Auf der Autobahn A13 im St. Galler Rheintal kam es am Nachmittag des Pfingstmontag zu einem wortwörtlichen Knall. Durch einen sogenannten «Blow-up» riss der Fahrbahnbelag explosionsartig und verformte sich zu einer Schanze.
Der Grund war die Hitze, die die Strasse sichtbar stark beschädigt hatte. Zwei Autos fuhren mit vollem Tempo über die entstandene Schanze, verletzt wurde niemand. Die beiden Autos erlitten einen Totalschaden. Wer haftet, ist laut Bundesamt für Strassen (Astra) noch unklar. Die Betroffenen sollen sich an ihre Versicherungen wenden – möglich, dass dies ein Fall für die Werkeigentümerhaftung ist.
Wie es genau zum «Blow-up» kam, erklärt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen: «Dieses Phänomen kann bei extrem hohen Temperaturen auftreten. Diese Autobahn wurde einst mit einem Betonbelag gebaut. Danach gab es einen modernen Belag obendrauf. Bei sehr hohen Temperaturen kann es diesen Fahrbahnbelag anheben.»
Droht das in Hitzesommern jetzt häufiger?
Dieses Szenario bestätigt Manuel von Burg, Kommunikationsbeauftragter des Astra für die Region Nordostschweiz. «Die Betonplatten, die unter dem Deckbelag liegen, dehnen sich durch die Hitze aus. Wenn die Ausdehnung nicht mehr genügend aufgenommen werden kann, baut sich Druck auf. Und dieser Druck kann im Extremfall zum Aufbruch der Strasse führen.»
Oftmals passiere dies in einem viel kleineren Ausmass, so von Burg weiter. «Ein solches Ereignis in dieser Dimension wie am Pfingstmontag ist sehr selten.» Und: Fahrbahnen auf Betonplatten sind nicht mehr Usus, sondern ein «Relikt aus der Vergangenheit». «Früher machte man das so», sagt Manuel von Burg vom Astra. «Heute gibt es nicht mehr viele so gebaute Autobahnen. Und diese werden nach und nach ersetzt.»
Solche Aufbrüche treten oftmals sehr unmittelbar und kurzfristig auf. Aber das Astra beugt vor: «Wir unterhalten die Nationalstrassen regelmässig. Und wir führen regelmässig Fugensanierungen und Instandsetzungen durch.» Auf dem betroffenen Abschnitt zwischen Oberriet und Haag ist für 2027 ein grösseres Instandsetzungsprojekt geplant.
Die Strassen in der Ostschweiz und der Schweiz allgemein seien nach wie vor sehr sicher. Im konkreten Fall der A13 wird nun verstärkt kontrolliert.
Über Nacht geflickt
Die ganze Nacht über war der Abschnitt zwischen Sennwald und Haag SG in Fahrt Richtung Chur gesperrt. Baumaschinen fuhren auf, die Strasse wurde bis in die frühen Morgenstunden repariert. So, dass der zurückkehrende Berufsverkehr nach Pfingsten wieder freie Fahrt hatte.