen verschwiegen hatte: Im letzten August wurde er wegen häuslicher Gewalt verurteilt. Gemäss Strafbefehl hatte der SVP-Politiker während eines Scheidungsverfahrens seine Ex-Frau bedroht. In einem Wutanfall habe er Glühbirnen einer Lichterkette in ihrem Garten zerstört und einen Besen in ihre Richtung geworfen.

Linke und Grüne forderten Rücktritt

Ans Licht kam alles erst letzte Woche, weil Ravenel den Strafbefehl angefochten hatte. Als das zuständige Bezirksgericht die Liste der demnächst angesetzten Prozesse verschickte, tauchte darin sein Name auf. Zwar zog Ravenel unmittelbar danach den Rekurs zurück. Doch die Geschichte wurde publik und der Strafbefehl rechtskräftig.

Die Mitglieder des Kantonsparlaments erfuhren kurz vor der ersten Sitzung des neuen Jahres durch Medienberichte davon. Die Linken und Grünen forderten daraufhin seinen Rücktritt. Seine eigene Partei, die SVP, hielt dagegen zu ihm und sprach von einer privaten Angelegenheit.

Eine mediale Schlammschlacht

Ravenel trat letzte Woche in den Ausstand. Die Parlamentssitzung leitete die Vizepräsidentin Sonya Butera. Eigentlich hätte Ravenel heute Morgen vor dem Kantonsparlament mitteilen sollen, ob er zurücktritt oder nicht. Zum Rücktritt zwingen konnte ihn niemand, denn in der Waadt gibt es kein entsprechendes Gesetz. Doch der Druck war zu gross und Ravenel teilte seinen Rücktrittsentscheid gestern Abend mit.

Yves Ravenel posiert mit Isabelle Moret und zwei weiteren Politikern für ein Foto.
Legende: Am 2. Dezember posierte Yves Ravenel (rechts) als Waadtländer Grossratspräsident noch mit der neuen Nationalratspräsidentin Isabelle Moret in Bern für ein Foto. Keystone

In einem Communiqué schrieb er, angesichts der Medienflut über sein Privatleben seien das Vertrauen und die Gelassenheit nicht mehr vorhanden, um die Waadtländerinnen und Waadtländer zu vertreten. Seine Frau und er hatten sich letzte Woche in der Waadtländer Zeitung «24heures» eine mediale Schlammschlacht geliefert.

Häusliche Gewalt war im Waadtländer Kantonsparlament in den letzten Jahren ein grosses Thema. Nach ausführlichen Debatten beschloss das Parlament Gesetzesverschärfungen, die vor einem guten Jahr in Kraft traten. Bis nächsten Sommer wird in der Waadt nun die bisherige Vizepräsidentin Sonya Butera dem Kantonsparlament ad interim vorsitzen. Dann kommt es zur jährlichen ordentlichen Neuwahl des Präsidiums.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Vor nicht so langer Zeit war auf SRF der Beitrag „Tabu-Thema Häusliche Gewalt“ aufgeschaltet. Ein sehr grosser Teil der Kommentare waren der Meinung, dass die Steigerung nur durch Ausländer geschehe. Dies ist aber nicht der Fall. Häusliche Gewalt bedeutet nicht nur Schläge, sondern ist auch Psychisch durch Worte. Wenn man Opfer in Angst versetzt ist dies nicht richtig. Hat auch nicht mit Rechts oder Links oder Gebildet und Ungebildet zu tun. Geschieht auch in allen Parteien.
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  • Kommentar von Stefan Wälchli  (Stewi)
    Es ist interessant zu lesen, wie Frauen (hier Daniele und Denise) eher die Gewalttätigkeit in der Beschreibung verstärken und Männer (hier Eric, Hans,Jean-Pierre, Jörg, Aurel und Egon) abschwächen. Das hat für mich schon deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung und ist mir auch schon bei anderen Artikeln genau so aufgefallen.
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    1. Antwort von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
      Ja weil Frauen es satt haben, dass man ihnen sagen will, dass sie was zusammenphantasieren wenn sie es wagen, Männer der Gewalt zu bezichtigen.
      Dass ein Politiker im Amt bleibt wenn er im Privatleben die Beherrschung verliert und Sachschaden verursacht finde ich die absolute Frechheit und das zeugt davon, dass der Herr seine eigenen Handlungen nicht einordnen kann. Und sowas gehört nirgends in die Politik !
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    2. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Herr Wälchli zu ihrer Information ich bin ein Mann. Daniele ist die Italienische Form von Daniel, Ich hoffe sie jetzt, und damit auch ihre Theorie, völlig durcheinander gebracht zu haben. Es gibt auch Männer die Gefühle der Frauen nachempfinden können. Sensibiltät ist nicht nur eine Frauen Domäne.
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  • Kommentar von Eric Cerf  (Alpenjonny)
    Und auch ein gefundenes Fressen für stramm rechtsbürgerliche Politiker? Dazu gehören leider auch gewisse Vertreter der grössten Partei der CH.
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