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Legende: Video Schweizer Frauen hinken in Berufslaufbahn hinterher abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
Aus 10vor10 vom 27.08.2019.
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Ausländerinnen arbeiten mehr Schweizer Frauen hinken hinterher

Vereiteln alte Rollenbilder die Karriere von Schweizerinnen? Eine Studie kommt zu dem Schluss und fordert Konsequenzen.

Schweizer Frauen sind in Sachen Karriere schlechter gestellt. Nicht nur im Vergleich zu Männern, sondern auch im Vergleich zu ihren ausländischen Kolleginnen. Unter anderem, weil Schweizerinnen in tieferen Pensen als Ausländerinnen arbeiten.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von «Advance» und der Universität St. Gallen. Die Analysen des dortigen «Competence Centre for Diversity & Inclusion» zeigen zudem auch, dass ein höherer Beschäftigungsgrad zu einer besseren Vertretung in Kaderpositionen führt. Die tieferen Pensen der Schweizerinnen hätten also einen negativen Einfluss auf ihre Aufstiegsmöglichkeiten.

Daten von 263’000 Mitarbeitenden aus 55 Unternehmen

Der «Gender Intelligence Report» wird jährlich von der Organisation «Advance» zusammen mit dem Kompetenzzentrum für Diversity und Inklusion der Universität St. Gallen publiziert. Der Bericht erscheint 2019 zum dritten Mal. Es wurden Daten von 263’000 Mitarbeitenden aus 55 Unternehmen ausgewertet.

Bei den Frauen nimmt der Anteil an Ausländerinnen mit steigender Kaderstufe zu. Von 27 Prozent im Nicht-Kader steigt er auf 39 Prozent in den höheren Kaderpositionen. Zudem haben Ausländerinnen eine höhere Wahrscheinlichkeit, eine Kaderposition zu erreichen.

Legende: Video Professorin Gudrun Sander: «Grund für Unterschiede sind kulturelle Unterschiede bei der Betreuung der Kinder» abspielen. Laufzeit 00:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.08.2019.

Dies erstaunt die Macher der Studie laut eigener Aussage, denn die Zahl der gut qualifizierten Frauen in der Schweiz sei hoch.

Ein Erklärungsmodell der Forscher sieht das traditionelle Rollenbild sowie stereotype Vorstellungen von Eltern- bzw. Mutterschaft als Ursache. «In anderen Kulturen ist es sehr viel üblicher, Kinder von Drittpersonen betreuen zu lassen», sagt Gudrun Sander, Professorin an der Universität St. Gallen.

In der Schweiz hingegen sei zumeist nur die Mutter für die Kinderbetreuung verantwortlich. Das würde dazu beitragen, dass es vor allem Schweizerinnen sind, die in tieferen Pensen arbeiten und dadurch für den Aufstieg aus dem Rennen fallen.

Legende: Video Kaderfrau Anita Eckardt fordert: «Politik muss Familien unter die Arme greifen» abspielen. Laufzeit 00:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 27.08.2019.

Um das wett zu machen, müssten Schweizerinnen ihren Beschäftigungsgrad erhöhen. Bei den an der Studie teilnehmenden Unternehmen lag dieser bei 85 Prozent – nötig wären in den heutigen Strukturen 5 bis 10 Prozentpunkte mehr. Die Unternehmen ihrerseits müssten vor allem flexiblere Arbeitszeitmodelle anbieten, damit die Familienbetreuung gewährleistet werden kann.

Gefordert sei deshalb die Politik, meint die Dänin Anita Eckardt, die ab September in der Geschäftsleitung des Baukonzerns Implenia sitzt. «Hier müssten Schritte auf den Weg gebracht werden, damit den Familien unter die Arme gegriffen wird und es einfacher ist, das Familienleben zu gestalten, wenn beide Elternteile berufstätig sind.»

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Irene Dirren  (Rugi64)
    "Schweizer Frauen hinken hinterher".Vielleicht wäre ein anderer Titel besser. Z.B. "Schweizer Frauen gehen voraus". Weil sie begriffen haben, dass Karriere nicht das höchste der Gefühle ist. Der höchste Beitrag von Mann/Frau in unserer Gesellschaft ist und bleibt die Betreuung der Kinder. Fremdbetreuung (Krippe/Tagesschule) sollte meines Erachtens nicht die Regel sein. Elternliebe ist sehr wichtig! Wer Karriere machen will Mann/Frau sollte evtl. auf Kinder verzichten.
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    1. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Ihre Gedanken zum Titel waren auch meine ersten Gedanken. Jetzt sollte es einfach noch möglich gemacht werden, dass auch die Männer vermehrt diese Möglichkeit haben. Flexibilität, die den Arbeitenden und damit den Familien entgegenkommt und nicht immer nur den Firmen.
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  • Kommentar von Timotheus Widmer  (Timotheus Widmer)
    Es beginnt bereits im ersten Satz: "Schweizer Frauen sind in Sachen Karriere schlechter gestellt." Hört das denn nie auf? Erneut werden die Frauen in die Opferrolle gedrängt! Ja, man kann immer eine Diskriminierung etwaiger Art finden, wenn man denn sucht - doch Tatsache ist, dass Frauen in der Schweiz heute alle Türen weit offen stehen und sie Möglichkeiten haben, von denen Frauen in anderen Ländern nur träumen können!
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      In der Tat gibt es Frauen, welche sich lieber selber um ihre Kinder kümmern als diese einfach in der Krippe abzugeben. Wenn dann der Mann auch noch genügend Geld verdient um das zu finanzieren um so besser. Lasst den Frauen (und Ehemännern) die Freiheit über ihre persönliche Lebensweise und Aufteilung der Familienarbeit.
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    2. Antwort von Peter Zurbuchen  (drpesche)
      Ich bin ganz Ihrer Meinung, Herr Bucher. Aber es sollte einfach auch für die Männer möglich sein, sich um die Kinder zu kümmern. So ganz frei ist man in der Wahl der Aufteilung der Familienarbeit leider oft noch nicht. Dort müsste man meiner Meinung nach den Hebel ansetzen.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Beim tollen Bild, zum Thema, auf dem eine Frau mit eleganten Pumps eine Treppe hinauf steigt, fragte ich mich, ob diese Aufnahme nun auch "sexistisch" sei? Ich denke: Wohl kaum, das Bild verbindet doch einfach die "Frauen mit dem "politischen Aufstieg", Richtung "oben"! (Frauen kleiden sich nun einmal gerne reizend und elegant, Punkt!)
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