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Automarkt Europa Neuzulassungen von Autos brechen 2020 massiv ein

  • Das Coronajahr war für den europäischen Automarkt das schlimmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1990.
  • Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Neuzulassungen für Passagierautos im Jahr 2020 um rund ein Viertel, wie der europäische Branchenverband Acea mitteilt.
  • Die zwei Coronawellen mit Lockdown-Phasen sowie die grosse Verunsicherung der Kunden durch die schweren wirtschaftlichen Folgen sorgten für eine Zurückhaltung beim Kauf.

Im Dezember ging die Zahl der in der Europäischen Union neu registrierten Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat um moderate 3.3 Prozent auf 1.031 Millionen Fahrzeuge zurück. In der Schweiz betrug der Rückgang gemäss Branchenvereinigung «Auto Schweiz» 15.4 Prozent. In Deutschland gab es sogar eine Gegenbewegung mit einem Plus von fast 10 Prozent.

Die anderen grossen europäischen Märkte erwischte es schlimmer: In Spanien blieben die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr praktisch stabil, in Frankreich sanken die Zahlen um fast 12 Prozent. Auf dem italienischen Automarkt gab es ein Minus von fast 15 Prozent.

Daimler musste im Dezember bei den Neuzulassungen in der Europäischen Union ein Minus von knapp 15 Prozent hinnehmen, womit die Stuttgarter unter den deutschen Autobauern am schlechtesten dastanden. Bei BMW waren es minus 6.2 Prozent. Die Volkswagen Gruppe konnte dagegen mit einem Plus glänzen – sie brachten fast 10 Prozent mehr Autos auf die Strasse. Die Opel-Mutter PSA legte um knapp 3 Prozent zu, Renault verzeichnete ein Minus von 13 Prozent.

Negativrekord im April

Der Blick aufs Jahr zeigt: Einzig im September wurde ein Zulassungsplus verzeichnet, in allen anderen Monaten des Jahres waren die Zahlen teils erheblich rückläufig. Den Negativrekord stellte der Lockdown-Monat April mit einem Einbruch der Neuzulassungen um 76.3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf.

Bezogen auf die Schweiz sprach die Branchenvereinigung «Auto Schweiz» bereits Anfang Monat vom «schlechtesten Ergebnis seit über 40 Jahren». Rund 237'000 neue Personenwagen wurden 2020 in der Schweiz neu zugelassen. Das sind rund 24 Prozent oder 74'638 Zulassungen weniger als im Vorjahr. Im laufenden Jahr erwartet «Auto Schweiz» rund 270'000 Neuzulassungen.

SRF 4 News, 19.1.21, 9 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Takeshi Kovacs  (Envoy)
    Ich und viele andere in meinem Alter/Umkreis haben halt keine Verwendung für ein Auto. Viel zu teuer, für das was man hat. Entweder laufe ich von meiner Stadtwohnung ins Stadtzentrum, nehme den Bus oder den Zug für weitere Strecken, sonst gibts ja Mobility oder Papas Auto.
    Wenn man Familie oder einen Hund hat, verstehe ich es ja. Ich verstehe aber junge Schweizer nicht, welche in der Stadt wohnen und sich trotzdem ein Auto kaufen.

    Mein Motorrad geb ich aber nicht wieder her ;D
  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Wer Kurzarbeit hat, wird die Anschaffung eines Autos sicher zurückstellen. Man hat aktuell andere Prioritäten.
    Aber auch die ideologisch motivierte Zwängerei mit den viel zu teuren und komplizierten Elekroautos wird viele davon abhalten einen Neuwagen anzuschaffen.
    Wer will schon blöd angemacht werden, weil er keinen Elektrowagen will oder sich diesen einfach nicht leisten kann oder will.
    1. Antwort von Helmut Meier  (Helmu)
      @Hä nuuh: es freut mich, dass auch Sie sich Gedanken über e-Autos machen :-)
      Zu teuer: das meist verkaufte e-Auto(Weltweit) in den letzten 3 Monaten kostet weniger als 4'000.- Fr.
      Zu kompliziert: wer fähig ist ein Smartphone zu bedienen, hat mit den modernsten Autos kein Problem. Wer dies nicht kann, sollte darüber nachdenken seinen Ausweis vor dem nächsten Auto Neukauf abzugeben. Die Zeiten ohne digitalen Helferlein sind auch bei Knallgasmotoren vorbei.
    2. Antwort von Peter Zingg  (WiseAdvice)
      Super @helmu, für CHF 4000.- kann ich mir auch ein E-Auto leisten, können Sie mir bitte sagen wo das erworben werden kann?

      Andererseits habe ich letzthin eine Doku gesehen, über den hemmungslosen Abbau von seltenen Erden, ich glaube das war in Peru, für die herstellung von Akkus. Das hat mir Angst gemacht, so das ich effektiv nicht mehr sicher bin ob mein sparsamer Benziner ökologisch evtl. doch die bessere Variante ist ;)
    3. Antwort von Helmut Meier  (Helmu)
      Peter Zingg:
      Natürlich aus China, kann man hier nicht kaufen ?
      Sie kommen, die Autos aus China, erste kann man schon kaufen.

      Seltene Erden, die meisten neuen e-Autos haben eher weniger seltene Erden als Verstinker verbaut.

      Ich hab vor kurzem einen Doku über Kriege gesehen, die werden geführt um an Erdöl zu kommen, da werden Mio. von Menschen versklavt, gefoltert oder sogar getötet. Danach wird beim Abbau und verbrennen enorme Umweltschäden verursacht.

      Stimmt das Herr Zingg?
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Ich finde diese Entwicklung gut, bezweifle aber leider, dass sie Bestand haben wird. Ich frage mich seit langem, warum es Leute gibt, die alle 2-3 Jahre ein neues Auto kaufen müssen. Und bitte nun nicht mit irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten antworten. Wahrscheinlich hat es vorwiegend mit Prestige zu tun. Ich kann mir jederzeit ein neues, teures Auto kaufen. Ressourcenverschwendung versus Arbeitsstellen erhalten um jeden Preis? So sehe ich es eher.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Leute die häufiger neue Autos kaufen sind mit Sicherheit nicht solche die es "müssen" sondern das sind Leute die zeigen wollen, dass sie es "können".
      Bis jetzt habe ich noch nie im Leben ein neues Auto gekauft. Wozu auch? Es gibt immer gute Angebote.