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200 Doppelstock-Züge Stadler Rail zieht Rekurs gegen SBB-Zugauftrag zurück

  • Der Schweizer Zughersteller Stadler Rail zieht seinen Rekurs gegen die Vergabe eines Grossauftrags der SBB über 200 Doppelstock-Züge zurück.
  • Grund dafür seien stark geschwärzte Gerichtsunterlagen, die keine ausreichende Transparenz böten und eine Weiterführung des Verfahrens verhinderten, teilte Stadler mit.
  • Das Unternehmen akzeptiert damit den Zuschlag an den deutschen Konkurrenten Siemens.

Stadler hatte die Ausschreibung verloren und daraufhin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Ziel war eine unabhängige Überprüfung des Entscheids.

Die im Verfahren erhaltenen Unterlagen vom Gericht seien jedoch stark geschwärzt und lieferten keine ausreichende Transparenz, hielt Stadler fest.

Die Dokumente zeigten aber, dass die SBB ihren Bewertungsspielraum «voll» zugunsten von Siemens genutzt habe. Da entscheidende Informationen fehlten, sieht Stadler keine Grundlage für eine Weiterführung des Verfahrens und zieht den Rekurs per 7. April zurück.

Kritik an Bewertung

Der Auftrag war im vergangenen November an Siemens vergeben worden. Er umfasst zunächst 116 Doppelstockzüge für die Zürcher S-Bahn und die Westschweiz mit einem Volumen von rund 2.1 Milliarden Franken. Einschliesslich Optionen für weitere 84 Züge beläuft sich der Rahmenvertrag auf bis zu 200 Züge im Wert von rund 3.6 Milliarden Franken.

Stadler hatte den Entscheid damals scharf kritisiert. Der Konzern argumentierte, sein bewährter Doppelstockzug mit bereits 153 Exemplaren in Betrieb sei gegenüber einem neuen, noch nicht erprobten Modell von Siemens benachteiligt worden. Auch die Bewertung etwa bei Nachhaltigkeit und Betriebskosten sei nicht nachvollziehbar gewesen.

Die SBB wies die Vorwürfe zurück und verwiesen auf einen deutlichen Kostenvorteil des Siemens-Angebotes über die gesamte Lebensdauer der Züge. Dieser liege im dreistelligen Millionenbereich. Die Vergabe sei gesetzeskonform erfolgt und kein knappes Rennen gewesen.

Spuler bedauert Entscheid nach wie vor

Nach dem Rückzug der Beschwerde von Stadler ist die Vergabe nach Angaben der SBB rechtskräftig. Das Bahnunternehmen will nun den Vertrag mit Siemens unterzeichnen, wie es mitteilte.

Die Reisenden sollen die neuen Züge mit rund 540 Sitzplätzen ab 2031 nutzen können. Dereinst sollen 95 Kompositionen in der Zürcher S-Bahn und 21 in der Westschweiz eingesetzt werden.

Politische Debatte über Vergabepraxis

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Der Entscheid hatte eine breite politische Debatte über die Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen ausgelöst, insbesondere wegen der Vergabe des Grossauftrages ins Ausland.

Politiker quer durch alle Lager kritisierten den Entscheid scharf und forderten eine Bevorzugung einheimischer Firmen. Rechtsexperten warnten jedoch vor einem Rechtsbruch: Ein «Inländer-Bonus» verstosse gegen internationale Handelsabkommen.

Siemens kündigte an, die Doppelstockzüge in der westdeutschen Stadt Krefeld herzustellen. Stadler hätte als einziger Anbieter den Zug vollständig in der Schweiz produzieren wollen. Die neuen Züge sollen ab 2031 fahren.

Stadler-Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler bedauert den Entscheid nach wie vor. «Wir müssen diesen aber aufgrund der uns vorliegenden Informationen akzeptieren», wurde der Firmenchef in der Mitteilung zitiert. «Stadler richtet den Fokus auf die Weiterführung der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit der SBB.»

SRF 4 News, 6.4.2026, 19 Uhr ; 

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