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Schweiz Zwei Häftlinge aus Strafanstalt geflohen

Spektakulärer Ausbruch aus dem Gefängnis in Orbe (VD): Mit Hilfe von zwei Komplizen ausserhalb der Gefängnismauern gelang einem Schweizer und einem Bosnier gestern Abend die Flucht. Einer der Männer ist Mitglied der Juwelenräuber-Bande «Pink Panther».

Legende: Video Kantonspolizei Waadt zum Ausbruch in Orbe (VD) abspielen. Laufzeit 0:14 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.07.2013.

Der Ausbruch war gut geplant und organisiert. Zwei Komplizen ausserhalb der Gefängnismauern durchbrachen um 19.35 Uhr mit zwei Fahrzeugen eine Eingangspforte der Umfassungsmauer. Danach kamen zwei Leitern über den Sicherheitszaun zum Einsatz. Während die beiden Häftlinge flohen, hielten die Komplizen die Wachmänner mit Warnschüssen in Schach. Laut der Kantonspolizei Waadt war der Ausbruch nicht zu verhindern. Das Gefängnispersonal sei nicht ausgerüstet, um gegen stark bewaffnete Angreifer zu kämpfen. Verletzt wurde niemand.

Danach türmten die vier Männer mit einem der beiden Fahrzeuge. Das zweite Fahrzeug zündeten sie an. Die Polizei hat eine Fahndung mit bis zu 50 Polizisten eingeleitet, so die Waadtländer Kantonspolizei. Bei der Suche wurden auch das Grenzwachtkorps und die französische Polizei einbezogen.

Juwelenräuber unter den Flüchtigen

Die Flüchtigen sassen wegen Freiheitsberaubung, Entführung, Raubs, Diebstahls, Geldwäsche und Brandstiftung ein, wie die Polizei mitteilte.

Bei den entflohenen Häftlingen handelt es sich um einen 53-jährigen Schweizer, der seit 2006 in Haft ist und einen 34 Jahre alten Bosnier. Letzterer sass nach einem Überfall auf ein Juweliergeschäft in Neuchâtel im April 2009 ein. Er ist Mitglied der Juwelenräuber-Bande «Pink Panther».

Nicht der erste Vorfall im Waadtland

Bereits im Mai kam es im Kanton Waadt zu einem ähnlich filmreifen Ausbruch. Fünf Häftlinge entkamen aus dem Gefängnis Bois-Mermet bei Lausanne ebenfalls mit Hilfe von aussen. Drei Komplizen warfen eine Sack mit Schusswaffen, Reizmitteln und einem Schneidwerkzeug in den Gefängnishof. Mit den Fluchtutensilien konnten sich die Männer den Weg in die Freiheit bahnen. Auch bei diesem Ausbruch entkam ein Mitglied der «Pink Panther».

«Pink Panther»-Bande

«Pink Panther»-Bande

Die Juwelen-Räuber halten die Polizeien diverser Ländern seit mehreren Jahren auf Trab. Die Mitglieder stammen aus Ex-Jugoslawien. Ihren Namen verdankt die Bande einem ihrer Coups in Grossbritannien: Dabei versteckten die Täter einen gestohlenen Diamantring in einer Crèmedose – genauso wie im «Pink Panther»-Film von 1963.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Amüsant, wenn gar nicht tragisch! Offenbar hat man auch in der CH mit der sich selbst und wissentlich importierten Kriminalität zu kämpfen. Immerhin hat sich der CH-Bürger auf die ausufernde importierte Gewaltkriminalität bereits darauf eingestellt und verschanzt sich zusehends zu Hause. Die Lebensqualität scheint zu sinken, auch in der CH!
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Versuch 2: Kein Waffenregister der Welt, haette dies Verhinteren koennen, dass man mit AK-47, einer in der Schweiz Verbotenen Waffe, auf Menschen geschossen wird. Dazu soviel. Die Waechter sollten in der Lage sein, das Risiko zu kennen, und mit allem zu Rechnen, doch das sind diese offenbar nicht. Abgesehen davon, kann ich mich nur Anschliessen, dass wir dank den Offenen Grenzen, mehr Probleme in dieser Beziehung haben.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Es ist beänstigend, dass in der Schweiz mit einem solchen Gewalt Potential sogar ein Gefängnis Angegriffen und auf Menschen Geschossen wird. Ich verachte Gewalt. Allerdings kommt diese Pink Panther Bande ja auch nicht von hier, sonder aus einem anderen Kultur Kreis, was vermutlich diese Aggressivität erkläert...
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