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Widerstand gegen Lüftungszentrale im Luzerner Gütschwald
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 07.05.2020.
abspielen. Laufzeit 03:38 Minuten.
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Strassenprojekt Bypass Diese Anlage sorgt in Luzern für Diskussionen

Die Grünen wehren sich mit einem Vorstoss gegen die geplante unterirdische Lüftungszentrale im Gütschwald – ein Teil des Bypass Luzern. Doch laut dem Bundesamt für Strassen ist der Wald der «bestmögliche Standort» dafür.

Schon seit Beginn der Planung des Bypass Luzern kämpfen die Grünen und Jungen Grünen aus dem Stadtparlament gegen dieses 1.7-Milliarden-Strassenprojekt. Mit mässigem Erfolg: Die Stadtregierung hat sich – abgesehen von einzelnen Punkten – grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen. Deshalb wehrt sich die Grünen-Fraktion nun gegen einzelne Teile davon. Aktuell nehmen sie mit einem Vorstoss die sogenannte Lüftungszentrale ins Visier.

Gesamtprojekt Bypass Luzern

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Gesamtprojekt Bypass Luzern
Legende:SRF

Laut dem Bundesamt für Strassen Astra soll das Strassenprojekt Bypass die Verkehrssituation auf den Autobahnen A2 und A14 verbessern. Als Herzstück will das Bundesamt dafür einen neuen zweiröhrigen Tunnel zwischen Kriens und dem Gebiet Ibach bei Emmen bohren. Auch der umstrittene Autobahnzubringer «Spange Nord» ist Teil des Gesamtprojekts Bypass. Weil dieser mitten in der Stadt Luzern zu liegen käme, befürchten die Anwohner mehr Verkehr und Lärm im Quartier.

Lüftungszentrale im Wald

Diese Lüftungszentrale käme zum Einsatz, wenn es im Bypass-Tunnel zu einem Brand käme. Der Rauch und andere giftige Gase würden über einen 100 Meter langen Schacht und die Lüftungszentrale aus dem Tunnel abgesaugt. Geplant ist deren Bau mitten im Gütschwald. Ein grosser Teil davon käme unter dem Boden zu liegen, der sichtbare Teil wäre in etwa so gross wie ein grosszügiges Einfamilienhaus.

Im Wald steht ein hohes Bauprofil.
Legende: Das Profil zeigt, wie hoch die Lüftungsanlage werden soll – an der höchsten Stelle wird sie ungefähr drei Meter über den Boden hinausragen. SRF

Die Grünen-Fraktion stört sich vor allem am Standort der Lüftungszentrale. «Der Wald ist ein Naherholungsgebiet und für die Stadt Luzern ökologisch sehr wichtig», meint Stadtparlamentarierin Irina Studhalter von den Jungen Grünen. «Auch die Artenvielfalt des Gütschwaldes muss geschützt werden.»

Standort im Siedlungsgebiet keine Option

Als «bestmögliche Lösung» bezeichnet hingegen Richard Kocherhans vom Bundesamt für Strassen Astra den Standort Gütschwald. Kocherhans ist für das Projekt Bypass verantwortlich. «Es gibt nur zwei mögliche Standorte für eine Lüftungszentrale. Entweder in der Mitte des Tunnels und das ist in diesem Fall der Gütschwald. Oder beim Tunnelportal und das wäre mitten im Siedlungsgebiet in Kriens.» Da sei der Bau nicht möglich. «Weil bei einem Brand bei der Lüftungszentrale giftige Gase entweichen, ist ein Standort in einem Wohngebiet sicher problematischer als im Wald», so Kocherhans.

Grafik Lüftungszentrale
Legende: Visualisierung der geplanten Lüftungszentrale: Bei einem Feuer im Tunnel würden der Rauch und andere giftige Gase über einen 100 Meter langen Schacht und die Lüftungszentrale abgesaugt. zvg

Der Vorstoss der Grünen und Jungen Grünen wird am 14. Mai im Luzerner Stadtparlament diskutiert. Bis dann sollte auch klar sein, wann das Projekt Bypass öffentlich aufliegen wird.

Eigentlich hätte das schon im April der Fall sein müssen, doch wegen der Coronakrise hat der Bund alle öffentlichen Auflagen verschoben. Beim Astra erwartet man nun, dass der Bund in den nächsten Tagen mitteilt, wann die Auflagen nachgeholt werden können.

Regionaljournal Zentralschweiz, 07.05.2020, 12:03 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Wenn das Bahntunnels wären, wäre super. In der Tourismusmetropole Luzern gelangt der gesamte nationale und internationale Zugsverkehr über nur 2 Gleise in den Hauptbahnhof. Passiert dort ein Unglück, wie vor 3 Jahren, ist der Hauptbahnhof Luzern für 2 Tage lahmgelegt und die Passagiere müssen mit Bussen über die überlasteten Strassen ins Zentrum von Luzern gekarrt werden, was zu grossen Verspätungen führt.
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  • Kommentar von Pascal Padrutt  (papa)
    Dachte, jetzt wird Homeoffice zur Normalität? Ergo brauchen wir keine irrwitzigen Strassenprojekte mehr. Ah doch. Wir müssen ja unsere überdimensionierte Bauwirtschaft am Leben erhalten. Dann machen wir also munter weiter und zerstören unsere Natur als gäbe es kein Morgen mehr..
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  • Kommentar von Markus Bossert  (EEE)
    Bitte nicht schon wieder dieses Projekt.
    Hohlt besser den Eisenbahntunnel Luzern-Ebikon aus der Schublade, um endlich den 1-Spur-Betrieb entlang des Rootsee lösen und bessere Verbindungen auf der Linie Luzern-Zug-Zürich zu schaffen.
    Das wäre ein viel nachhaltigeres Konjunktur-Projekt als die Luzerner Innenstadt mit Autos zuzustopfen. Grössere Strassen bringen immer mehr Verkehr. Das ist nichts neues.
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