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Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit
Aus Tagesschau vom 08.07.2021.
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Arbeitsmarkt Arbeitslos auf lange Zeit

Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat sich im Juni weiter verbessert. Seit dem Beginn der Pandemie fiel die Arbeitslosenquote erstmals unter drei Prozent. Genau hinzuschauen lohnt sich aber. Denn, ein Wermutstropfen bleibt: die Langzeitarbeitslosigkeit.

Die Wirtschaft brummt momentan. Das zeigt auch der Blick auf den Arbeitsmarkt. Im Juni betrug die Arbeitslosigkeit noch 2.8 Prozent. Seit Anfang Jahr ist das ein Rückgang von über einem Prozentpunkt. Doch nicht alle spüren diesen Aufschwung. Die Zahl der Menschen, die seit über einem Jahr bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) angemeldet sind und damit als langzeitarbeitslos gelten, ist so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Boris Zürcher, der Leiter der Direktion Arbeit des Seco, zieht die Corona-Bilanz: «Im Vergleich zum Vorkrisen-Niveau hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit mehr als verdoppelt. Und auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist auf über ein Viertel gestiegen.» Waren vor der Pandemie rund 14'000 Personen langzeitarbeitslos, sind es momentan gut 34'000.

Die Ursachen für den markanten Anstieg sind für Zürcher indes klar: «Im Lockdown wurden keine Leute angestellt. Dadurch verblieben die Leute in der Arbeitslosigkeit. Zum anderen wurde der Taggeldbezug deutlich ausgeweitet, wodurch die Arbeitslosen über neun Monate zusätzlich Taggeld erhalten. Das alles wirkt sich dann auf die Langzeitarbeitslosigkeit aus.»

Eine hohe Langzeitarbeitslosigkeit – das birgt Gefahren. Je länger man vom Arbeitsmarkt weg ist, umso schwieriger ist es auch wieder Fuss zu fassen. Deshalb habe die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco hohe Priorität.

Höchststand erreicht

Gleichzeitig gebe es Grund zur Hoffnung: «Wir glauben, dass die Langzeitarbeitslosigkeit, in absoluten Zahlen, ihren Höhepunkt erreicht hat. Wir sehen bereits wieder einen leichten Rückgang. Wenn aber die Arbeitslosigkeit insgesamt sinkt, wird der Anteil der Langzeitarbeitslosen prozentual noch etwas ansteigen.»

Auf längere Frist geht man in Bern denn auch nicht davon aus, dass die Langzeitarbeitslosigkeit sich auf einem solch hohen Niveau verfestigen wird. Der Grund für den Optimismus: Die Zahl der offenen Stellen habe mit über 60'000 einen Rekordwert erreicht.

Arbeit gibt es also wieder genug. Nun gilt es die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenzubringen.

Tagesschau, 8.7.2021, 19.30 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Mattias Derungs  (Mattias Cristian Derungs)
    Bei dieser Gelegenheit würde ich gerne einmal den CEO's und HRM's eine pers. Frage stellen: Es wird in jüngster Zeit immer wieder erfolglos über die Sanierung unserer Sozialversicherungen (1. und 2. Säule) politisiert und diskutiert. Zum Einen über die Erhöhung des Rentenalters der Frau, zum Andern über Lohngleichheit etc. Diese Lösungsansätze sind alle nur ein Tropfen auf den heissen Stein, solange wir das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht gelöst haben! Man rechne mal, was das kostet!!
    1. Antwort von Yvonne Abt  (YvonnedieDreizehnte)
      @Derungs: Welche Frage wollten Sie uns jetzt tatsächlich stellen?
    2. Antwort von Mattias Derungs  (Mattias Cristian Derungs)
      Sehr geehrte Frau Abt, soll ich Ihnen mal vorrechnen wie viele Jahre man ALV-Beiträge einbezahlen muss, um einen Monat Leistungen der ALK zu erhalten? Bei einem Bruttojahreslohn von CHF 90'000.- beträgt der jährliche Beitrag ca. CHF 2'000.- (2.2% AG+AN-Anteil) D.h. um 1 Monat Leistungen der ALE zu beziehen, müsste man in diesem Fall > 2,5 Jahre Beiträge einbezahlen. Somit kostet ein 55-jähriger Langzeitarbeitsloser die Allgemeinheit bei voller Rahmenfrist > CHF 126'000.-! (60-72 Beitragsjahre)
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Das ist seit Jahrzehnten die Crux, dass die neoliberale Wirtschaft sich von der Politik weggestrampelt hat - "erfolgreich", aber eben leider nicht darauf bedacht, das Gefälle Reich-Aermer; Aelter-Jünger nicht grösser werden zu lassen. Es werden einige reich und reicher, viele nicht, eher das Gegenteil. Und ich weiss von einer Ü50-Frau, die wegen Corona aus dem Arbeitsprozess herausfiel aus wirtsch.Gründen; die Wirtschaft hilft dieser Frau überhaupt nicht.Schlimm! Unsolidarisch. Zu alt=zu teuer.
  • Kommentar von Fabio Scheidegger  (Fabioski)
    Wir als treue Bürger glauben an die Aussagen unserer Politik! Der Markt reguliert sich selbst ist seit Jahren das Dogma ;)