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Arbeit im digitalen Zeitalter Die meisten KMU haben keine Weiterbildungsstrategie

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur jedes zehnte KMU in der Schweiz hat eine Strategie für Weiterbildungen, wie eine Studie zeigt.
  • Der Präsident des Verbandes für Weiterbildung, SP-Nationalrat Matthias Aebischer, fordert eine Anschubfinanzierung vom Bund. Doch diese Idee ist umstritten.

Gerade einmal zehn Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen haben eine Strategie für Weiterbildungen. Dies zeigte unlängst eine Studie des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung, Link öffnet in einem neuen Fenster. Dessen Präsident, SP-Nationalrat Matthias Aebischer, will, dass nun der Bund Gas gibt. Zumal seit anderthalb Jahren ein Weiterbildungsgesetz gelte und dafür noch kein Geld geflossen sei.

Der Bund solle ähnlich handeln wie 2003 bei den Krippenplätzen, sagt Aebischer. Mit einer Anschubfinanzierung hatte der Staat mitgeholfen, Krippenplätze zu schaffen. «Es braucht einen Anschub, damit die kleinen und mittleren Betriebe in der Schweiz endlich begreifen, dass die Weiterbildung die Zukunft ist.» Für diese Anschubfinanzierung für Weiterbildungen soll der Bund für einen Zeitraum von vier Jahren einen Fonds mit 20 Millionen Franken äufnen.

Digitalisierung krempelt alles um

Auch Jürg Zellweger vom Schweizerischen Arbeitgeberverband weiss, wie wichtig Weiterbildung ist. Denn Arbeitnehmende werden sich im Laufe der Digitalisierung auf neue Aufgaben spezialisieren müssen.

Einem finanziellen Engagement des Bundes steht Zellweger hingegen skeptisch gegenüber. Anders als Matthias Aebischer ist er aber überzeugt davon, dass die Weiterbildungsfrage in den Unternehmen funktioniert. «Die Weiterbildung ist weitgehend privat finanziert. Diese Kraft der Wirtschaft, dieser Investitionsgedanke wird auch weiterhin bestehen, und er wird noch wichtiger werden.»

Parlament ist am Zug

Würde der Bund Geld in die Weiterbildungen von Unternehmen stecken, würde er bei den Inhalten mitreden wollen. Und das möchte Zellweger nicht. Über die Idee dieser Anschubfinanzierung werden wohl die eidgenössischen Räte entscheiden, wenn sie die nächste Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation behandeln.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Jede Person könnte das ja auch selber in die Hand nehmen, denn jeder hat wohl ein bisschen eine andere Vorstellung von seiner weiteren Entwicklung. Warum sollen immer die Arbeitgeber? Sind die Arbeitnehmer dafür zu faul, sind sie es auch für vieles andere!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    'Auch .... vom Schweizerischen Arbeitgeberverband weiss, wie wichtig Weiterbildung ist.' Schon klar denn erstens ist ein lukrativer Markt. Zweitens ist es einer, der die Menschen ready, gebrauchsfertig für einen flexiblen, unfairen, gnadenlosen, globalisierten 'Arbeitsmarkt' weichklopft. Nicht nur, dass man sich weiterzubilden hat, man muss oftmals einen mit den neusten Erkenntnissen der Verhaltenspsychologie entlehnten Newmanagmentergüssen über sich ergehen lassen.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Was sagte schon der alte Newton zu seinen Studenten ? Zu oft habe ich das Gefühl, ich spreche mit den Wänden - die seltenen Anlagen bilden sich selbst. Diese Feststellung von Newton hat zu allen Zeiten hohe Gültigkeit. Wir brauchen Frühbildung 5. bis 14. Lebensjahr Schulen, die das logische Denken und neben der Muttersprache, die Englische Sprache in Wort und Schrift lehren. Der Rest ist lernen beim interessierten Tun -also reines Fachwissen, das sich ständig weiter entwickelt.
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