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Gesundheitspolitik: Junge Fachleute sollen mitreden
Aus HeuteMorgen vom 18.09.2019.
abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
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Zukunft des Gesundheitswesens Junge sollen bei der Gesundheitspolitik mitreden

Die Jungen von heute sind die Alten oder Kranken von morgen. Deshalb versucht man, junge Menschen für dieses Thema zu gewinnen – und von ihnen zu lernen.

Was die hohen Gesundheitskosten angehe, habe er alle Argumente der Politik schon zur Genüge gehört, sagt Daniel Scheidegger, Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften. Nun brauche es frische Ideen aus der Bevölkerung.

Wir brauchen eine Demokratisierung des Gesundheitssystems.
Autor: Daniel ScheideggerSchweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaft

«Wir brauchen eine Demokratisierung des Gesundheitssystems. Das müssen wir – als Gesellschaft – uns überlegen», sagte Scheidegger. Deswegen glaube er, dass vor allem junge Menschen gefragt seien. «Denn das, was wir jetzt im Gesundheitswesen verändern, wird mich nicht mehr betreffen.»

Aus diesem Grund lud die Akademie der Medizinischen Wissenschaften junge Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, zu einem Austausch ein. Was wollen sie, die ihre Zukunft im Gesundheitswesen noch vor sich haben, verändern?

Alle suchen nach Lösungen

Gekommen sind Hebammen, Physiotherapeuten, Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ernährungsberaterinnen. Schnell entsteht eine rege Diskussion. Jede Berufsgruppe sucht die Schuld zunächst eher bei den anderen, aber bald steht die Suche nach Lösungen im Zentrum.

Eine junge Ärztin reflektiert über die eigene Verantwortung: «Wir haben über die Anspruchshaltung geredet, die Patienten aber auch wir Ärzte haben – dass wir immer das Maximum machen wollen.» Und das sei vielleicht nicht immer das Beste, «oder zielführend».

Auch viele andere Anwesende finden, dass es eine verstärkte Debatte darüber brauche, was wirklich nötig ist – und was nicht. Der Vorschlag, den Leistungskatalog zu verkleinern, ist in der Politik ein heisses Eisen, für die Jungen jedoch ein gangbarer Weg.

Fokus auf Prävention

Noch etwas anderes wird häufig genannt: Die Prävention müsse gestärkt werden. Eine Physiotherapeutin schlägt vor, diese in der Schule fix einzuplanen: «Die Zahnfee kommt ja jedes Jahr vorbei, aber über den Körper spricht eigentlich nie jemand.» Dieses Thema bereits in der Schule einzubinden, sei doch einfach, findet die Physiotherapeutin.

Die Zahnfee kommt ja jedes Jahr vorbei, aber über den Körper spricht eigentlich nie jemand.
Autor: Physiotherapeutin

Revolutionär sind die Vorschläge, die im Austausch entstehen, nicht. Aber der Austausch schärft bei den Gesundheitsfachleuten von morgen die Sensibilität für die Kostenproblematik. Zudem werden sie motiviert, sich einzubringen und mitzureden, wie das Gesundheitssystem der Zukunft aussehen soll. Denn sie sind es, die es bezahlen.

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Meine Frage an die "Berufsgruppe im Gesundheitswesen: Warum kommen die Norweger mit einer 6x kleineren Spitaldichte aus als die CH? Sind die gesünder oder leben sie kürzer?
    Besten Dank für die Antwort.
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  • Kommentar von David Siegrist  (Davee)
    @S. Borel: Leider ist das Leben ungerecht. Die einen haben schlechte Gene, die anderen wurden nicht in der ersten Welt geboren - was wollen wir tun? Was unsere Gesundheitskosten explodieren lässt, sind nicht die Menschen mit dem schlechten Genen, sondern die Millionen Gesundheitskonsumenten und das sich unterhaltende Gesundheitswesen!
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    1. Antwort von S. Borel  (Vidocq)
      Dann wollen wir doch alle schwer hoffen, dass Sie sehr gute Gene haben.
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  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Bei den nächsten Wahlen werde ich keinen einzigen ü40 mehr wählen. Die alten Sesselkleber verbocken viel zu viel, lobbyieren und sind nicht mehr bereit ihr Denken den veränderten Bedingungen seit dem 2. Weltkrieg anzupassen. Sie sind nicht bereit zu Transparenz, sei es finanziell oder im Verhältnis zur EU. Die Zukunft unseres Landes ist viel zu wichtig, um die Entscheidungen den Banken und Versicherungen zu überlassen.
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