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Wirtschaft Airbnb und Uber: EU-Kommission warnt vor Verbot

Die beiden Vorzeigeunternehmen der Sharing Economy, Airbnb und Uber, stehen weltweit im Gegenwind von Politik und Justiz. Nun hat die EU-Kommission die Mitgliedstaaten davor gewarnt, mit solchen Unternehmen zu streng umzugehen.

Eine Hand hält ein Smartphone mit dem Uber-Logo über einem Schriftzug «Taxi» auf der Strasse.
Legende: Für das Taxigewerbe ist der Mitfahrdienst Uber eine neue Konkurrenz. Reuters

Dem Ferienwohnungs-Onlineportal Airbnb und dem Mitfahrdient Uber dürften in den EU-Mitgliedstaaten nicht zu viele Steine in den Weg gelegt werden, findet die EU-Kommission. In ihren neuen Richtlinien zur sogenannten Sharing Economy wird gewarnt vor einem übertriebenen Vorgehen gegen Unternehmen, die über das Internet das Teilen von persönlichem Eigentum vermitteln.

Jegliche Beeinträchtigungen dieser neuen Dienste müssten gerechtfertigt und angemessen sein, heisst es im Entwurf der Richtlinie. Verbote solcher Dienste würden nur ein letztes Mittel darstellen, «das nur angewendet werden sollte, wenn die Wahrung öffentlicher Interessen nicht mit weniger restriktiven Vorgaben zu erreichen ist».

Das Logo der Airbnb-App auf einem Smartphone-Display.
Legende: Hotels und verschiedene Städte haben keine Freude am Ferienwohnungs-Portal Airbnb. Keystone

Konkurrenz für die Hotels

Mit seinem Geschäftsmodell bedeutet Airbnb eine Konkurrenz für die Hotelbranche, Uber für das Taxigewerbe. Beide Unternehmen sehen sich in verschiedenen Ländern mit Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. Uber musste sein Angebot daher teilweise einschränken. Und gewisse Städte gehen gegen das Vermieten normaler Wohnungen per Airbnb an Touristen vor, weil dadurch die Mieten in die Höhen getrieben würden und Wohnraum verloren gehe.

Gleichbehandlung in der EU angestrebt

Bis anhin wurden in der EU solche Plattformen unterschiedlich behandelt, sagt Samuel Emch, SRF- Wirtschaftsredaktor. «Diese neuen Geschäftsmodelle sollen aber in der ganzen EU gleich behandelt werden, darum gibt die EU die Richtung vor.» Radikale Verbote, wie sie verschiedene Länder beispielsweise gegenüber dem Fahrdienst Uber ausgesprochen haben, sollen nicht mehr verhängt werden.

Die Kritik an diesen Plattformen ist gross, zum Beispiel aufgrund der Arbeitsbedigungen der Uber-Fahrer oder wenn bei Airbnb etwas schiefläuft. «Genau darum ist dieses Papier der EU sehr wichtig. Es definiert, dass die Plattformen als Vermittler angesehen werden, nicht als Unternehmer. «Für diesen neuen Wirtschaftszweig ist das ein wichtiger Schritt.»

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Ungeachtet zu regelnder arbeitsrechtlicher Kritikpunkte: Die sharing economy bietet zusammen mit anderen Aspekten der neuen Ökonomisierung wie Crowdfunding und anderen spannenden Ansätzen die Möglichkeit, uns aus dem ausbeuterischen Würgegriff der etablierten, unanständig profithungrigen Wirtschaft zu befreien, nicht zuletzt unter einfacherer Einbindung der ansässigen Bevölkerung (wenn sie sich denn traut…). Dass die EU hier im Sinne der Bürger entschied, finde ich so verblüffend wie toll.
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  • Kommentar von Walter Starnberger (Walter Starnberger)
    Sharing Economy bedeutet weniger Arbeitsplätze und damit verbunden weniger Steuereinnahmen und weniger Sozialabgaben. Ich wundere mich darüber dass sich Linke und Grüne nicht vermehrt in die Diskussion einschalten, angeblich haben diese Parteien ja das Wohl der Arbeitnehmer im Sinn.
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    1. Antwort von Markus Berner (Markus Berner)
      Sharing Economy ist eben auch äusserst Ressourcen schonend, und somit auch "grün": So nutzt Airbnb im Idealfall leerstehenden Wohnraum. Und Arbeitnehmer sind ja auch Kunden, die auch von günstigen Ferien und Taxifahrten profitieren können.
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  • Kommentar von R. Glättli (R. Maier-G.)
    Natürlich, sind ja Amerikanische Unternehmen, die muss man schonen! So wie die Amis die Europäischen Konzerne mit ihren Klagen! EU-Kommission, welch ... hier stünde die Wahrheit...!
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