Singende Politiker in der Kritik der Wahlbeobachter

Sie wollen Mitte November in den Nationalrat gewählt werden und haben das Singen entdeckt: Politiker von links bis rechts sind mit einem eigenen Song musikalisch auf Stimmenfang. Doch bei den Wahlbeobachtern des Regionaljournals fallen die vermeintlichen Gesangstalente durch.

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Die Wahlbeobachter

Die Wahlen 2015 durch die Brille junger Erwachsener: Auszubildende und Maturanden verfolgen den Wahlkampf, fühlen den Kandidaten auf den Zahn und berichten von ihren Erlebnissen. Die Serie entsteht in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen Bern und Freiburg und mit dem Kollegium Brig.

Weitere Berichte finden Sie unter srf.ch/wahlen bei Ihrem Kanton.

Die SVP ist auf den Hund gekommen: auf Wachhund Willy. Für diesen hat sie im Wahlkampf sogar einen eigenen Song komponieren lassen. «Wo ä Willy isch, isch au ä Weg», singen die SVP-Politiker im Videoclip. Zu sehen sind prächtige Landschaftsbilder, Bernhardinerwelpen und eben der SVP-Chor. Die Melodie ist eingängig, erinnert an einen Partysong.

Die SVP ist mit ihrem Willy-Song in guter Gesellschaft. Auch die Grünliberale Partei Aargau geht mit Beats GLP-Song auf Wählerfang. Mit Beat ist Beat Flach gemeint, GLP-Nationalrat, der 2015 für den Ständerat kandidiert.

Fazit der Wahlbeobachter: durchgefallen

«Es fällt schwer, singende Politiker ernst zu nehmen», sagt Maler-Lehrling und Wahlbeobachter Mario Ammann. Und Luzia Leuenberger ergänzt: «Für mich spielt es bei den Wahlen keine Rolle, ob ein Politiker singt oder nicht. Dies ist schliesslich kein Kriterium für eine Wahl.»

Singende Politiker sind jedoch kein neues Phänomen. «Die Internationale» ist das weltweit bekannte Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung, sie ist die Hymne der SP. «Die Internationale» wurde bereits in den 1880er-Jahren geschrieben und in die meisten Sprachen der Welt übersetzt.