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Ab zum Test! Die Premiere an der Kantonsschule Menzingen
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 25.02.2021.
abspielen. Laufzeit 04:27 Minuten.
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Zug Corona-Tests an der Schule: «Viel einfacher, als ich dachte»

In Zug haben die regelmässigen Reihentests an der Oberstufe angefangen. Die Schülerinnen und Schüler nehmen es locker.

Zweimal pro Woche auf Corona testen: Das gilt ab sofort an den Oberstufenschulen im Kanton Zug. So auch an der Kantonsschule in Menzingen, wo am Donnerstagmorgen die Testrunde erstmals durchgeführt wurde.

Mit Hilfe eines Videos werden die Schülerinnen und Schüler instruiert: Zuerst mit einem Wattestäbchen wie beim Zähneputzen im Mund herumfahren, dieses in ein Röhrchen stecken. Dann den Mund mit einer Salzwasserlösung spülen und sie in einen Becher geben. Fertig.

«Es war sehr ungewohnt», sagt eine Schülerin danach, «ich habe noch nie so einen Test gemacht. Aber wenn wir das jetzt zweimal wöchentlich machen werden, kommt die Routine schon.» Und eine Kollegin meint: «Es ist viel einfacher gegangen, als ich dachte. Und auch sehr schnell.»

Eine Schüler schüttet die Salzlösung in einen Becher.
Legende: Schon vorbei – die Salzlösung ist im Becher. Keystone

Die Reihentests, mit denen Zug nun als erster Kanton der Schweiz startet, sind obligatorisch. Allerdings gibt es die Möglichkeit einer Dispens: Schülerinnen und Schüler, die sich nicht testen lassen wollen, müssen dies bei der Schulleitung von sich aus melden. Eine Begründung braucht es nicht. In Menzingen haben sich jedoch nur gerade 10 der über 500 Schülerinnen und Schüler dispensieren lassen.

Zur Prävention ist das sicher nicht schlecht.
Schüler der Kanti Menzingen

Es machen also fast alle mit. «Das war für mich von Anfang an klar», sagt eine Schülerin, «damit die Schule offenbleiben kann.» Und ihr Klassenkollege ergänzt: «Dank der Tests kann man auch frühzeitig erkennen, ob jemand den Corona-Virus hat, auch wenn er keine Symptome zeigt. Deshalb glaube ich: Zur Prävention ist das sicher nicht schlecht.»

Ein Lehrer sammelt die Becherchen in einer Plastiktasche.
Legende: Bereit fürs Labor: Ein Lehrer hat die Röhrchen mit den Wattestäbchen eingesammelt. Keystone

Das ist das offizielle Ziel der Reihentests: Zu vermeiden, dass ganze Schulen in Quarantäne gesetzt werden müssen, so wie es an anderen Orten schon passiert ist. Oder wie der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss kurz und bündig sagt: «Testen statt schliessen.»

Die Reihentests sind vorerst auf eine befristete Zeit ausgelegt – sicher bis zu den Osterferien. «Wir werten die Situation laufend aus», erklärt Kantonsarzt Rudolf Hauri. Nach acht Wochen werde entschieden, ob weiter getestet werden soll oder nicht.

Über 10'000 Tests pro Woche

Die Reihentests sind eine grosse logistische Herausforderung. Rund 12'000 Tests lässt der Kanton wöchentlich durchführen. Weil Berufsschülerinnen und -schüler nur einen Tag pro Woche den Unterricht besuchen, sind sie von den Tests ausgenommen. Auch auf Primarstufe wird nicht getestet.

Die Behörden lassen sich die Aktion auch einiges kosten: Gegen 400'000 Franken pro Woche – beziehungsweise insgesamt über 3 Millionen Franken. Die Kosten muss Zug jedoch nicht tragen, sie werden vom Bund übernommen.

Das System «Pool-Probe»

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Die Zuger Reihentests werden mit so genannten Pool-Proben gemacht. Das hat den Vorteil, dass nicht jede einzelne Probe analysiert werden muss. In einem ersten Schritt werden nämlich rund ein Dutzend Speichelproben (Kochsalzlösung im Mund) zusammengeführt und auf einmal getestet. Ist die Pool-Probe negativ, braucht es keine weiteren Massnahmen. Nur wenn sie ein positives Resultat zeigt, werden die Einzelproben (Wattestäbchen) noch einzeln nachgetestet, um genau zu wissen, wer sich angesteckt hat.

Das System soll auch schnelle Resultate liefern. Die Schülerinnen und Schüler erhalten bereits am jeweils nächsten Morgen – noch vor Schulbeginn – Bescheid, ob sie positiv sind oder nicht.

Nach einer Viertelstunde ist der Spu(c)k vorbei

Der Kanton Zug muss dafür sorgen, dass die Tausenden von Tests gut organisiert durchgeführt werden können. Beim Start ist dies gelungen. Jedenfalls in Menzingen, wo die Tests mitsamt aller Erklärungen bereits nach rund einer Viertelstunde über die Bühne gegangen sind.

Problemlos, wie auch Mathematiklehrer Jonas Balsiger im Anschluss sagt. Der Spucktest mache kaum Mühe. «Als es anfangs hiess ‹Abstrichtest›, hatten alle ein bisschen Angst, dass sie sich etwas in die Nase stecken müssten. Aber im Mund ist es nicht schlimm.»

Es ist eine gute Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen.
Schülerin der Kanti Menzingen

Und eine Schülerin ist überzeugt, dass es sich lohnt mitzumachen: «Ich denke, es ist eine gute Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen – gerade in der Schule, wo wir so eng aufeinander sitzen.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 25.02.2021, 12:03 Uhr ;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Herbert Dietrichstein  (Herbert D)
    Es ist verstörend, wie brav und angepasst die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind. Eine Kulturrevolution wie in den 50 er/60er Jahren ist von dieser Generation nicht zu erwarten. Schade
    1. Antwort von Cornelia Hirschi  (Gacna)
      Ich bin ehrlich gesagt ein klein wenig enttäuscht von Ihrem Kommentar. Was soll bitte daran falsch sein, sich regelmässig zu testen? So erkannt man den Wurm ja frühzeitig. Ihre Kulturrevolution von den 50er/60er sollten sie vielleicht überdenken. Man betrachte die Umweltsituation. Die heutige Generation muss diesen Mist ausbaden. Die Schäden, welche Covid-19 in der Wirtschaft hinterlässt, übrigens auch.
    2. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Dietrichstein: Ich sehe diese Jugendlichen eher vernünftig als angepasst. Sie übernehmen ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Als sie jeden Freitag auf die Strasse demonstrieren gingen, wurden sie aus verschiedenen Ecken angegangen. Ich hoffe sobald Erkenntnisse über den Erfolg von Massentests vorhanden sind, können/dürfen die Jungen wieder jung sein. Und was die Klimaveränderung angeht, erwarte ich nun von den Erwachsenen, dass sie dieses Problem endlich lösungsorientiert angehen.
  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    Gerade eben haben ich folgendes gelesen „ Bereits mehr als 2.5 Millionen Corona-Tote weltweit“ und das ist ein Bericht wert aber das jährlich 30-40 Millionen Menschen an Hunger sterben wird in keinem bericht erwähnt eigentlich schade, das gerade ein sogenanntes unabhängiges Medium wie SRF das nicht ein einziges mal während dieser sogenannten Pandemie erwähnt das heisst ein Corona toter ist mehr wert als ein Hunger toter einfach schade.
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @ELAL. Sie haben ja von irgendwo her den Bericht gelesen, dass 30 bis 40 Millionen an Hunger sterben. Ist einfach nicht so klug, Corona und Hunger miteinander zu vergleichen. Das beste wäre, wenn Sie Ihre zwei Impfungen einem hungernden spenden würde. Die Armen trifft das Corona viel härter, als die verwöhnten Schweizer. Die Armen müssen trotz Corona auf die Strasse gehen, um etwas zu verdienen.
    2. Antwort von Gabriel Hürlimann  (gahuer)
      Die Konklusion ihres Kommentars ist nichts statthaft und der Kommentar selbst am falschen Ort. Schade
    3. Antwort von markus ellenberger  (ELAL)
      @Alfred Krebs Meine Impfung kann gerne jemand anderes haben momentan werde ich mich nicht impfen müsste auch noch ein paar Jährchen warten bis ich zur sogenannten Risikogruppe gehöre aber vielleicht sterbe ich ja an was Anderem