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Esther Heldstab belebt das Dorf
Aus Schweiz aktuell vom 23.01.2019.
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Auch während WEF geöffnet Souvenirladen hält die Stellung und verzichtet auf viel Geld

Viele Davoser Geschäftsleute vermieten ihre Läden während des WEF für fünfstellige Summen. Nicht so Esther Heldstab.

Seit mehr als 15 Jahren betreibt Esther Heldstab ihren Souvenirshop an der Promenade in Davos – auch während des WEF, wenn praktisch alle anderen Läden temporär schliessen. «Dort, wo jetzt eine Bank eingemietet ist, ist sonst eine Gallerie», sagt Heldstab. Auch den Sportladen oder mehrere Kleiderläden sucht man während des WEF vergeblich. Denn Konzerne bieten viel Geld für die Miete der Lokalitäten, in denen sie während des Forums Kunden empfangen.

Esther Heldstab blickt auf die Passage in Davos.
Legende: Esther Heldstab hält die Stellung – während andere Läden in der Passage in Davos für viel Geld vermietet werden. SRF

Auch Heldstab hätte ihren Laden schon mehrmals untervermieten können. «Sie wollten mir einen hohen fünfstelligen Betrag dafür zahlen.» Aber der Aufwand, den Laden für die zwei oder drei Wochen ganz auszuräumen, sei zu gross. Und der Umsatz während des WEF sei doppelt so hoch wie sonst – das lohne sich allemal.

John Kerry und Nicolas Sarkozy zu Gast

Die Arbeit während des WEF sei eine spannende Zeit, sagt Heldstab. In diesem Jahr kam etwa die Sekretärin des Präsidenten von Ecuador in den Laden. Via Handy führte sie ihren Chef durch das Geschäft. Dieser entschied sich für zwei Babybodys. «Sorry, Mädchen. Mein Vater sagt, ich darf erst mit euch ausgehen, wenn ich 30 bin», steht drauf. «Schon etwas heikel», bemerkt Heldstab trocken.

Auch John Kerry oder Nicolas Sarkozy waren schon zu Gast. Dass sie Letzteren nicht erkannte und mit seinem Konkurrenten der französischen Präsidentschaftswahl von 2007, Jean-Marie Le Pen, verwechselte, sorgte bei anwesenden Kindern für Gelächter. «Ich sagte dann, dass sie auch nicht wüssten, in welchen Parteien unsere Bundesräte seien. Sarkozy stimmte zu: ‹Vraiment, vraiment, Madame›.»

Esther Heldstab zeigt einen blauen Pullover mit Schweizerkreuz, den John Kerry gekauft hat.
Legende: Diesen Pullover hat John Kerry vor zwei Jahren für seine Enkel gekauft. SRF

Im Souvenirladen gibt es Praktisches, aber auch viel Kitschiges. Am besten verkaufen sich Magnete und alles, was mit Davos angeschrieben ist. Kaufkräftige Kundschaft hin oder her: Die Preise im Souvenirladen bleiben immer dieselben.

Über die Jahre habe sie nun viel Stammkundschaft, erzählt Heldstab. Eine Frau kaufe jedes Jahr für 2000 bis 3000 Franken ein. Die Tage während des WEF sind für die Ladenbesitzerin hart, vor 20 Uhr schliesst sie selten. Trotzdem: Den Laden zu vermieten, kommt für Heldstab nicht infrage. «Jemand muss doch noch offen haben und das Dorf ein bisschen beleben.»

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Jerome Bosshard  (J. Bosshard)
    Also ich verstehe diese Doppel Moral nicht, die meisten in unserem Land schätzen den Wohlstand in unserem Land, offen oder verdeckt, sehr.
    Die Preise sind gestiegen, nun den wir sind eine freie Marktwirtschaft „Angebot und Nachfrage „ wo bitte sehr ist das Problem.
    Ich mag es jedem gönnen der in Davos ein gutes Geschäft macht, nur schon wegen der Unannehmlichkeiten.
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  • Kommentar von Walter Haller  (wh)
    Frau Heldstab «verzichtet» einerseits auf die Vermietung ihres Ladengeschäfts - andererseits erhält sie von SRF einen Werbespot der in der vorliegenden Länge wahrscheinlich auch einen fünfstelligen Betrag kosten würde. Mit dem zusätzlichen Umsatz über die tollen Tage entsteht wohl eine so genannte Win-Win-Situation für die clevere Geschäftsfrau.
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  • Kommentar von Benito Boari  (Antoine)
    Der Metzger könnte den Laden Bolsonaro vermieten.
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