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Globale Medien im Wandel Wenn Informationen überall sind – und Vertrauen schwindet

Noch nie hatten Menschen weltweit Zugang zu so vielen Informationen – und vielleicht noch nie war das Vertrauen in Medien so gering. Digitale Plattformen haben die Mediennutzung verändert: Nachrichten sind ständig verfügbar, verbreiten sich global und konkurrieren mit Unterhaltung, Meinung und Propaganda.

Christina Brun

Produzentin SRFglobal

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Christina Brun ist die Produzentin von SRFglobal, dem geopolitischen Auslandsmagazin von SRF. Zuvor war sie als Freischaffende unterwegs. Brun studiert nebst ihrer Arbeit bei SRF International Security an der Harvard Universität.

Wie hat sich die globale Medienlandschaft verändert?

Die Mediennutzung hat sich weltweit stark ins Digitale verschoben. Studien der Denkfabrik Reuters Institute zeigen, dass lineares Fernsehen und gedruckte Zeitungen an Bedeutung verlieren, während zeitversetzte Nutzung zunimmt: Mediatheken, News-Apps, Onlineportale und Podcasts gewinnen Publikum. In den USA etwa sind die sozialen Medien zu einer der wichtigsten Quellen für Nachrichten geworden.

Gleichzeitig ist die Medienlandschaft unübersichtlicher geworden. Neben etablierten Redaktionen prägen heute auch Influencer, News Creators und kleine unabhängige Kanäle die öffentliche Debatte. Diese Vielfalt erweitert das Angebot und schmälert zugleich den gesellschaftlichen Konsens über bestimmte Fragen. Informationen stammen zunehmend aus sehr unterschiedlichen Quellen – mit unterschiedlichen Interessen, Qualitätsstandards und politischem Kontext.

Haben Soziale Medien die Öffentlichkeit demokratisiert?

Teilweise ja. Soziale Medien haben neue Räume für Öffentlichkeit geschaffen. Sie ermöglichen es Menschen, Inhalte selbst zu verbreiten, Missstände sichtbar zu machen oder staatliche Kontrolle zu umgehen – etwa in autoritär regierten Ländern oder bei Protestbewegungen. In diesem Sinn haben Plattformen den Zugang zur Öffentlichkeit zweifellos geöffnet. Allerdings verbreiten sich Inhalte oft nach emotionaler Wirkung, nicht nach Relevanz oder Verlässlichkeit.

Für Demokratien ist das ambivalent. Sie sind stärker denn je auf verlässliche Informationen angewiesen. Sinkt das Vertrauen, steigt die Anfälligkeit für Manipulation. Untersuchungen zeigen zudem: Wo lokaler Journalismus verschwindet, nehmen politische Beteiligung, Transparenz und institutionelles Vertrauen ab.

Wie steht es um das Vertrauen in Medien weltweit?

Das Vertrauen in Nachrichten stagniert in vielen Ländern. Laut dem Reuters Institute geben weltweit rund 40 Prozent der Menschen an, den Nachrichten nicht zu vertrauen. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. In den skandinavischen Ländern geniessen News vergleichsweise hohes Vertrauen. In Staaten wie Griechenland, aber auch in Frankreich liegt es hingegen bei unter 30 Prozent.

Was sind die Gründe dafür?

Als Hauptverantwortliche nennen viele Befragte einerseits Influencer und Online-Persönlichkeiten, andererseits Politikerinnen und Politiker. Beide tragen durch zugespitzte Kommunikation oder strategische Desinformation dazu bei, Vertrauen weiter zu untergraben.

Darauf weist auch Mitali Mukherjee, Direktorin des Reuters Institute for the Study of Journalism, hin. Vertrauen in Medien lasse sich heute nicht isoliert betrachten, sondern stehe im Zusammenhang mit einem allgemeinen Vertrauensverlust gegenüber Institutionen und politischen Akteuren – verstärkt durch einen zunehmend raueren politischen Ton.

Vertrauen in Medien ist damit weniger eine Frage des Zugangs zu Informationen als eine Frage politischer Kultur, institutioneller Stabilität und gesellschaftlicher Polarisierung.

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