Apple bleibt auf iPhones sitzen

Für den kalifornischen Technologiekonzern ging es lange nur aufwärts, jetzt muss er den ersten Umsatzrückgang seit 15 Jahren verkraften. Wegen der wachsenden Konkurrenz vor allem aus Asien hat er im letzten Geschäftsjahr fünf Prozent weniger Smartphones verkauft.

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Post schliesst Filialen

2:32 min, aus Tagesschau am Mittag vom 26.10.2016

Apple hat im letzten Jahrzehnt einen fast märchenhaften Aufstieg zum wertvollsten Konzern der Welt hingelegt. Zu verdanken hat das der kalifornische Konzern vor allem einem Produkt: dem iPhone. Doch die bewährte Erfolgsformel hat zuletzt nicht mehr so gut funktioniert.

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Die Baustellen von Apple

Apple erhofft sich mit der Lancierung neuer Produkte wieder Tritt zu fassen. Tatsächlich kämpft das wertvollste Unternehmen der Welt aber mit mehreren Problemen und steht unter Druck. Ein Überblick.

Das letztjährige Modell, das iPhone 6S, kam nicht gut an. In China – Apples am stärkstem wachsendem Markt – brachen die Umsätze im Schlussquartal sogar um fast ein Drittel ein. Der Technologiekonzern hat in den letzten drei Monaten insgesamt zwar noch 45,5 Millionen Smartphones verkauft, aber der Abstand zur Konkurrenz wird kleiner.

Zusatzdienste liefen besser

Deutlich besser lief das Geschäft mit Zusatzdiensten, wie Apps. Im gerade abgelaufenen Gesamtjahr blieb unter dem Strich ein Umsatzrückgang – der erste seit 15 Jahren. Auch der Gewinn ging kräftig zurück, auf rund 46 Milliarden Dollar.

Apple-Chef Tim Cook richtet den Blick daher lieber nach vorn: Die Nachfrage nach dem neuen Modell iPhone 7, das erst kurz vor Ende des Geschäftsjahres auf den Markt gekommen ist, sei gross. Das könnte das laufende Weihnachtsquartal beflügeln, wie Cook hofft.
Ob der Konzern von den Problemen beim Konkurrenten Samsung profitieren kann, sei noch nicht abzusehen. Die Südkoreaner mussten das neue Modell Galaxy 7 nach Bränden aus dem Verkehr ziehen. Auch für Samsung sind die märchenhaften Zeiten vorbei.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Google vs. Apple

    Aus 10vor10 vom 6.10.2016

    Google und Apple liefern sich ein Duell um digitale Dominanz, welches unter anderem darüber entscheiden wird, wer in Zukunft über unsere Daten herrscht. Das hat Folgen rund um die Welt - auch in der Schweiz.

  • Apple und die EU

    Aus Trend vom 3.9.2016

    Apple habe von Irland Steuergeschenke erhalten. Das sei illegal und Apple müsse deshalb 13 Milliarden Euro nachzahlen, hat die EU-Wettbewerbskomissarin Margrethe Vestager entschieden. Die Dänin stand damit in den Schlagzeilen. Wer ist diese Frau und was hat sie sonst noch vor?

    Susanne Giger und Oliver Washington