In der Wiener Stadthalle folgte am Donnerstag das zweite ESC-Halbfinale. Und aus Schweizer Sicht wurde es spannend: Mit «Alice» sang Veronica Fusaro um den Einzug ins Finale am Samstag. Wettbüros hatten ihr im Vorfeld nur eine 43-prozentige Chance auf den Finaleinzug vorausgesagt.
Der Schweizer Auftritt
Veronica Fusaro liefert einen mehr als soliden Auftritt ab. Das Gitarren-Solo am Schluss ist dazu der Showmoment des Songs. Die Leute im Saal johlen gewaltig, als die Schweizerin die (nicht eingestöpselte) Gitarre bearbeitet. Dazu kommt der grossartige Effekt, als die Kamera in die Zuschauenden schwenkt und auf der Bühne ein riesiges Netz erscheint, in dem Fusaro sich «verfängt».
Die Enttäuschung ist gross
Gereicht hat es trotzdem nicht. Am Ende gab es mehr Stimmen für zehn konkurrierende Länder und die Schweiz verpasste zum ersten Mal seit 2019 (als Luca Hänni Vierter im Grand Final wurde) den Einzug ins Finale. Fusaro sagt nach der Show: «Die Enttäuschung ist in diesem Moment gross. Trotzdem bin ich dankbar dafür, wie viele Menschen mich und meine Musik neu entdeckt haben. Und wenn ich eines bin, dann ehrgeizig. Mein Traum lebt weiter – und ich freue mich auf die vielen Shows, die ich im Herbst in Europa spielen darf!»
Die Shows
Auch am zweiten Halbfinale gab es Schnulzen, Pathos, Partyhits – und für die Augen ganz viel Feuer, Flammen und Funken. Zum Beispiel von Rumänien. Alexandra Capitanescu brachte mit «Choke Me» und ihren Kostümen, mit Sci-Fi-Gothpunk-Setting, Flammen und Donner die Halle zum ersten Mal zum Beben.
Natürlich zieht viel nackte Haut immer – auch wenns stimmlich nicht immer sattelfest ist. Zypern zeigte eine grosse Show, der Song «Jalla Jalla» blieb im Ohr: Der Partybanger des zweiten Halbfinals.
Der Shootingstar
Erst 17 Jahre alt ist die französische Sängerin Monroe und bewegt sich auf der Bühne schon wie eine Grosse. Und kriegt mit ihrer Stimme eine riesige Range hin. Das Lied ist von Anfang bis Schluss packend und abwechslungsreich und die Inszenierung gewaltig, ohne übertrieben zu sein.
Die Inspirationen
Der norwegische Beitrag erinnerte sehr stark an «Are You Gonna Be My Girl?» von Jet. Oder wie es SRF-Musikredaktor Schimun Krausz ausdrückt: Als hätten Jet einen neuen Banger geschrieben, aber beim Refrain grad keinen Bock mehr auf Lyrics gehabt, darum einfach mal «Ya Ya Ya» als Platzhalter notiert.
Und bei Delta Goodrem, die für Australien antritt, kann man die Augen zumachen und hört beinahe Céline Dion. Einfach mit mehr pumpendem Bass, als von der kanadischen ESC-Grande-Dame gemeinhin gewohnt.
Die Enttäuschungen
Tschechien mit Daniel Zizka reisst niemanden vom Hocker – auch die Nummer von Luxemburg, deren Sängerin als «Waldelfe» auftritt. Auch Lettlands Beitrag lässt unseren Musikredaktor unbeeindruckt.
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Bild 1 von 11. Norwegen: Jonas Lovv – «Ya Ya Ya». Bildquelle: Imago.
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Bild 2 von 11. Zypern: Antigoni – «Jalla». Bildquelle: Imago.
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Bild 3 von 11. «Unsere» Veronica Fusaro performt auf der ESC-Bühne. Bildquelle: Imago.
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Bild 4 von 11. Aserbaidschan: Jiva – «Just Go». Bildquelle: Imago .
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Bild 5 von 11. Bulgarien: Dara – «Bangaranga». Bildquelle: Imago.
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Bild 6 von 11. Tschechien: Daniel Zizka – «Crossroads». Bildquelle: Imago.
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Bild 7 von 11. Luxemburg: Eva Marija – «Mother Nature». Bildquelle: Imago.
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Bild 8 von 11. Der Gastgeber: Österreich: Cosmó – «Tanzschein». Bildquelle: Imago.
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Bild 9 von 11. Für Australien: Delta Goodrem – «Eclipse». Bildquelle: Imago.
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Bild 10 von 11. Ukraine: Leléka – «Ridnym». Bildquelle: Imago.
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Bild 11 von 11. Armenien: Simón – «Paloma Rumba». Bildquelle: Imago.