- Die EU hat sich auf die vollständige Umsetzung des umstrittenen Zolldeals mit den USA geeinigt.
- Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump verständigten sich Vertreter der Regierungen und des Europäischen Parlaments darauf, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen. Zudem sollen US-Meeresfrüchte und Agrarprodukte leichter Zugang zum europäischen Markt erhalten.
- Ein Sicherheitsmechanismus soll aber greifen, falls die USA ihre Zusagen nicht einhalten. Dann können die Vorteile wieder ausgesetzt werden.
Konkret ist unter anderem vorgesehen, dass die EU-Zollzugeständnisse bei Verstössen der USA gegen Absprachen wieder ausgesetzt werden können. Dies könnten etwa erneute Zollerhöhungen sein. Zudem soll ein festes Ablaufdatum festgelegt werden. «Zum Stichtag 31.12.2029 werden die Auswirkungen auf Europas Wirtschaft überprüft», erklärte der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD).
Nach Angaben von Lange wird zudem eine kontinuierliche Überwachung etabliert. Die EU-Kommission muss demnach künftig alle drei Monate über die Handelsentwicklung berichten. Sechs Monate vor Ablauf der Zollvorteile muss die Kommission zudem eine umfassende Bewertung vorlegen. Auf dieser Grundlage sollen die EU-Institutionen dann über eine mögliche Verlängerung der für die USA vorteilhaften Regelungen entscheiden.
Zolldeal wurde im vergangenen Sommer vereinbart
Mit dem im vergangenen Jahr vereinbarten Zolldeal war es der EU gelungen, einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Gleichzeitig musste die Staatengemeinschaft aber US-Zölle in Höhe von bis zu 15 Prozent auf die meisten Warenexporte in die Vereinigten Staaten akzeptieren und weitere Zugeständnisse wie die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter machen.
Vor eineinhalb Wochen setzte Trump eine Frist für die Umsetzung der Handelsvereinbarung: Sollte die EU nicht bis zum Geburtstag der USA – dem 4. Juli – ihren Teil des Abkommens erfüllen, würden die Zölle «leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen», teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.
Grönland-Konflikt verzögerte Arbeiten an Deal
Die EU hatte vor allem die Autozoll-Drohungen scharf kritisiert, bemüht sich mit der Einigung jetzt aber dennoch um Deeskalation. Die Verzögerungen bei der Umsetzung der EU-Zusagen werden mit von Trump provozierten Streitigkeiten und Konflikten erklärt. So lagen die Arbeiten in Brüssel zwischenzeitlich wochenlang auf Eis, weil Trump im Grönland-Konflikt neue Zölle gegen EU-Staaten angekündigt hatte.
Die Einigung der Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedstaaten und des Parlaments muss jetzt noch vom Ministerrat und dem Plenum des Parlaments bestätigt werden. Bis spätestens zum 4. Juli sollen die Regelungen dann in Kraft treten.