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Jährlich hunderte Fälle von Menschenhandel in der Schweiz
Aus HeuteMorgen vom 18.10.2021.
abspielen. Laufzeit 01:38 Minuten.
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Zwang, Ausbeutung und Gewalt Menschenhandel – das alltägliche Leid im Verborgenen

  • Der 18. Oktober ist der europäische Tag gegen Menschenhandel. Dabei ist die Schweiz keine Insel: Jährlich machen zwischen 200 und 300 Opfer von Menschenhandel ihre Ausbeutung publik.
  • Menschenhandel findet sich in der Prostitution, im Bau- und Gastgewerbe, aber auch in der Altenpflege und in Privathaushalten.
  • Doch die meisten Fälle bleiben unentdeckt – nun will der Bund noch genauer hinsehen.

Menschenhandel spielt sich im Verborgenen ab, auch die Zahl der Opfer liegt im Dunkeln. Bund und Nichtregierungs-Organisationen haben ihr Engagement zwar verstärkt – mit Aktionen wie Anlaufstellen für Opfer sensibilisieren sie die Bevölkerung. So gelingt in einzelnen Fällen ein Ausbrechen aus dem Zirkel von Zwang und Ausbeutung, Drohung, Erniedrigung und Gewalt. Doch viele Fälle bleiben unentdeckt.

Legende: Auch in der wohlhabenden Schweiz werden Menschen ausgebeutet und sind ihren Peinigern schutzlos ausgeliefert. Der Bund will nun verstärkt dagegen vorgehen. Keystone

Eines der Opfer ist Maria, die als Nanny in die Deutschschweiz gekommen ist und täglich von 6 bis 23 Uhr arbeiten musste: «Sie hatte keine Privatsphäre, sie musste auf dem Boden schlafen. Sie wurde von einem Ehepaar erniedrigt, beschimpft, bedroht und auch zu sexuellen Handlungen genötigt – und zudem hat sie fast gar keinen Lohn erhalten», schildert Anna Schmid. Sie kennt Marias Geschichte, weil sie eine Plattform von Nichtregierungs-Organisationen koordiniert, die Plateforme Traite.

Bund will Inspektoren sensibilisieren

Marias Geschichte zeigt auch: Das bisherige Engagement reicht nicht. Schmid sieht Handlungsbedarf beim Schutz der Opfer, im Asylwesen und in der Arbeitswelt. Sie freut sich, dass der Bund nun einen neuen Aktionsplan gegen Menschenhandel ausarbeitet. Der Fokus soll dabei auf der kriminellen Ausbeutung von Menschen als Arbeitskraft liegen, wie das Fedpol auf Anfrage von Radio SRF schreibt:

«In Zukunft muss auch die Ausbeutung der Arbeitskraft in der Gastronomie, der Altenpflege, dem Baugewerbe und im Facility Management stärker angegangen werden. Dazu sollen Arbeitsinspektorinnen und -inspektoren der Arbeitsmarktaufsicht weiter ausgebildet werden.»

Künftig will der Bund alle – auch die Kantone – stärker in die Pflicht nehmen im Kampf gegen den Menschenhandel.

Heute Morgen, 18.10.2021, 6 Uhr

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41 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wir schliessen die Debatte an dieser Stelle und bedanken uns für Ihre aktive Teilnahme an den verschiedenen Diskussionen. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Abend und würden uns freuen, Sie auch morgen wieder in der Kommentarspalte begrüssen zu dürfen. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Gerry Hess  (Hegard)
    Es werden datsächlich Frauen unter falschen versprechen ilegal in die Schweiz eingeschleusst und gewaltsam Prostituiert.Diesen Frauen sollte man unbedingt helfen.
    Ich habe selbst erlebt das ein schwarzer ,der sich Intregiert und selbst für seinen Unterhalt gesorgt hat,ausgeschafft und am Flughafen verhaftet wurde.Seine ehemaliger Arbeitgeber hat eine Kaution bezahlt und konnte in in Holland ein neues Zuhause geben.
    Allport hört man von Messerstecher die nicht ausgeschaft werden
    Gerechtigkeit?
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Wie lange gibt es dieses Problem bereits? Jetzt will der Bund genauer hinsehen. Spätzünder? Rohrkrepierer?