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Schweiz Zuwanderungsinitiative betrifft auch Liechtenstein

Im Fürstentum Liechtenstein sind Grenzgänger aus der Schweiz das Schwungrad für die Wirtschaft. Viele von ihnen haben aber keinen Schweizer Pass. Das «Ländle» wartet darum mit Spannung auf die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Grenze zwischen Schweiz und Liechtenstein
Legende: Lebensader für die Liechtensteiner Wirtschaft: Grenzbrücke über den Rhein. Keystone

Die Grenzbrücke über den Rhein wird jeden Morgen zur Lebensader für die Liechtensteiner Wirtschaft: 35‘000 Arbeitsplätze gibt es im Fürstentum, aber zu wenig einheimische Arbeitskräfte.

Darum fahren täglich mehr als 10‘000 Grenzgänger aus dem St. Galler Rheintal ins «Ländle». Ein Drittel davon sind EU-Bürger. Die Fürstenfamilie schaut nun gespannt in Richtung Schweiz, wo die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative ansteht. «Wir verfolgen die Situation aufmerksam», erklärt Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein. Man überlege bereits, was Liechtenstein tun müsse, je nachdem wie die Schweiz die MEI umsetze.

Personenfreizügigkeit stösst auf Widerstand

Das Fürstentum selber hat wenig Spielraum. Heute vergibt es gerade mal 56 Aufenthaltsbewilligungen pro Jahr. Eine Erweiterung ist umstritten, wie Thomas Zwiefelhofer, Regierungschef-Stellvertreter Liechtensteins erklärt: «Unser Land könnte natürlich die volle Personenfreizügigkeit einführen. Das würde aber verschiedene Probleme aufwerfen, zum Beispiel bei der Raumplanung oder bei Infrastrukturkosten.»

Legende: Video Masseneinwanderungsinitiative betrifft auch Liechtenstein abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.08.2015.

Zudem gebe es eine emotionale Seite: Derzeit stellten Ausländer einen Drittel der liechtensteiner Bevölkerung. Mit der Personenfreizügigkeit würde dieser Anteil vermutlich deutlich steigen, wie Zwiefelhofer sagt: «Das ist ein Problem, das die Liechtensteiner sehr beschäftigt.»

Die Behörden stehen darum in engem Kontakt mit der Schweiz. Doch die offizielle Seite gibt sich diplomatisch zurückhaltend. Der Schweizer Botschafter für Liechtenstein, Olaf Kjelsen, zeigt Verständnis für die Sorgen des Nachbarlandes. «Ich bin aber zuversichtlich, dass am Schluss eine Lösung gefunden wird, die die Interessen der ganzen Region und des Rheintals berücksichtigen.»

37 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Aha... die Liechtensteiner könnten die volle PFZ einführen, tun es aber nicht, weil sie überschwemmt würden und ihre Infrastruktur die erwürgen würde. Steht da. Warum können die das und wir werden dafür gehängt?
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Na, es hat ja bald viele Schweizer "voerig" wie in einem anderen heutigen Artikel angetoent, DIE werden dann gerne zu Euch gehen... oder?!
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  • Kommentar von H. Frühling, Bern / Zürich
    Nach Lichtenstein kann man aus der CH oder direkt aus der EU gelangen. EU-Bürger müssen nicht über die CH nach Lichtenstein reisen. Personen, die in Lichtenstein arbeiten, erhalten entweder einen Lohn, der ihnen ein Leben in der CH ermöglicht oder sie leben in Lichtenstein direkt, allenfalls in einem angrenzenden EU-Land. Vielleicht müssen halt, je nach Bestimmungen der MEI-Umsetzung, Leute ihren Wohnsitz verändern oder die Stelle wechseln. Vielleicht entfallen in Li überzählige Arbeitsplätze.
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