Verkaufsfrist läuft Alitalia braucht dringend einen Käufer

Die Heckflossen von drei abgestellten Alitalia-Maschinen auf dem Römer Flughafen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Findet die Airline keinen Käufer, kommt's zum Grounding. Keystone

  • Das Konkursverfahren für die marode Fluggesellschaft Alitalia läuft.
  • Nun steht sie offiziell zum Verkauf: Bis am 5. Juni können Interessenten Offerten einreichen.
  • Die Käufer stehen allerdings nicht Schlange – es droht ein Grounding.
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Zu teuer und veraltet

Alitalia fliegt mit zu hohen Kosten und hat eine ältere Flotte als viele Konkurrenten. Gegen Billigairlines hat sie so kaum mehr eine Chance, besonders wenn diese sie auch auf ihrem Heimmarkt angreifen. Ryanair und Easy Jet sind in Italien gut vertreten. Beide fliegen vor allem kleinere Flughäfen an, wo sie weniger Gebühren zahlen.

Alitalia befindet sich wieder einmal unter Sonderverwaltung, nachdem die Mitarbeiter einen Restrukturierungsplan blockiert haben. Ein Überbrückungskredit des italienischen Staates verhinderte das sofortige Aus der Airline und soll einen Verkauf ermöglichen.

Wie aus einem Dokument der Konkursverantwortlichen hervorgeht, können Käufer das gesamte Unternehmen oder Teile davon erwerben und Restrukturierungsvorschläge unterbreiten.

Die drei Bevollmächtigten sollen prüfen, ob Alitalia saniert werden kann oder aufgelöst werden muss. Die italienische Regierung hat eine Verstaatlichung des Traditionsunternehmens ausgeschlossen.

Konkurrenz zeigt wenig Interesse

In der Branche zeichnete sich kein grosses Interesse an einer Übernahme ab: Konkurrenten wie Lufthansa, Norwegian Air, Air France-KLM haben bereits abgewunken.

Als einer der wenigen möglichen Käufer wurde in Medienberichten Qatar Airways genannt. Als Hürde gilt dabei, dass Investoren ausserhalb der EU maximal 49 Prozent an einer europäischen Fluggesellschaft halten dürfen, ohne Landerechte zu verlieren.