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Umstellung Busse von Diesel auf Elektro
Aus Rendez-vous vom 09.06.2021.
abspielen. Laufzeit 03:54 Minuten.
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Zukunft Elektrobusse Postauto stellt sich der technologischen Revolution

Bis im Jahr 2050 sollen alle 2400 Postautos mit Strom betrieben werden. Doch da stellen sich noch etliche Probleme.

Der batteriebetriebene Postautobus rollt praktisch lautlos dahin. Aussen ist ein leichtes Surren hörbar, im Innern die Klimaanlage.

Der Unterschied zum Vorgängermodell mit Dieselmotor ist deutlich spürbar – auch für die Fahrerin Andrea Mylius. Ohne die Geräuschkulisse des Dieselmotors sei es viel angenehmer zu fahren, sagt sie. «Man ist ein bisschen weniger gestresst.»

Bus ohne schwere Batterie

Geladen wird das zwölf Meter lange Postauto über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Busterminals. Ein sogenannter Pantograf senkt sich während der jeweils zwölf Minuten langen Pause auf die Kontakte auf dem Dach des Busses und lädt ihn.

Das hat vor allem einen Vorteil: Der Bus muss keine schwere Batterie mitschleppen, eine relativ kleine reicht aus.

Postauto steht am Busbahnhof.
Legende: Während des zwölfminütigen Stopps wird das batteriebetriebene Postauto aufgeladen. Auf dem Dach des Terminals von Brugg/Windisch sind die Solarzellen montiert, mit denen der Sonnenstrom produziert wird. postauto

Es gibt aber auch einen Nachteil: Der Bus kann so nur für Kurzstrecken eingesetzt werden. Auf Langstrecken und in Berggebieten müsse man andere Wege gehen, sagt Postauto-Chef Christian Plüss.

In gebirgigem Gelände reiche die Batteriekapazität heute noch nicht aus. «Da prüfen wir andere Antriebsformen wie Wasserstoff oder Biotreibstoffe.»

90 Prozent mit Dieselantrieb unterwegs

Doch diese Zukunft scheint noch weit weg zu sein, wie sich auch an der Busstation Brugg/Windisch zeigt: Neben dem einzigen Elektrofahrzeug stehen lauter dieselbetriebene Postautos.

Das spiegelt auch die Schweizer Realität im Busverkehr wider: Von den 5500 Bussen des öffentlichen Verkehrs werden nach wie vor über 90 Prozent mit Dieselmotoren angetrieben. Die Ökobilanz ist alles andere als optimal, denn ein solcher Bus verursacht 50 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Postauto braucht Unterstützung

Ausser einzelnen Projekten sei die grosse Umstellung noch nicht passiert, gibt Plüss zu. «Wir arbeiten daran, aber es braucht Partner – insbesondere die Kantone und der Bund müssen finanzielle Unterstützung leisten.» Sonst werde man das Ziel, bis 2040 bei allen Postautos von fossilen Energieträgern wegzukommen, nicht erreichen können.

Das Ziel gibt eine Studie der Departente für Verkehr und Umwelt zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 vor. Dabei gibt es jedoch noch einige Probleme zu lösen.

Beispielsweise erhalten die öffentlichen Verkehrsbetriebe heute noch die Mineralölsteuer für Dieselbusse zurückerstattet. Das ist einer der Gründe, weshalb Dieselbusse gegenüber Elektrofahrzeugen immer noch attraktiver sind. Immerhin: Die politische Diskussion zur Umstellung dieser Praxis läuft.

Es dauert noch eine Weile – aber wir sind dran!
Autor: Christian PlüssPostauto-Chef

Aber auch für die Postauto AG selber gibt es in den kommenden Jahren viel zu tun. «Es ist eine technologische Umstellung wie vor hundert Jahren von der Postkutsche auf die Diesel-Postautos», sagt Plüss. Es sei ein komplett neues System, das man auch neu denken müsse: «Deshalb dauert es eine Weile – aber wir sind dran!»

Bis 2024 werden insgesamt schon mal 100 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben eingesetzt. Bis 2040 sollte dann die gesamte Flotte von gut 2400 Fahrzeugen ohne fossile Treibstoffe unterwegs sein.

SRF 4 News, Rendez-vous vom 9.6.2021, 12.30 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Woher nehmen wir den alle den Strom? müssen desswegen gar neue Atomkraftwerke gebaut werden? So wie ich das sehe, wird es nicht aufgehen, alles zu elekterisieren ohne eine neue Stromquelle zu haben. Was und wie gedenkt das Parlament es anzupacken? Ich bin gespannt auf eine Antwort.
  • Kommentar von David Proeschl  (Dproe)
    Ich nehme an Ihnen ist bewusst, dass auch ein Wasserstofffahrzeug ein Elektrofahrzeug ist, mit Batterie und allem drum und dran. Dazu hat es eine Wasserstoffbrennstoffzelle als range extender.
    Das Problem ist, dass durch die Umwandlungsverluste beim Wasserstoff nur ca 27% der Energie von der Solarzelle am Rad des Postautos ankommt.
    Bei einem reinen Elektrofahrzeug sind es rund 75%.
  • Kommentar von Pascal Ingold  (Ybking1)
    Wieso werden nicht Busse mit Brennstoffzellen genutzt und Wasserstofftankstellen gebaut? Ich höre immer nur Elektro....
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Pascal Ingold: Ich denke, das wissen die Betreiber am besten. Wenn die Post mit ihrem Solarstrom auf dem Busdepot per Elektrolyse erst Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff trennen müsste, um danach den Wasserstofftank der Postautos zu füllen, wäre das vermutlich viel komplizierter als den Strom direkt in die Batterie zu leiten. Vermutlich kann Ihnen ein Physiker sagen, wie gross der Effizienzverlust dabei ist. Es gibt ja auch kaum Wasserstofftankstellen. Die Post müsste alles neu erfinden.
    2. Antwort von Norbert Zeiner  (ZeN)
      Wasserstofftankstellen mit hochverdichtetem Wasserstoff? Man muss in kurzer Zeit in gleicher Grössenordnung wie beim Benzintanken fertig sein, und dann sollte Speichertank für 50 Bustankungen reichen. Schicken Sie mal ihren Sicherheitsexperten vor, wie eine solche Tankanlage aussehen müsste, ohne dass sie ein Grossrisiko darstellte und eine mehrere 100m grosse Betreten-Verboten Schutzzone darum herum angelegt werden müsste.
    3. Antwort von Felix Pfister  (Flix)
      1. Busse die mit Brennstoffzelle betrieben werden fahren auch mit Elektroantrieb. Sind also genauso "Elektro"
      2. Busse die mit einer Brennstoffzelle betrieben werden haben auch eine Batterie (für Spitzenlasten und für die Rekuperation also wenn die Bremsenergie zurück gewonnen wird)
      Eine Brennstoffzelle läuft am besten im konstanten Betrieb.
      3. Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff ist relativ ineffizient, sie hat eine Effizienz von ca. 60% von Strom zu Wasserstoff.
    4. Antwort von Felix Pfister  (Flix)
      4. Wasserstoff wäre für den Langstreckenbetrieb oder in den Bergen durchaus eine Option, weil hier die reinen Batteriebetriebenefahrzeuge mit der aktuellen Technologie an ihre Grenzen kommen.
      In diesem Fall macht dann auch der deutlich geringere Wirkungsgrad keinen unterschied mehr da es wohl eine der wenigen Alternativen zum Diesel ist.
      5. Eine weitere Alternative für Langstrecken wäre Biogas welches einfacher in der Handhabung und Speicherung ist.