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Baumeisterverband kämpft um Bauprojekte
Aus Rendez-vous vom 25.02.2021.
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Auch Baubranche leidet Baufirmen hoffen auf mehr Staatsaufträge

Im letzten Jahr wurde weniger gebaut – auch wegen Corona. Auch die öffentliche Hand hat weniger Bauten in Auftrag gegeben.

2020 war das schwächste Baujahr seit fünf Jahren. Die Umsätze des Bauhauptgewerbes sanken um knapp sechs Prozent auf 19.5 Milliarden Franken.

Der Rückgang schmerze, sagte Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands, an einer Onlinekonferenz. «Im Vergleich zu anderen Branchen steht die Baubranche aber trotzdem noch gut da.»

Diagramm.
Legende: Totalumsatz im Baugewerbe in den letzten Jahren.2020 war seit fünf Jahren das schlechteste. sbv

Schon im laufenden Jahr dürften die Umsätze der Baumeister wieder leicht steigen. Bedingung sei, dass Bund, Kantone und Gemeinden als wichtige Bauherren an ihren bereits aufgegleisten Projekten festhielten, sagt Lardi. «Der Staat sollte sich in konjunkturell schwierigen Zeiten nicht zurückziehen.» Er sollte sich antizyklisch verhalten, sagt der Baumeister-Verbandspräsident.

Lardi: Öffentliche Hand in der Verantwortung

Doch: «Wir stellen fest, dass die Auftragseingänge um zwei Prozent zurückgegangen sind.» Das schmerze, denn die öffentliche Hand sei für etwa die Hälfte aller Umsätze im Bauhauptgewerbe verantwortlich.

Hinzu komme, dass in vielen ländlichen Gebieten das Baugewerbe oft einer der wichtigsten Arbeitgeber sei, sagt Lardi. Diese Arbeitsplätze dürften nicht gefährdet werden. Bund, Kantone und Gemeinden stünden hier in der Verantwortung. Dazu gehörten auch staatsnahe Betriebe wie die SBB, die unlängst Bauprojekte sistiert habe – sehr zum Ärger der Branche.

Grosser Preisdruck auf dem Bau

Klaus Abberger von der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich hat Verständnis für die Baumeister. Die öffentliche Hand sei ein finanzkräftiger Bauherr. Da sei es wichtig, dass dieser seine Bauprojekte nicht auch noch aufschiebe. «Er sollte für eine gewisse Stabilisierung in den unsicheren Zeiten sorgen.»

Private Unternehmer hielten sich derzeit zurück mit Bauen. Und der Wohnungsbau habe schon vor der Corona-Pandemie geschwächelt. Man dürfe sich aber nichts vormachen, sagt Abberger: «Die Zeit der grossen Zunahme bei der Bautätigkeit ist vorüber.» Das sei schon vor Corona klar gewesen. Und da könne der Staat natürlich nicht für vollständigen Ersatz sorgen.

Hinzu kommt: Im Baugewerbe gibt es grosse Überkapazitäten, der Preisdruck ist enorm. Damit ist klar, dass der Druck auf viele Baufirmen vorerst nicht kleiner wird. Auch, wenn die Coronakrise dereinst überwunden ist.

Chart.
Legende: Vor allem beim Wohnungsbau ist im letzten Jahr ein deutlicher Umsatzeinbruch zu verzeichnen. sbv

SRF 4 News, Rendez-vous vom 25.2.2021

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König  (Hans König)
    Es ist höchste Zeit, dass dieser Bauwahnsinn der letzten Jahre zurückgefahren wird. Weniger Bauen wäre auch Umweltschutz! Die masslose Einwanderung ist auch auf die Bauüberhitzung zurückzuführen.
  • Kommentar von marc rist  (mcrist)
    Es ist ganz einfach. In der Schweiz gibt es zu viele Baufirmen, viel zu viele. Eine Korrektur ist längst überfällig. Auch ein Hr. Lardi wird das irgendwann noch begreifen.
  • Kommentar von Andreas Diethelm  (Okapi)
    Empfehlungen des SBV, wie sich der Staat konjunkturell zu einzustellen habe, sind bestimmt wertvoll, dennoch würde irren wer meint, es sei Staatsaufgabe, vom Baugewerbe erzeugte Überkapazitäten zu bewirtschaften. Strukturbereinigungen waren stets wieder notwendig, es trifft früher oder später jede Boombranche. Je früher sie darauf reagiert, desto besser für den Arbeitsmarkt. Arbeitsplätze werden nicht durch Zurückhaltung der öffentl. Hand gefährdet, sie gehören einfach zur Überkapazität.