Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlen15 Aargau Kommt Ecopop den Grünen im Aargau in die Quere?

Der Verein Ecopop will in den Nationalrat. In mehreren Kantonen kandidieren Ecopop-Leute auf eigenen Listen. Besonders im Kanton Aargau ist die Ausgangslage brisant: Ecopop-Spitzenkandidat ist dort der ehemalige Präsident der Grünen.

Im Vordergrund ein Ecopop-Plakat (Initiative), im Hintergrund das Bundeshaus.
Legende: Trotz Schiffbruch der Initiative: Der Verein Ecopop kämpft weiter. Er will im Nationalrat vertreten sein. Keystone/Archiv

Bevölkerungswachstum ist in der Regel nicht, was sich ein rechter Ecopop-Anhänger wünscht. Dass der Kanton Aargau aber überdurchschnittlich stark wächst, könnte nun ausgerechnet die politische Karriere von Ecopop-Sekretär Andreas Thommen beflügeln: «Im Aargau herrscht eine spezielle Konstellation, weil wir ein Mandat mehr erhalten. Wir hoffen, dass es reicht.»

Auf den zusätzlichen sechzehnten Aargauer Nationalratssitz schielen allerdings auch viele andere. Vor allem die CVP, aber auch FDP, SVP und auf der linken Seite die Sozialdemokraten.

Ex-Parteipräsident kandidiert für Ecopop

Die Aargauer Grünen dagegen sind wohl schon zufrieden, wenn sie den Sitz ihres nicht mehr antretenden Nationalrates Geri Müller verteidigen können. Da kommt die Kandidatur von Ecopop-Mann Andreas Thommen ungelegen. Denn Thommen ist noch immer Mitglied der Grünen. Er war früher sogar deren Kantonalpräsident. Er könnte nun den Grünen Stimmen abjagen.

Dies werde er aber nicht tun, ist Kathrin Fricker überzeugt. Die Co-Präsidentin der Grünen Fraktion im Aargauer Grossen Rat sagt: «Die Ecopop-Initiative ist massiv verworfen worden. Diese Art von Drohung können die Grünen gelassen nehmen.»

Distanz zum unbotmässigen Parteimitglied zu markieren kann aber nicht schaden. Auch ein Parteiausschluss steht wieder zur Diskussion: «Die Grünen sind dezidiert gesellschaftsliberal. Das spricht grundsätzlich gegen einen Ausschluss. Wir werden sehen, wie wir das abwägen», sagt Fricker.

Grünliberale offener gegenüber Thommen

Freiwillig will Thommen die Grünen nicht verlassen: «In vielen Fragen stimme ich immer noch mit den Grünen überein. Ich möchte meine politische Heimat nicht ganz verlieren.» Faktisch hat er das aber schon, denn Thommen ist innerhalb der Grünen komplett isoliert.

Etwas offener ihm gegenüber zeigen sich die Grünliberalen. Eine Listenverbindung mit Ecopop sei auf gutem Weg, heisst es im Parteipräsidium. Aber das sei keine inhaltliche Partnerschaft, sondern eine reine Zweckverbindung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Stefan Pfister, Zürich
    Darf man gleichzeitig für zwei verschiedene Parteien auf zwei verschiedenen Listen kandidieren? Ich vermute mal nein. Wenn Thommen bei Ecopop kandidiert, kann er das nicht gleichzeitig bei den Grünen tun. Ein Austritt wäre konsequent. Ecopop wurde zwar abgelehnt, aber die Verwirrten, die "Ausländer raus!" für grüne Politik halten, gibt es immer noch, und die werden Thommen wohl wählen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lena Meir, Aarau
      @Pfister: Andreas Thommen kandidiert einzig und allein auf der Ecopop-Liste. Bei den Grünen ist er ganz normales Mitglied und dagegen spricht rein überhaupt nichts. Übrigens hat sich die Schweiz durch die "Agenda 21" der UNO-Milleniumsziele verpflichtet, für eine nachhaltige Relation zwischen Bevölkerung und Ressourcen der Schweiz zu sorgen. Wollen Sie die Agenda 21 auch als das Werk von "Verwirrten" bezeichnen? Allgemein wird sie als Durchbruch in der internationalen Umweltpolitik verstanden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Die Chancen von Andreas Thommen dürften so schlecht nicht stehen. Ecopop kam leider mindestens ein Jahr zu früh - heute würde viel mehr Stimmbürger diese Initiative annehmen, weil man sich angesichts dieser endlosen Masseninvasion aus Afrika immer mehr bewusst wird, welche immensen Probleme entstehen, wenn in der dritten Welt keine Geburtenkontrolle stattfindet. Genau dafür stand und steht steht Ecopop. Dass die Grünen Ecopop bekämpfen, entlarvt sie als rote Masseneinwanderungsfanatiker.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Max Blatter, 5620 Bremgarten
      Haben wir nicht vor 8 Monaten über das Anliegen von Ecopop abgestimmt? O.k. - eine 60%-Nein-Mehrheit wurde knapp verfehlt, aber ein Zufallsentscheid war es definitiv nicht. Insofern sollte man im Ecopop-Glashaus wohl nicht mit allzu schweren Steinen werfen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von M.Müller, Zürich
      @Blatter, wenn das Volk schon gegen Ecopop war, soll es darunter leiden so stark es nur geht - ich finde es gut, wenn unsere Wähler in aller Härte ihre Kurzsichtigkeit spüren. Als Investor finde ich die fallenden Lohnkosten super, das tut den Aktien gut und noch mehr meinen nicht erarbeiteten Gewinnen. DANKE!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Balmer, Busswil
    Wenn man die Kernpunkte des Ecopop Vereins genau studiert, müsste man als vernünftiger Mensch nur solche Leute in die Politik wählen. Ohne gesundes Wachstum (mehr in die Tiefe als in die Breite) und einem schonenden Umgang mit unseren Landressourcen, werden wir uns nur noch mehr der Abhängigkeit der Wirtschafts-Lobbyisten ausliefern. Kenne übrigens keine Initiative, welche ohne politische und wirtschaftliche Unterstützung, 26% der Wählerstimmen für sich verbuchen konnte.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von René Mühlemann, Wädenswil
      Wenn alle so wohnen würden, wie die Ecopop-Oberjuhees, hätte es schon heute viel zu wenig Platz in der Schweiz. Fragt sich nur nach welchen Kriterien dann Ausgebürgert, bzw. Ausgewiesen werden soll.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von W. Balmer, Busswil
      @ Mühlemann, ich denke, dass die Ecopop-Oberjuhees nicht anders wohnen, als die anderen Politiker und Gewerkschaftsbosse. Ich weiss nicht welche Medien sie lesen oder hören, aber Ecopop steht nicht für Ausbürgerungen oder Ausweisungen. Aber ihr Wissen erklärt das Abstimmungsresultat.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Lena Meier, Aarau
      @ ach Herr Mühlemann: glauben Sie doch nicht allen Unsinn, den die WoZ schreibt. Sie hat geflissentlich jene Ecopop-Vorstandsmitglieder übersehen, welche in bescheidenen Mietwohnungen wohnen. Bei den anderen hat sie unterschlagen, dass der Umschwung aus Bio-Selbstversorger-Gemüsegärten, Magerwiesen, einheimische Wildpflanzen etc. besteht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen