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Ihre Fragen zum Brandschutz «Warum werden Gebäude nicht genauso oft geprüft wie Autos?»

Eine Fachrunde hat Ihre Fragen zum Thema Brandschutz beantwortet.

Fachpersonen im «Club»-Chat

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Jean-François Steiert
Staatsrat FR/SP und Präsident Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz

Erik Hämmerli
Gastrounternehmer
Bederhof

Chat-Protokoll:

Ich arbeite selber im Bau und frage mich, ob der Kostendruck im Bauwesen dazu führt, dass beim Brandschutz systematisch gespart wird?

Jean-François Steiert: Bauherren neigen oft dazu, auf Kosten der Sicherheit (und anderer gesetzlicher Verpflichtungen) zu sparen, was bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar ist. Es liegt an den Kantonen und Gemeinden, dafür zu sorgen, dass die gesetzlichen Verpflichtungen eingehalten werden. In gewissen Fällen (z.B. historische Gebäude) braucht es gemeinsame Diskussionen und Güterabwägungen, um Lösungen zu suchen, die mit alternativen Sicherheitsvorkehrungen zu den allgemein verpflichtenden Bestimmungen die notwendige Sicherheit gewährleisten.

Was halten sie von der Idee eines Gütesiegels, das an Restaurants und Club angebracht werden muss, damit man als Besucherin sieht, wann diese zuletzt geprüft wurden?

Jean-François Steiert: Ich finde die Idee interessant. Es könnte einen relativ einfachen Anreiz bilden, die notwendigen Kontrollen rechtzeitig durchzuführen – auch wenn sie Kantone und Gemeinden nicht von der Pflicht entbinden kann, für die Regelmässigkeit, die Qualität und die Unabhängigkeit der Kontrollen zu sorgen.

Warum werden Gebäude nicht grundsätzlich genauso regelmässig geprüft, analog wie bei Autos?

Jean-François Steiert: Gebäude mit Risikopotential werden regelmässig überprüft. Nach geltendem Recht bestimmt jeder Kanton, wie oft und in welcher Form dies geschieht. Die Kantone prüfen derzeit, ob es einheitlichere Regelungen dazu braucht. Überprüfungen gibt es zudem bei baurechtlich relevanten Änderungen am Gebäude oder in der Nutzung, teilweise auch bei Handänderungen.

Gibt es Alltagssituationen (Kochen, Laden von Akkus, Kerzen), bei denen sich unser Verhalten ändern sollte?

Erik Hämmerli: Wichtig ist, nicht zu vergessen, auch bei repetitiven Handlungen immer aufmerksam und konzentriert zu bleiben. Kerzen nie alleine lassen.

Worauf sollten Gäste beim Betreten eines Restaurants unbewusst achten, ohne paranoid zu sein?

Erik Hämmerli: Wo man reinkam, wie man rauskommen kann. Und: nur der Mensch muss raus, die Jacke und die Handtasche nicht.

Was für Anforderungen müssen prüfende Personen erfüllen, welche im Auftrag einer Gebäudeversicherung oder einer Gemeinde ein öffentlich zugängliches Lokal abnehmen? Welche Qualifikationen braucht es für kommunale Sicherheitsbeauftragte und welche Unterschiede gibt es dazu in den verschiedenen Kantonen?

Jean-François Steiert: Die Anforderungen variieren je nach Kanton und Kontrollsystem und Rolle der Prüfenden (in meinem Kanton z.B. andere Voraussetzungen für Sicherheitsbeauftragte der Gemeinden als für die Kontrollierenden der kantonalen Gebäudeversicherung).

Die Kantone werden im Rahmen der laufenden Arbeiten zur Revision der Brandschutzvorschriften unter anderem die Frage beantworten müssen, – ob sie minimale, national verpflichtende Standards für diese Anforderungen wollen, – und gegebenenfalls wo diese Standards anzusetzen sind, mit Differenzierungen je nach der Rolle der Kontrollierenden. Sollten sie detaillierte Informationen zum heutigen Stand wünschen, kann ich der Sache nachgehen und Ihnen in den nächsten Tagen eine kurze Zusammenstellung erstellen lassen (dazu meine offizielle E-Mail-Adresse).

Gibt es einen «Klassiker», wogegen beim Bauen am häufigsten verstossen wird oder was am meisten missachtet wird?

Jean-François Steiert: Ich verfüge nicht über eine entsprechende Datensammlung, die eine seriöse Antwort erlauben würde. Recht viele Rückmeldungen sehe ich zu InhaberInnen / Unternehmen, die bei Baustoffen sparen und Materialien verwenden, die nicht normenkonform sind, aus Unkenntnis oder in vollem Bewusstsein. Das kann z.B. Schäden verursachen oder eine Verkürzung der Schutzfunktion bewirken.

Habe keine Frage, aber einen Vorschlag: in der Schule müsste man unbedingt Notfall Situationen bezüglich Feuer trainieren, wie man ein Feuer erkennt, löscht, und was zu machen ist, wenn man eingeschlossen ist (wie man z.B. gehärtete Fensterscheiben ohne Hammer einschlagen kann).

Jean-François Steiert: Danke für den Vorschlag. Das wird da und dort m.E. bereits gemacht, aber wohl nicht systematisch. Ich nehme den Vorschlag gerne mit – im Bewusstsein, dass die Schule nicht unbegrenzt viele Aufgaben wahrnehmen kann...

Wo erleben Sie den grössten politischen Widerstand, wenn es um strengere Vorschriften geht?

Jean-François Steiert: EigentümerInnen und Betreibende zählen zu den häufigsten Ursachen von Widerständen gegen Sicherheitsvorschriften. Handkehrum müssen die zuständigen Behörden dafür sorgen, dass ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Aufwand (Verhältnismässigkeitsprinzip) gewährleistet wird.

Es kann vorkommen, dass Versicherer aus Sicht einer Behörde zu hohe Sicherheitsanforderungen stellen, die sehr hohe Zusatzkosten ohne relevanten Zusatznutzen verursachen – nur, um das möglichst jedes Risiko auszuschalten und die Prämien tiefzuhalten oder das Geschäftsmodell des Versicherers zu optimieren. Bei der Personensicherheit braucht es dabei sehr hohe Sicherheitsstandards, bei potentiellen Sachschäden ohne Risiken für Personen kann je nach Situation mit etwas tieferen Standards gearbeitet werden.

Ganz allgemein gilt es bei politischen Debatten zu Sicherheitsnormen (auch bei Elementarschäden, die insgesamt gegenüber den Feuerschäden immer mehr an Gewicht gewinnen) immer ein vernünftiges, aber immer teilweise auch subjektives Lot zwischen Schutz- und Nutzeninteressen zu finden. Besonders schwierig ist dies bei sehr selten, aber schwerwiegenden Ereignissen wie schweren Erdbeben.

Wenn ein Restaurant gegen Vorschriften verstossen sollte bei einer Kontrolle, wird es dann sofort geschlossen oder bekommen sie noch einmal Zeit die Fehler auszubügeln, wie es soweit ich weiss bei Lebensmittelinspektionen ist?

Jean-François Steiert: Grundsätzlich wird bei leichten Verstössen eine Frist für Anpassungen gegeben, und bei schweren Verstössen kann eine sofortige Schliessung beschlossen werden, wenn ein relevantes Risiko für die BenutzerInnen besteht. Die jeweiligen Vorgehensweisen variieren aber von Kanton zu Kanton. Die Kantone werden diese Frage bei ihren Überlegungen zur Harmonisierung des Vollzugs der Brandschutzbestimmungen mitnehmen.

Ich arbeite in der Gastronomie. Kann man Restaurants auch anonym melden, wenn etwas auffällt?

Jean-François Steiert: Ich kann nicht für alle Kantone sprechen. In meinem ist dies aber der Fall, und ich gehe davon aus, dass dies in den meisten Kantonen wohl der Fall ist. Die Hinweise müssen ausreichend konkret und belegt sein, dass solche Hinweise auch ernst gemeint sind. Ich erhalten regelmässig auch anonyme Hinweise über Baumängel, denen nachgegangen wird – zum Teil mit Erfolg, ab und zu gibt es dabei allerdings auch falsche Hinweise, die z.B. einem Ärger oder einem Nachbarschaftskonflikt entspringen.

Sollte man andere Personen warnen oder sofort flüchten – was hat Priorität?

Erik Hämmerli: Wenn sie die erste Person sind, die etwas bemerkt: Sofort die Feuerwehr rufen, dann die Leute warnen und wenn möglich jemanden auf die Strasse schicken, um die Feuerwehr einzuweisen.

Ist es erlaubt, leichtentzündliche Akustikmatten zu verkaufen? Eine andere Verwendung als der Einbau in Gebäude oder Maschinen gibt es nicht. Gibt es keine Richtlinien resp. Normen die dies verbieten?

Jean-François Steiert: Es gibt in der Schweiz einerseits die Brandschutzvorschriften, die unter anderem zeigen, welche Substanzen wo und unter welchen Umständen verwenden werden dürfen – und anderseits gesetzliche Bestimmungen zu Baustoffen, die verkauft werden dürfen. Das hat zur Folge, dass es möglich ist, in einem Baumarkt Baustoffe zu erwerben, deren Nutzung in den meisten Fällen nicht bestimmungskonform möglich ist.

Warum ist Brandschutz kein fixer Bestandteil der schulischen Bildung? Sollte das die Politik bestimmen?

Erik Hämmerli: In der Hotelfachschule und -lehre zumindest ist das Bestandteil. Im Militär auch.

Wir haben einen 2-Kilogramm-Feuerlöscher gekauft. Auch eine Löschdecke haben wir gekauft. Wo lassen wir den Feuerlöscher prüfen? Und darf man den Löscher auch bei einem TV Brand einsetzen oder nur die Löschdecke?

Erik Hämmerli: Ein 2-Kilogramm-Löscher ist eher etwas für das Auto oder den Camper, hier bitte nicht sparen. Ein Fernseher ist ein elektrisches Gerät, hier ist ein Feuerlöscher die richtige Wahl.

Kann man als Unternehmensinhaber davon ausgehen, dass eine Kontrolle von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz durch die Kontrollbehörde den Brandschutz einschliesst?

Erik Hämmerli: Ja, in Zürich zumindest auf jeden Fall. Am besten einfach immer freundlich fragen.

Ich möchte wissen, wie ich bei einem Brand in einem geschlossenen Raum (z.B. Tunnel, Massagesalon) am besten reagiere?

Erik Hämmerli: Einfach so schnell wie möglich raus oder die Feuerwehr informieren, wo genau sie sind.

In welcher Grössenordnung liegen die Kosten für die Überprüfung des bestehenden Brandschutzes durch eine Brandschutz-Fachperson in einem Vierfamilienhaus?

Erik Hämmerli: Das variiert, diese Frage kann nur von der Versicherung selbst beantwortet werden.

Wie gehe ich am besten mit einem Brand in der Küche um? Zum Beispiel, wenn Öl beginnt zu brennen?

Erik Hämmerli: Nie Wasser hinzugeben, das explodiert. Brandschutzdecken platzieren, Türen zu, raus gehen und die Profis kommen lassen.

Welche Fehler machen Restaurantbetreiber aus Ihrer Erfahrung immer wieder?

Erik Hämmerli: Eine falsche oder gar keine Situationsanalyse und zu wenig Schulungen, Übungen und Proben für den Fall, dass ein Feuer ausbrechen sollte.

Wie/wo kann ein Geschäftsinhaber herausfinden, wann die letzte Brandschutzkontrolle seines Betriebes durch die Kontrollbehörde erfolgt ist und wie das Kontrollresultat war?

Erik Hämmerli: Keine Angst, die werden jetzt alle kommen und das relativ zeitnah.

Was wird im Dilemma in einem Wohnhaus höher gewichtet: Brandschutz oder Einbruchschutz? Wenn z.B. eine Türe nach aussen abgeschlossen ist, weil der Zugang von aussen nicht möglich sein soll?

Erik Hämmerli: Ein Dieb stiehlt ihnen selten das Leben. Lametta und Gold ist ersetzbar.

Wo finde ich die besten Checklisten zur Überprüfung des bestehenden Brandschutzes in einem Verkaufsgeschäft?

Erik Hämmerli: Hierzu kann man keine pauschale Antwort geben, man sollte sich immer branchenspezifisch beraten lassen.

Wie gefährlich ist es Kleingeräte unbeaufsichtigt zu laden?

Meist gering, aber nicht risikofrei. Das unbeaufsichtigte Laden von Kleingeräten ist heute grundsätzlich relativ sicher, wenn Geräte und Ladezubehör in Ordnung sind.

Wie muss (falls überhaupt) die Lage der Feuerlöscher in einem öffentlichen Gebäude gekennzeichnet sein. Meine Frage zielt auch auf die Katastrophe in Crans Montana: Hätten die Gäste einen Feuerlöscher, falls vorhanden, einfach entdecken können? Oder ist die Benutzung der Feuerlöscher dem Personal überlassen, und nur das Personal weiss (hoffentlich!) wo sich diese befinden? Normalerweise achte ich als Gast nicht auf die Position von Feuerlöschern wenn ich ein Lokal besuche.

Erik Hämmerli: Wo Gefahr entstehen kann, gehört ein Feuerlöscher hin.

Guten Tag – Im Haus in dem ich eine Wohnung miete, können wir nur mit den Schlüsseln nach draussen gelangen. Die Schlösser lassen sich ohne Schlüssel nicht öffnen. Sie sind aus Sicherheitsgründen immer abgeschlossen, da wir in einer ziemlich belebten Strasse wohnen. Ist das Brandschutzspezifisch überhaupt zulässig?

Erik Hämmerli: Da müssten Sicherheitstüren sein. Wenn nicht, mit der Mieterzusammenkunft absprechen und mit der Verwaltung Kontakt aufnehmen. Im Notfall hätten sie durch solche Türen keine Zeit zu flüchten.

Woran erkennt man frühzeitig, dass eine Situation wirklich gefährlich wird?

Erik Hämmerli: Feuer ist immer gefährlich, also immer raus und Feuerwehr aufbieten.

Beim Ereignis ins Crans wird jetzt vor allem auf die fehlenden Kontrollen hingewiesen. Die gleiche Schuld trifft aber auch die Eigentümer und Nutzerschaft der Bauten. Die Zuständigkeit richtet sich nach der rechtlich verbindlichen Brandschutznorm insbesondere Artikel 19 und 20. Warum wird in den Berichten nicht darauf hingewiesen?

Jean-François Steiert: Grundsätzlich haben sie Recht: Verantwortung tragen EigentümerInnen, Betreibende, NutzerInnen, usw. – neben den für die Betriebsbewilligungen zuständigen kommunalen und kantonalen Behörden und weiterer Akteure. Wer in Crans welche Verantwortung trägt und allenfalls welche Fehler verantworten muss, werden die laufenden Untersuchungen zeigen müssen.

Ganz generell: Wie läuft eine Brandschutzkontrolle ab, ist diese unangekündigt?

Erik Hämmerli: Ja, Kontrollen sind unangemeldet.

Entstehen neuen Brandrisiken durch E-Bikes, Akkus, neue Baustoffe? Oder wird das schon sehr berücksichtigt?

Jean-François Steiert: Die neuen Brandschutzvorschriften werden unter anderem vorbereitet und im Prinzip anfangs 2027 verabschiedet, um der technologischen Entwicklung Rechnung zu tragen (elektrische Mobilität, neue gefährliche Baustoffe und deren Einsatz, neue sichere Baustoffe, neue Schutzvorrichtungen, usw.).

Sollte man nun privat Branddecken und Feuerlöscher kaufen oder raten Sie eher davon ab, weil man bei Bränden sofort die Feuerwehr rufen sollte?

Erik Hämmerli: Immer erst alle raus. Feuerwehr immer kommen lassen. Und eine Brandschutzdecke immer in der Küche sowie einen Feuerlöscher in Griffnähe. Vorsorge ist immer besser.

Fehlt es eher an Regeln, an Kontrollen oder an Bewusstsein in der Bevölkerung? Kann man das so sagen?

Jean-François Steiert: Die Schweiz hat im internationalen Vergleich sehr solide Brandschutzregeln. Grosse Unterschiede gibt beim Vollzug durch Kantone und Gemeinden. Es gibt je nach Regionen und Personen wohl auch einen unterschiedlichen Umgang mit gesetzlichen Bestimmungen. Ein weniger strenges kantonales Gesetz, dass streng umgesetzt wird, kann effizienter sein, als ein strenges Gesetz, dass lasch umgesetzt wird.

Bei den Kontrollen geht es einerseits um die Frequenz, die bei hohem Risiko (viele exponierte Menschen, aber auch bauliche Gegebenheiten) höher sein sollte, aber auch um die Qualität der Ausbildung der Kontrollierenden (Gemeindemitarbeitende, Mitarbeitende einer kantonalen Gebäudeversicherung, wo diese die Kontrollen vornimmt, Private oder andere) und klare Vorgaben zu dem was kontrolliert werden muss (in Crans gab es offensichtlich verschiedene Vorstellungen zum Inhalt dessen, was kontrolliert werden musste).

Sie sprechen das Bewusstsein der Bevölkerung an. Das ist wichtig, denn hier kann einiges auf sehr tiefer Stufe präventiv unternommen werden: Informationen an die Kundschaft, Grundausbildung des Personales der Betreibenden, usw. Zu den ganz einfachen Empfehlungen der kantonalen Gebäudeversicherungen zählt beispielsweise die Gewohnheit, sich an exponierten Orten, aber auch z.B. in Hotelzimmern kurz die Fluchtwege zu merken, sich bei Feuergefahr möglichst rasch nach aussen zu begeben und von dort aus wenn nötig rasch eine Notrufnummer anzurufen.

Guten Tag. Ich wohne in einem aneinandergereihten 3-Familien-Haus aus Holz. An welchen Stellen im Haus lohnt sich das Anbringen einer akustischen Feuer-/Rauchwarnung? Nur in den Schlafzimmern oder auch in der Küche, auf dem Holzbalkon und zum Nachbarshaus hin? Die Wand zum Nachbarshaus weist Brandschutzmauern auf, aber bei Wind könnten die Flammen locker via Holzbalkon rüberschwappen….

Erik Hämmerli: Erst mal Situationsanalyse: Feuergefahr // Küche // Elektrogeräte // Heizung // offene Flammen, sprich Kerzen, Cheminée / Raucher / Fluchtwege // Massnahmen und Verhaltensregeln definieren, an die sich alle halten und sich dann von Fachpersonen beraten lassen.

Hätte das überall passieren können? Bei Flashover nützen Melder, Sprinkler und Feuerlöscher noch etwas?

Erik Hämmerli: Im Kanton Zürich unmöglich, die Systeme hätten vorher gegriffen.

Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich beim Brandschutz? Was funktioniert gut – und wo sehen Sie klare Lücken?

Erik Hämmerli: Da sind oder waren wir Weltspitze, leider nicht flächendeckend.

Ist Brandschutz politisch einfach zu wenig «sichtbar», um Priorität zu bekommen?

Jean-François Steiert: Das hängt wohl von der politischen Sensibilität und von lokalen Begebenheiten ab. In Kantonen mit öffentlichen Gebäudeversicherungen sind diese meist gegenüber dem Kantonsparlament rechenschaftspflichtig, was zu regelmässigen Diskussionen zu den laufenden Herausforderungen führt und das Thema politisch in den Vordergrund rückt. Wenn eine Behörde in diesem Zusammenhang feststellt, dass in gewissen Regionen oder Kategorien von Institutionen besonders viele Vorfälle vorkommen, wird sie sich Fragen stellen müssen. Auch systematische Vergleiche zwischen den Kantonen können zur Sensibilisierung zur Thematik und zur Effizienz des jeweiligen Vollzugsystems beitragen.

Guten Tag, als ehrenamtliche Theaterleiterin in Sankt Gallen frage ich, an wen wir uns wenden sollen, um den Brandschutz im Theater überprüfen zu lassen. In den letzten 8 Jahren hat keine Überprüfung der Brandsicherheit durch irgendeine Behörde stattgefunden.

Jean-François Steiert: Jeder Kanton hat seine eigene Organisation. In den meisten Kantonen ist aber die lokale Baubehörde für baupolizeiliche Aufgaben zuständig und kann Auskunft geben (die Aufgabe wird teilweise direkt durch die Baubehörde wahrgenommen, kann aber auch an ein privates Unternehmen, an eine andere Gemeinde, an einen Gemeindeverband oder eine andere Institution delegiert worden sein).

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Club-Signet
Legende: SRF

06.01.2026 | Das Feuerdrama von Crans-Montana VS

SRF Club, 06.01.2026, 22:25 Uhr ; 

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