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Schweiz Zuwanderung: Bund plant mit unterschiedlichen Zahlen

Wie viele Einwohner hat die Schweiz 2055? Das Bundesamt für Raumplanung rechnet mit 11 Millionen. Das Bundesamt für Energie geht für den Atomausstieg aber nur von 9 Millionen Einwohnern aus. Der Bund plant in zentralen Bereichen der Politik mit stark unterschiedlichen Bevölkerungszahlen.

Legende: Video Zahlenwirbel bei Zuwanderung abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
Aus 10vor10 vom 03.01.2014.

Die Schweiz zieht immer mehr Menschen an. Geht es nach dem Bundesamt für Raumentwicklung, dann strömen in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Menschen in die Schweiz.

Die Raumplaner rechnen mit einem hohen Bevölkerungszuwachs und planen mit einem Szenario, das bis 2055 eine Schweiz mit 11 Millionen Einwohnern vorsieht. «Bund und Kantone haben gemeinsam vorgeschlagen, dieses Szenario zu verwenden», so Maria Lezzi, Direktorin des Bundesamtes für Raumentwicklung.

BFE rechnet nur mit 9 Millionen Einwohnern

Ganz anders rechnet das Bundesamt für Energie (BFE). Es geht beim Atomausstieg nur von einem «moderaten» Bevölkerungswachstum aus. Gemäss diesem Szenario hat die Schweiz 2055 nur rund 9 Millionen Einwohner. Die Energieexperten des Bundes rechnen also mit zwei Millionen Einwohnern weniger als die Raumplaner.

«Wenn sich ein Parameter stark verändert, können wir jederzeit Massnahmen ergreifen und die Strategie anpassen», so Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie. Der Atomausstieg werde auch funktionieren, wenn es zu mehr Bevölkerungswachstum komme als in der Energiestrategie vorgesehen, so die Sprecherin des Bundesamtes für Energie.

Kritik von Statistikern

«Politiker ziehen gerne die Zahlen bei, die am besten in ihre Realität passen», sagt dazu Diego Kuonen. Der unabhängige Statistiker und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Statistik ist nicht erstaunt, dass die Bundesämter von so unterschiedlichen Annahmen ausgehen.

Ein Sonderfall ist auch die AHV. Das Bundesamt für Sozialversicherungen rechnet mit eigenen Modellen und nicht mit den üblichen Bevölkerungs-Szenarien des Bundesamtes für Statistik.

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64 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Zeller, Bülach
    Stimmt! Es ist verdammt eng in unserem Land! Und die Laune ist vergiftet. Vorschlag: Eine Initiative zur Ausschaffung aller Miesepeter und Giftzwerge. Das gibt herrlich Platz in unseren Zügen und auf unseren Autobahnen. Die Mietpreise werden massiv sinken. Aber vor allem gibt das gute Laune! Keine Stänkerer, Motzer, Nörgeler und Trötzeler mehr. Wie herrlich. Bloss noch freundliche gute Menschen im Land!
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  • Kommentar von Ernst Breitenmoser, Embrach
    Die Gegner der PFZ wollen zurück zum Saisonnierstatut, zurück zur Unmenschlichkeit. Es geht Christoph Blocher auch darum: die sozialen Errungenschaften der letzten dreissig Jahre zu bekämpfen, den Schutz von Löhnen und Arbeitsbedingungen zu zerschlagen, die flankierenden Massnahmen aufzuheben. www.woz.ch/1351/einwanderungsdebatte/die-drohende-rueckkehr-des-saisonnierstatuts
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    1. Antwort von F. Rudin, Schweiz
      Bilanz ohne Saisonnierstatut: Die Leute kommen in die CH, arbeiten 3 Monate zu einem billigen Lohn und lassen sich die restlichen 9 Monate vom Steuerzahler ernähren. Die Wirtschaftsbosse freuen sich. Bilanz mit Saisonnierstatut: Der Bedarf an Hilfskräften übersteigt das Angebot: die Löhne steigen. Es werden Einheimische gefunden. Zusätzlich kommen Leute vom Ausland. Sie kommen freiwillig wegen des guten Lohnangebotes. Der Markt übernimmt die Kosten (inkl. Reisespesen) und nicht der Steuerzahler.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      Saisonnierstatut = Unmenschlichkeit? @Breitenmoser, Sie sind offiziell der Dramakönig.
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    3. Antwort von Tobias Funk, Winterthur
      WOZ .... Ein tolles Blatt. Eine Zeitung für schwarz-Block-Anhänger die nur Gewalt und Zerstörung im Kopf haben! Ganz toller Bericht, Herr Breitenmoser!
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    4. Antwort von S.Frehner, Matzingen
      Herr Funk: Sie sind nicht verpflichtet, alles für bare Münze zu nehmen, was die SVP-Lügenpropaganda behauptet! Wenn Blocher kommt und erklärt, ein Hund sei eine Katze und umgekehrt, so brauchen Sie ihm nicht wie ein Schaf aus der Hand zu fressen!
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  • Kommentar von S.Keller, Frauenfeld
    Nationalstolz ist etwa so sinnvoll, wie stolz sein, weil jemand mit dem gleichen Vornamen den Nobelpreis gewonnen hat.
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    1. Antwort von Ernst Breitenmoser, Embrach
      Nationalität hat damit zu tun, in welchem Verwaltungsgebiet man rein zufällig geboren wurde.
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