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Lindt & Sprüngli in Russland in den Negativschlagzeilen
Aus Heute um Vier vom 06.12.2019.
abspielen. Laufzeit 01:20 Minuten.
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Angeblich minderwertige Ware Russland nimmt Lindt & Sprüngli ins Visier

  • Die Kritik der russischen Wettbewerbsbehörde ist happig: Lindt & Sprüngli soll in Russland Schokolade von schlechterer Qualität verkaufen.
  • Das Schweizer Unternehmen wehrt sich gegen den Vorwurf: Die Produkte entsprächen den gleichen Qualitätsstandards wie im Rest von Europa.
  • Lindt & Sprüngli hat nun 30 Tage Zeit, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die russische Wettbewerbsbehörde stützt ihre Anschuldigungen auf Labortests. Dort wurden bei gewissen organischen Säurewerten starke Abweichungen festgestellt – Abweichungen im Vergleich zu jener Schokolade, die in anderen europäischen Ländern verkauft wird. Die Behörde wertete die Abweichung als Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten, weil die Unterschiede auf der Packung nicht entsprechend ausgewiesen seien. Deshalb wurde Lindt & Sprüngli verwarnt. Die Firma hat nun 30 Tage Zeit, das Problem zu lösen.

Herstellung nach gleichem Rezept

Eine Sprecherin von Lindt & Sprüngli schrieb auf Anfrage von SRF, alle Produkte, die in die Russische Föderation geliefert würden, entsprächen den gleichen Qualitätsstandards wie im Rest von Europa. Und alle Produkte, die auf dem russischen Markt erhältlich seien, würden in Werken in Europa hergestellt – nach standardisierten Rezepturen und unabhängig vom Produktionsstandort oder dem Land, in dem sie verkauft werden.

Die unterschiedlichen Säurewerte kann sich der Schweizer Schokoladenhersteller nicht erklären. Man sei aber im Kontakt mit der Behörde, um herauszufinden, welche Parameter diese genau getestet habe.

Auch Ariel und Persil beanstandet

Die Behörde nahm nicht nur Schweizer Schokolade unter die Lupe, sondern auch Waschmittel der Marken Ariel und Persil. Auch dort seien Abweichungen festgestellt worden. Die entsprechenden Hersteller wurden ebenfalls verwarnt. In der Vergangenheit kam auch aus anderen osteuropäischen Ländern wiederholt der Vorwurf, dass westliche Hersteller im Osten systematisch minderwertige Produkte verkaufen würden.

Eine Untersuchung der EU im Sommer stützte diesen Vorwurf allerdings nicht. Zwar stellte die EU bei neun Prozent der untersuchten Produkte tatsächlich eine unterschiedliche Zusammensetzung fest. Doch dies bedeute nicht zwangsläufig, dass die Qualität schlechter sei. Vielmehr würden manche Konzerne ihre Produkte an die lokalen Geschmäcker anpassen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Vielleicht ist er einfach zu wenig Vodka drin? Oder hat man nicht die richtige Leute, das richtige Geschenk gemacht? Dazu kommt das die meiste betrieben, die Produkten anpassen an der Geschmack der Leute. Z.B. bei die Briten wird vielmal mehr Zucker verwendet als hier in der Schweiz.
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  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    Also die Antwort einer Sprecherin von Lindt & Sprüngli ist mehr als bizarr. Wenn die russische Wettbewerbsbehörde in ihren Labortests einen starken Unterschied bei gewissen organischen Säurewerten feststellt, im Vergleich zu jener Schokolade, die in anderen europäischen Ländern verkauft werden, dann sind die Parameter klar definiert - das Gleichgewicht zwischen Base und Säure. Die Frage ist eigentlich, mit welchen unterschiedlichen Methoden diese Messungen zur Bestimmung des pH-Wertes erfolgte?
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    1. Antwort von Robert Frei  (RFrei)
      Praktisch jeder Fruchtsaft enthält Säure und hat einen sauren pH-Wert. Die bekanntesten Säuren in Nahrungsmitteln sind Essigsäure und Zitronensäure. Nix von Gleichgewicht zwischen Base und Säure. Eine Limonade ohne Säure ist picksüss, und schmecht erst wenn die richtige Menge Säure dazu gegeben wird. Der Säureanteil ist mitbestimmend für den Geschmack, und dieser variiert mit dem Kulturkreis. Möglich, dass man für Russland den Geschmack hier so aufs lokal Übliche tunt. Ist das verwerflich?
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    2. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Robert Frei, bitte ersetzen Sie 'Gleichgewicht' mit 'Verhältnis' (= mein Fehler), da ich keinen expliziten ph-Wert meinte, schon gar nicht einen neutralen ph-Wert für Schokolade. Es geht um den Parameter (Säurewert) an und für sich, der variable Werte haben kann, wie eben die russische Wettbewerbsbehörde in ihren Labortests im Vergleich zu anderen europäischen Ländern feststellte. Normalerweise ist Milchschokolade ja sauer, mit einem ph-Wert von ca. 2,4 und scheinbar gibt es da nun Unterschiede.
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  • Kommentar von Kurt Häfliger  (kurto1956)
    Bekanntlich lässt sich über Geschmack streiten. Lindt&Sprüngli ist eine Traditionsmarke mit Federer Werbung aber deswegen immer noch eine schlechte Schoggi weil viel zu süss, klebrig und ein Einheitsbrei selbst die Premium-Sorten - kann jeder gerne in einem Blind-Selbst-Test herausfinden! Ist übrigens auch eine lustige Party/Abend/Freunde-Action...
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    1. Antwort von B. Moser  (moser.b)
      Das Conchieren wurde 1879 durch Rudolf Lindt entwickelt und war der Meilenstein für die heutige Schweizer-Schokoladenindustrie! Ohne diese Entwicklung wäre dieser weltweite Erfolg undenkbar! Und Herr Lindt hatte damals die Gesundheitsförderung durch Schokolade, gerade nicht auf dem Schirm. Sorry
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