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Legende: Audio «Hausverwaltungen betrachten alte Menschen oft als Last» abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
Aus Rendez-vous vom 29.07.2019.
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Zügeln im Alter Gesucht: Hilfe bei der Wohnungssuche

Wie findet man eine neue, bezahlbare Wohnung? Für Rentner erweist sich dies als besonders schwierig. Lösungen müssen her.

Der Schock sass tief, als der Pöstler den Mieterinnen und Mietern von 540 Wohnungen am Basler Schorenweg am ersten März die Kündigung überbrachte. Die Wohnblöcke müssen vollständig geräumt werden, die Besitzer wollen sie sanieren. Alle Mieter müssen eine neue Bleibe suchen – dies ist kein Einzelfall.

Pensionskassen suchen Rendite

Die Zinsen sind tief, Neubauten und Sanierungen können billig finanziert werden. Auch macht die Politik mehr Auflagen beim Energieverbrauch. Zudem sind die Renditen bei Immobilien vergleichsweise hoch.

Die grossen Immobilieneigentümer seien meist Pensionskassen, sagt Pascal Stutz. Er leitet den Berufsverband der Immobilienwirtschaft in Zürich (SVIT). «Die Pensionskassen haben den Auftrag, eine Rendite zu erwirtschaften, damit wir später eine Rente erhalten.»

Ältere haben es besonders schwer

Konstengünstiger Wohnraum wird knapp – gerade für ältere Mieter. Der Mieterverband spricht von einer Diskriminierung der älteren Menschen auf dem Wohnungsmarkt. «Sie sind doppelt in Schwierigkeiten», erklärt Walter Angst vom Mieterverband Zürich.

Einerseits brauchen ältere Menschen eine Wohnung im Zentrum, wo sie die nötige Versorgungsinfrastruktur finden. Zudem würden sie von den Immobilienverwaltungen oft als Last betrachtet.

Sicher ist: Das Problem wird wachsen. Schon heute kommt es in den Städten vermehrt zu Leerkündigungen in alten Liegenschaften. Darum hat der SVIT Zürich ein Pilotprojekt gestartet.

Coaching für Wohnungssuchende

Pensionierte Immobilienexperten coachen Senioren bei der Wohnungssuche. In den letzten zwei Jahren fanden so zwölf Personen eine neue Bleibe. Der Aufwand beträgt pro Fall bis zu 100 Stunden. Der Einsatz sei ein Tropfen auf den heissen Stein, sagt SVIT-Vertreter Stutz.

Oft leben ältere Menschen noch in der grossen Familienwohnung. Dies auch, weil sie billiger ist als eine neue, kleinere Wohnung. Die Soziologin und Raumplanerin Jöelle Zimmerli hat in einer Studie verschiedene Lösungsansätze für dieses Problem analysiert.

Billigere, kleinere Wohnung

So gebe es im Kanton Baselland ein Modell, das einen Umzug ermögliche, bei dem der Quadratmeterpreis für die kleinere Wohnung in etwa gleich bleibe. Das beutetet, dass die ältere Person eine billigere Wohnung bekommt. Gleichzeitig wird die grosse Wohnung frei und kann zum Marktpreis an eine Familie weitervermietet werden.

Symbolbild: Grauhaarige Frau hält die Hand vors Gesicht - aus Verzweiflung.
Legende: Ältere Menschen brauchen oft Hilfe bei der Wohnungssuche. Keystone

Doch das sind alles freiwillige Massnahmen. Mieterverbandsvertreter Angst ist skeptisch, ob das reicht. Er fordert von der Politik harte Auflagen: «Es muss die Vorgabe gemacht werden, dass ein Anteil von Wohnungen gezielt an ältere Menschen vermietet wird», verlangt er.

Ältere Menschen sind gute Mieter

Die Immobilienwirtschaft spürt den Druck. Darum sollen junge Immobilien-Bewirtschafter in der Ausbildung sensiblisiert werden. Schliesslich seien Pensionierte für einen Vermieter eine interessante Kundschaft.

«Die älteren Menschen bezahlen die Miete meist pünktlich und ziehen auch nicht mehr um», betont SVIT-Geschäftsleiter Stutz. So habe der Vermieter für zehn bis 20 Jahre einen guten Mieter.

Einig sind sich alle Beteiligten, dass es sich lohnt, dem Thema Wohnen im Alter frühzeitig Aufmerksamkeit zu schenken. Denn ein Umzug kann nach einem Unfall oder im Krankheitsfall sehr plötzlich anstehen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Nick Schaefer  (Nick Schaefer)
    Die AHV Minimalrente muss endlich für eine neu sanierte Wohnung korrekter Grösse überall in der Schweiz reichen. Gleichzeitig sind die Bauvorschriften zu ändern: Verdichtetes Bauen in beliebiger Höhe muss möglich werden. Schon allein aus Naturschutz. Brachliegendes Bauland ist sofort zu bebauen. Schutz der Bürger hat vor Schutz der Eigentümer zu erfolgen. Wir haben aus Geldgier schon lange die Menschenrechte der Bürger abgeschafft.
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Keine Schönrede mehr. Alten-Wohnungen (Schluff) gibt es genug in CH - doch weit ausserhalb des Dorfes, eine Küche und Bad, die zum Himmel schreien und vor allem bestimmt kein Lift. So lebt es sich in CH für ca. Fr. 1300.-, im Dorfzentrum für 1500.-.
    Und eben - dann wird das Haus saniert und der Mietzins ist 1900.- !!!
    Die Ergänzungsleistungen 2019 werden auf einen Mietzins von Fr. 1200.- berechnet.
    Eine absolute Erniedrigung - in CH gibt es keine anständige 3-Zi-Wohnung zu diesem Preis !!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Ein Beispiel wäre wohnen in einer "Baugenossenschft", dort ist man Mieter und Eigentümer zugleich und weil keine Rendite von 6-8% anfällt ist es eben günstiger! Bei unserer BG müssen Senioren wenn sie Alleine wohnen eine kleine Wohn. 2-3 Zimmer beziehen, die grossen sind den Familien vorbehalten!
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    1. Antwort von u. Felber  (Keule)
      Ich bin seit vielen jahren Mitglied. Obwohl ich keine BG Wohnung miete, ist das eine art Rückversicherung, gut verzinst übrigens. Damit bin ich als Langzeitmitglied bevorzugt wenn ich mal eine neue Wohnung brauche.
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