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Aussichten für Stromkonzerne Lässt sich das viele Weiss vergolden?

Legende: Audio Gute Aussichten für die Stromunternehmen? abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
01:35 min, aus HeuteMorgen vom 13.04.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Pegelstände der Schweizer Stauseen sind vielerorts sehr tief.
  • Der Grund: Die Kältewellen im Januar und März – da wurde viel Strom verbraucht.
  • Somit hat es jetzt viel Platz für das Wasser, das derzeit noch in Form von Schnee in den Bergen liegt.
  • Also gute Aussichten für die Stromunternehmen?
Blick auf den Stausee und die Staumauer Muttsee im Glarnerand.
Legende: Blick auf den Stausee und die Staumauer Muttsee im Glarnerland. Keystone/Archiv

Die Schneedecke in den Alpen ist vielerorts noch haushoch. Verbreitet liegen noch zwei, drei, vier Meter Schnee oder mehr. In diesem Schnee ist auch sehr viel Energie gespeichert – so viel wie zuletzt vor 20 Jahren.

Wenn der Schnee in den kommenden Wochen schmilzt, können die Energieunternehmen aus dem Schmelzwasser theoretisch 16 bis 17 Terawattstunden Strom produzieren – so die Schätzung von Swissgrid, der Betreiberin der Stromnetze. Das ist so viel Strom wie die gesamte Industrie in der Schweiz pro Jahr verbraucht.

Die Aussichten sind nicht schlecht. Wir müssen allerdings abwarten, wie viel Schnee tatsächlich vorhanden sein wird.
Autor: Tobias KistnerMediensprecher Axpo

Die Voraussetzungen für volle Stauseen sind also gut. Bei der Axpo, dem grössten Stromkonzern der Schweiz, relativiert Mediensprecher Tobias Kistner allerdings: «Die Aussichten sind nicht schlecht», sagt er und erklärt weiter: «Wir müssen allerdings abwarten, wie viel Schnee tatsächlich vorhanden sein wird – denn ein Teil davon verdunstet, auch ohne in die Seen zu gelangen – und wie viel Niederschlag wir in den Sommermonaten und im Herbst bekommen werden.» Ähnlich tönt es übrigens auch bei den anderen Stromkonzernen.

Viel Schnee heisst also nicht automatisch volle Stauseen und damit bei den Stromkonzernen auch nicht automatisch volle Kassen. Aber selbstredend tun die Stromkonzerne alles, damit sie das Schmelzwasser vergolden können. «Im Idealfall verkauft man es in den Wintermonaten, dann sind die Aussichten, gutes Geld damit zu verdienen, höher als im Sommer», sagt Kistner.

Im Idealfall verkauft man es in den Wintermonaten, dann sind die Aussichten, gutes Geld damit zu verdienen, höher als im Sommer.

In der Schweiz wird im Winter mehr Strom verbraucht, deshalb sind die Preise in dieser Zeit in der Regel höher. Mit den Stauseen und Pumpspeicherwerken können die Stromkonzerne das Wasser auch so lange zurückhalten.

Erst ab nächstem Herbst verwandelt sich der viele Schnee von heute also tatsächlich auch in Strom – und erst in einem Jahr zeigt sich, ob aus dem vielen Weiss auch viel Gold wurde.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Wasserkraft ist vorallem CO2 neutral und es sollte eigentlich allen klar sein, dass jede dieser Energiefirmen gefördert werden sollte "Heimat und Landschutz" hin oder her!
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    1. Antwort von VIKTOR KRUMMENACHER (vk4103)
      und nicht nur Wasserkraft, auch Solar-, Windenergie und Energie aus Holz gewonnen sind CO2 neutral. Bitte, ausser dem Energie-Fass ohne Boden -es wird nie davon genug haben- gilt es auch noch die Natur und die Landschaft zu schützen! Darin und davon leben wir und unsere Mitbewohner auf Erden!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    'Wasserkraft verschmutzt nicht'. Was den Geist der Menschen eindeutig vernebelt, ist eine Marktwirtschaft der Aneignung, die alles zu monetär verwertbaren Ware degradiert. Eine Logik, die die Welt dermaßen in die Bredouille bringt und die dann nichts Besseres zu bieten hat, als mit der gleichen Logik, das Ganze wieder in Ordnung zu bringen? Kein vernünftiges System baut auf Wachstum ohne Grenzen. So verblendet kann nur eine Marktwirtschaft sein, die sich von der realen Welt verabschiedet hat.
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  • Kommentar von Felix Bosshardt (fbosshardt)
    Wasserkraft, die sauberste Energie die wir in der CH haben, zeitweise sogar fast im Überfluss. Das muss uns einfach einen Preis wert sein. Nur schon um Vögel mordende Windräder zu verhindern. Leider kann ich keinen Stromlieferant wählen der nur mit Wasserkraft liefert. Mir wäre das alleweil einen fairen Preis wert. Aber: Windkraft, nein danke.
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