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Stress durch Wildwuchs im Tessiner Zahnarztdschungel
Aus HeuteMorgen vom 04.01.2019.
abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
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Zuviel ausländische Konkurrenz Tessiner Zahnärzte schlagen Alarm

Mit aggressiver Werbung auf Kundenfang: Italienische Praxen mit viel Teilzeitpersonal sorgen für Ärger im Südkanton.

Seit Beginn der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 sind die Zahlen der Zahnarztpraxen in der Schweiz regelrecht explodiert. Besonders gut sichtbar ist dies im Grenzkanton Tessin, wo sich die Praxen mehr als verdoppelt haben.

So gibt es heute über 450 Zahnärzte. Mehr als die Hälfte von ihnen hat ein ausländisches Diplom. Die meisten der ausländischen Zahnärzte kommen aus Italien.

Mal sind sie da, mal sind sie nicht da. Es ist für uns sehr schwierig, die Übersicht zu behalten.
Autor: Tazio GadaPräsident der Tessiner Zahnärztevereinigung

Viele der Zahnärzte aus dem grenznahen Italien arbeiteten Teilzeit in den Tessiner Praxen, berichtet Tazio Gada, Präsident der Tessiner Zahnärztevereinigung: «Mal sind sie da, mal sind sie nicht da. Es ist für uns sehr schwierig, die Übersicht zu behalten.»

Für junge Tessiner Zahnärzte und Zahnärztinnen werde es aufgrund der extremen Zahnärztedichte immer härter, sich einen eigenen Kundenstamm aufzubauen.

Keine Klagen bekannt, aber...

Über die Qualität der ausländischen Zahnärzte kann Gada keine genauen Angaben machen. Von Über- oder gar Fehlbehandlungen habe er keine Kenntnis, sagte der Zahnärztepräsident. Zumal sich viele Patientinnen nicht trauten, Anzeige gegen den behandelnden Arzt zu erstatten.

Gada bezweifelt allerdings, ob immer alle Behandlungen notwendig sind. Es sei nur logisch, dass ein Zahnarzt mit wenig Arbeit dem Patienten Behandlungen vorschlage: «Ich sage nicht, dass diese Behandlungen unnütz sind, aber vielleicht sind sie nicht zwingend und vor allem nicht dringend.»

Anzeigen als einziges Mittel

Die aktuelle Situation sei auf jeden Fall alarmierend. Die Tessiner Zahnärztevereinigung handle darum da, wo es möglich sei, betont Gada. So würden regelmässig ausländische Zahnartzpraxen-Betreiber angezeigt, weil diese mit sehr aggressiver Werbung auf Kundenfang seien. Das aggressive Verhalten sei gegen das Berufsethos.

Das aggressive Verhalten widerspricht dem Berufsethos.
Autor: Tazio GadaPräsident der Tessiner Zahnärztevereinigigung

Tatsächlich sind beim kantonalen Gesundheitsdepartement in den letzten fünf Jahren über 50 Anzeigen wegen aggressiver Werbung eingegangen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert  (A. Bauert)
    Interessant, dass die ZahnärzteInnen erwähnt werden von srf.ch. Warum werden diese nicht erst mal interviewt, um sich eine Meinung zu machen? Praxen, die sich halten, werden wohl anständige Arbeit liefern, denn nur so lässt sich ein Kundenstamm aufbauen. Ich hätte gerne mehr ZahnärzteInnen in Bern! Vielleicht sinken mal die Preise.
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  • Kommentar von Michael Steiner  (Michael Steiner)
    Es ist ja schon lustig. Wenn die Patientensicherheit bedroht sein soll, warum jammern dann die Zahnärzte und nicht die Patientenschützer? Es gibt ja kaum eine geschütztere Branche als die Zahnmedizin, die Folge sind exorbitante Preise. Es kann gar nicht genug Konkurrenz geben, erst recht nicht in der Zahnmedizin!
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  • Kommentar von Jürg Häusermann  (Ebenda)
    In der Regel leiden die Tessiner unter der PFZ am meisten, weil das Lohngefälle zu Italien am ausgeprägsten ist. Wenn dann im Gegenzug das Preisniveau (in diesem Fall Zahnbehandlungen) sinkt, soll der Einheimische nicht profitieren. Ja was denn nun? Wenn wir PFZ haben, dann haben wir nicht nur Lohndruck, sondern auch Preisdruck. Da Löhne mit FLAM geschützt werden, sollen wir den Unternehmen Preisschutz zugestehen? Logisch wärs. Sorry, die PFZ verursacht gewaltige Spannungen in der CH.
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