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Legende: Audio Viele Hürden auf dem Weg zum «Bypass Luzern» abspielen. Laufzeit 05:19 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 12.03.2019.
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Umstrittener «Bypass Luzern» Rezepte von gestern für Verkehrsprobleme von heute

Während woanders der Verkehr aus den Städten herausgeleitet wird, will Luzern einen neuen Zubringer bauen. Die Gründe.

Worum geht es? Beim Ausbau des Strassennetzes ist der Nationalrat deutlich grosszügiger als der Bundesrat. Das hat sich am Montag in der Debatte um den Ausbauschritt 2019 für die Nationalstrassen gezeigt. Die grosse Kammer erhöhte den Kredit für dieses Jahr von 4,6 auf 6 Milliarden Franken. Ein grosser Teil, rund 1,5 Milliarden Franken, soll in ein einziges Projekt fliessen; in den sogenannten «Bypass Luzern» – ein in Luzern sehr umstrittenes Projekt.

Was ist dieser «Bypass Luzern»? Dabei handelt es sich um die Autobahnumfahrung von Luzern. Wenn man von Norden her von Zürich oder Bern Richtung Luzern fährt, wird man damit bereits heute an der Stadt vorbeigeführt. Nun soll dieses Autobahnstück ausgebaut werden.

Bei der ‹Spange Nord› gehen die Wogen in der Stadt Luzern seit fast einem Jahr sehr hoch.
Autor: Christian OechslinSRF-Regionalkorrespondent

Zwei neue Strassentunnel und ein Ausbau der Spuren sind geplant, damit der Verkehr besser fliesst. «Am umstrittensten ist der Autobahnzubringer zu diesem Bypass; die ‹Spange Nord›», erklärt Christian Oechslin, SRF-Regionalkorrespondent in Luzern. «Dabei gehen die Wogen in der Stadt Luzern seit fast einem Jahr sehr hoch.»

Weshalb ist der Zubringer so umstritten? Die «Spange Nord» käme mitten in der Stadt Luzern zu liegen. Eine bestehende Kantonsstrasse würde ausgebaut. Sie würde auf einer Länge von gut zwei Kilometern hinter dem Kantonsspital vorbeiführen, mitten durch ein Wohnquartier, an einem Schulhaus vorbei. «Da ist natürlich der Widerstand gross», so Oechslin. «Die Leute befürchten mehr Verkehr im Quartier, mehr Lärm.» Deshalb sei die Stadt Luzern auch dezidiert gegen diesen Autobahnzubringer.

Der Kanton Luzern ist klar der Meinung, es brauche diesen Zubringer unbedingt.
Autor: Christian OechslinSRF-Regionalkorrespondent

Ganz im Gegensatz zum Kanton Luzern, erklärt der Korrespondent: «Der ist klar der Meinung, es brauche diesen Zubringer unbedingt, denn nur so könne die Autobahnumfahrung um Luzern ihre ganze Wirkung entfalten.»

Was haben Stadt und Land für Argumente? Der Kanton möchte, dass der Verkehr rund um Luzern gut fliesst. Die Staus, die es täglich gibt, seien nicht gut für die Volkswirtschaft. Der ganze Kanton sei auf dieses Projekt angewiesen. Ganz anders argumentiert die Stadt Luzern: Sie befürchtet massive Eingriffe ins Landschaftsbild und negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Sie fordert, dass der Bypass ohne die «Spange Nord» realisiert wird. «Das alles führt dazu, dass der Graben zwischen Stadt und Kanton Luzern noch etwas tiefer wird, als er schon ist», sagt Oechslin.

Karte von Luzern mit eingezeichnetem, geplantem Zubringerverlauf
Legende: Der Nationalrat will anderthalb Milliarden aufwerfen für den «Bypass Luzern». SRF

Aus Sicht der Stadt versucht der Kanton, die aktuellen Verkehrsprobleme mit Rezepten von gestern zu lösen. Sie kritisiert, der Kanton setze auf Beton.

Was befürchtet die Stadt Luzern? Sie hat in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen, damit weniger Verkehr durchs Stadtzentrum führt und die Menschen auf den ÖV umsteigen. Die «Spange Nord» schürt nun Bedenken, dass diese Bemühungen zunichtegemacht werden, so Oechslin. «Darum ist bei der Stadt kein Verständnis für die Kantonspläne vorhanden.»

Wie geht es weiter mit dem Projekt? Beim Zubringer zum Bypass arbeitet die Luzerner Kantonsregierung nun verschiedene Varianten aus, wie die «Spange Nord» durch Luzern hindurchführen könnte. Dabei muss sie auch eine Variante vorlegen, die einen Verzicht auf den Autobahnzubringer vorsieht. Das war ein Auftrag ans Kantonsparlament, initiiert von Politikerinnen und Politikern aus der Stadt. All diese Varianten sollen bis im Herbst auf dem Tisch liegen. Spätestens dann gibt es in der Stadt Luzern wieder neuen Diskussionsstoff rund um dieses Strassenbauprojekt.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Die Spange Nord wird ohne begrenzende Massnahmen den Verkehr über die Strasse Root - Ebikon saugen. Spätestens wenn das Autobahnkreuz wieder an der Belastungsgrenze ist.
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  • Kommentar von Willi Fetzer  (wi)
    Ich habe mich seinerzeit schon gefragt, was ist denn das für eine Idiotie in Luzern! Überll plante man schon damals einen Ring um die Städte, nur in Luzern wollte man Mitten durch! Wegen dem Tourismus, nicht dass der Luzern links liegen liesse! Idiotie pur! Und jetzt will man wieder kitten!
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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Mehr Bevölkerung = mehr Infrastruktur = mehr Landverbrauch = mehr Umweltbelastung = mehr von allem, was eigentlich eher in die falsche Richtung geht. Was für die ganze Welt gilt, gilt eben auch für die Schweiz. Unbegrenzt wachsen kann man nicht in einem begrenzten Umfeld. Das einzige was schier unbegrenzt wachsen und gedeihen kann ist wohl nur noch die Dummheit. Und davon haben wir ein reichlich gut bestücktes Angebot in allen Bereichen sichtbar werdend erreicht.
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    1. Antwort von Nic Grund  (Gruendeli)
      Mit Bevölkerungswachstum hat die Verkehrszunahme eher weniger zu tun: die Bevölkerung wächst zurzeit ca. 0.7% pro Jahr, macht also in 3 Jahren 51 Autos anstatt 50. Die Fahrleistung pro Person steigt ca. 3x so schnell. Bitte zuerst recherchieren, dann Kommentieren. Danke.
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