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Künstliche Intelligenz KI und wir: fünf Erkenntnisse aus dem Expertenchat

Was passiert mit unseren Jobs? Wie lernen Kinder künftig mit KI? Und kann ein Sprachmodell wirklich ein Bewusstsein entwickeln? Im Live-Chat haben Guido Berger, Nathalie Klauser und Anne Scherer die Community-Fragen beantwortet. Die wichtigsten Erkenntnisse.

Menschliche Fähigkeiten bleiben gefragt

Die Sorge um die Zukunft der Jugend war gross. Viele befürchten, dass Uniabgängerinnen keine Jobs mehr finden. Nathalie Klauser, Co-Gründerin von «Intersections», erklärt: «Generell ist vor allem automatisierbare Wissensarbeit stark von der KI-Transformation betroffen. Das heisst, spezialisierte handwerkliche Berufe eher weniger.»

Roboterarme halten einen orangen Ball.
Legende: KI wird die Art und Weise, wie wir arbeiten, fundamental verändern. Keystone/Salvatore Di Nolfi

Für die junge Generation heisst das: Empathie, Kreativität, Agilität und Kollaboration üben. Sich weiterbilden, neue Technologien antizipieren und sich aktiv einbringen – in Schule, Beruf und Politik. Die Frage sei nicht nur, was KI kann, sondern auch: «Wo und wie wollen wir KI einsetzen und wie stellen wir uns ein gutes Leben innerhalb der KI-Transformation vor?»

KI hat kein Bewusstsein – sie spielt nur was vor

Viele wollten wissen, ob KI irgendwann ein Eigenleben entwickelt. SRF-Digitalredaktor Guido Berger stellt klar: «Keines der Programme, die wir schon haben. Weil sie keinen Willen, keine Autonomie, keine Ziele oder Bedürfnisse haben.»

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Auch wenn KI so tut, als könnte sie etwas fühlen, sei das kein Beweis für echte Gefühle. «Sie spielen also sozusagen die Rolle des Computers mit Gefühlen, den es in unzähligen Science-Fiction-Texten gibt.»

Anne Scherer, Mitbegründerin von «Delta Labs», ergänzt: «Sprachmodelle sind Meister der Rhetorik; wir anthropomorphisieren leicht. Glauben sollten wir Aussagen über ‹eigenes Bewusstsein› nur, wenn unabhängige Kriterien erfüllt sind.»

Kinder brauchen digitale Bildung

Wie kann KI in der frühen Kindheit sinnvoll eingesetzt werden? Guido Berger bringt den Begriff «Computational Literacy» ins Spiel. Damit meint er die Fähigkeit, ein komplexes Computersystem effektiv zu nutzen – vom Knopfdrücken bis zur Programmierung.

KI sollte Partner fürs Denken, nicht Ersatz für unser Denken sein.
Autor: Anne Scherer Mitbegründerin von «Delta Labs»

Ein tiefes Verständnis dafür, wie das System funktioniert, bedient, manipuliert oder missbraucht wird, sei wichtig für die Ausbildung. Nur so lernten Kinder, KI nicht blind zu vertrauen, sondern sie bewusst und kritisch zu nutzen.

KI als Sparringspartner – kein Ersatz fürs Denken

Anne Scherer sieht in KI grosse Hilfe für die Forschung. «KI ist schon heute sehr hilfreich bei Routineprozessen: Literatur sichten, Entwürfe und Codes vorschlagen, Daten sauberer machen.»

Doch sie warnt auch: «KI sollte Partner fürs Denken, nicht Ersatz für unser Denken sein!» Studien zeigten, dass Menschen Inhalte weniger hinterfragen, wenn sie gut klingen. Das fördert die sogenannte «kognitive Auslagerung.» Ihr Tipp: «Arbeiten Sie zuerst selbst und nutzen Sie die KI als Sparringspartner.»

Datenschutz und Verantwortung

Eine Frage war, ob die eigenen Daten fürs Training verwendet werden. Nathalie Klauser sagt: «Wenn Sie für ein Produkt nicht zahlen, sind Sie das Produkt bzw. Ihre Nutzung.»

Auch bei Bezahlversionen müsse man aktiv das Häkchen setzen, um das Training zu unterbinden. Guido Berger ergänzt: «Indem man ihr nicht blind vertraut und bei wichtigen Dingen überprüft.» Wer vertrauliche Daten eingibt, sollte wissen, wie die KI damit umgeht – und ob der Anbieter transparent ist.

Treffpunkt, 05.11.2025, 10:03 Uhr ; 

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