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Wirtschaft Amazon: Mitarbeiter streiken im Weihnachtsgeschäft

Im grössten deutschen Logistikzentrum des Online-Händlers Amazon haben Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft Verdi will mit dem Streik bessere Anstellungsbedingungen erreichen – und setzt darauf, das Weihnachtsgeschäft empfindlich zu stören.

Streikende mit Fahnen vor dem Verteilzentrum in Bad Hersfeld.
Legende: Gleiches Bild wie vor einem Jahr: Amazon Mitarbeiter streiken in Bad Hersfeld (Bild: Dezember 2013). Keystone

Seit Mitternacht haben rund 300 Mitarbeiter im grössten deutschen Logistikzentrum des Online-Händlers im hessischen Bad Hersfeld die Arbeit niedergelegt. Laut einer Verdi-Sprecherin rechnet die Gewerkschaft bis zum Abend mit bis zu 450 Streikenden. Der Streik soll den ganzen Tag andauern.

Und dies mitten im Weihnachtsgeschäft: Der Online-Riese wirbt derzeit nämlich mit Rabattangeboten im Rahmen der «Cyber Sunday»-Woche. Dadurch seien Auftragsvolumen und Arbeitsdruck noch einmal «deutlich angestiegen», wie Verdi erklärt. Nun wolle man den Druck auf Amazon im Weihnachtsgeschäft erhöhen:
«Solange Amazon den Beschäftigten den Respekt und Schutz durch Tarifverträge verweigert, werden wir den Druck aufrechterhalten.»

Amazon verweigert Verhandlungen

Somit muss Amazon mit weiteren Streikaktionen rechnen. Ob der heutige Streik auch am Dienstag fortgesetzt wird oder andere Standorte sich dem Kampf anschliessen, verrät Verdi aber nicht.

Amazon selbst erklärt, dass «die Mehrheit der Arbeiter regulär und sehr engagiert» arbeite. Tatsächlich sind am Standort Bad Hersfeld alleine mehr als 3000 Mitarbeiter angestellt. Dennoch ist sich Verdi sicher, der Versandhändler könne mit dem Arbeitskampf «empfindlich» getroffen werden.

Seit Ostern 2013 will die Gewerkschaft Amazon dazu bringen, seine Mitarbeiter unter einem neuen Tarifvertrag anzustellen – zu Bedingungen, die im Versand- und Einzelhandel üblich sind. Amazon hingegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Massstab, in der weniger bezahlt werden muss.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Verdi versucht, mit immer neuen Streikaufrufen im wichtigen Weihnachtsgeschäft, die Auslieferung von Paketen zu bremsen. Nach Darstellung der Gewerkschaft weigert sich Amazon kategorisch, Verhandlungen über einen Tarifvertrag aufzunehmen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Die Mitarbeitenden von Amazon verdienen einen Hungerlohn. Das ist ein politisches Dauerthema in D. Es ist auch mit ein Grund, weshalb die Rentenbeiträge nicht genügen, die betroffenen Menschen Sozialhilfe zur "Aufstockung" ihrer Löhne brauchen und viele sich mit Streik wehren.
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  • Kommentar von Tobias Müller, Bellach
    Als deutscher Staatsbürger sage ich nur, dass sich die Gewerkschaften erneut selber das Laben schwer machen und schaden. Wenn die deutschen Unternehmen dann ins Ausland abwandern, wird früher oder später auch kein Geld und Berechtigung für Gwerkschaften da sein! Überal das gleiche, man will jedes Jahr mehr und vergisst hier, dass die Unternehmer das Risiko tragen und auch das Ziel der Nachhaltigkeit verfolgen. Natürlich gibt es auch andere Unternehmen, welche nur den Profit sehen.
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    1. Antwort von c.jaschko, Bern
      Ich denke das es in Deutschland nur ein einziges Problem gibt: Kriegerische Angela Merkel die sich nicht um die deutsche Wirtschafft kuemmert sondern um die Russische und vor allem um die Amerikanische :-) Jetzt hat die Dame sogar den Franzosen und Italienern eine ausgeteilt wie die sich um eigenen Haushalt zu sorgen haben :-) Die Ueberhaeblichkeit kennt keine Grenzen und es wird einen Schuss nach hinten geben :-) In Europa halten alle Deutschland fuer die miessen Zustaende verantwortlich :-)
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    2. Antwort von Hanspeter Schwarb, Eiken
      Herr Müller , Amazon bezahlt in Deutschland keine Steuern. Die Gewinne werden durch einen Trick nach Luxemburg transferiert und dort zu weniger als 1% versteuert . Es wäre den Gewerkschaften in Deutschland zu wünschen , sie wären erfolgreicher. Es herrschen dort prekäre Arbeitsverhältnisse. Man kann mit fug und recht behaupten, dass Deutschland zu einem Billiglohnland verkommen ist. Mit allen Konsequenzen für Europa und die Deutsche Arbeitnehmerschaft.
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  • Kommentar von Hans-Ruedi Moser, Oberglatt
    Das Vorgehen der deutschen Gewerkschaften (siehe Lufthansa, Deutsche Bahn,....) macht die nicht Bereitschaft zum verhandeln von Amazon sehr vertsändlich !
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    1. Antwort von Hanspeter Schwarb, Eiken
      Herr Moser, so zur Information. Ein Lokführer verdient in Deutschland 1750 Euro netto nach 20 Dienstjahren. Solche Nachrichten erfährt man nicht einfach so. Sie passen halt nicht ins Bild, lieber beschimpft man diese Leute
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    2. Antwort von c.jaschko, Bern
      H.S. 90% aller Arbeitslosen in Deutschland die "nie" einen Job hatten sind Neo-Nazies welche fast gleiches Geld erhalten wie der Lockfuehrer aus ihrem Beispiel :-) So etwas verschweigt man dort auch gerne :-) Deutschland hat den Weg verloren :-)
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