Zum Inhalt springen

Header

Video
Hier darf Papa Zuhause bleiben
Aus SRF News vom 20.06.2019.
abspielen
Inhalt

Beide Seiten profitieren Diese Firma gibt schon jetzt zwei Wochen Vaterschaftsurlaub

Oft geben KMU nur einen Tag frei – doch eine Aargauer Firma zeigt, dass ein längerer Vaterschaftsurlaub funktioniert.

Von zwei Wochen Vaterschaftsurlaub können viele Schweizer Männer bis jetzt nur träumen. Fast vierzig Prozent der Arbeitnehmer – das zeigt eine aktuelle Studie von Travail Suisse – erhalten nur einen Tag, um ihr Neugeborenes auf der Welt zu begrüssen. Gerade KMU beschränken sich auf das Minimum von einem Tag. Zu teuer und aufwändig, so lautet der Vorwurf.

Zusätzliche Zeit steigert Attraktivität

Im aargauischen Veltheim gewährt die Samuel Werder AG seinen männlichen Mitarbeitern neun Tage mehr Vaterschaftsurlaub als gesetzlich verlangt. Seit 2012 bietet das Unternehmen für Präzisionsteile aus Metall und Kunststoff einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Der stellvertretende Geschäftsführer Raphael Vögtli findet es wichtig, werdende Väter und Mütter zu unterstützen.

Video
Raphael Vögtli: «Vaterschaftsurlaub erhöht unsere Attraktivität»
Aus News-Clip vom 20.06.2019.
abspielen

«Wir möchten ein attraktiver Arbeitgeber sein», sagt Vögtli. Zudem könne man mit dem Vaterschaftsurlaub einen attraktiven Arbeitsplatz schaffen. Gerade in Zeiten, in denen Fachkräfte dringend gesucht seien. Die Abwesenheit der frisch gewordenen Väter könne die Firma gut verkraften. Zumal sich die Last auf alle Schultern der 70 Mitarbeiter verteilen lasse, sagt Vögtli.

Mitarbeiter schätzen Vaterschaftsurlaub

Es sei eine sehr schöne Zeit gewesen, betont der zweifache Vater und Angestellte Philipp Wehrli. «Man ist unendlich stolz auf den Nachwuchs und man hat Zeit, das neue Kind kennenzulernen.» Er habe seine Frau nach der Geburt unterstützt und sich um das ältere Kind gekümmert.

Video
Philipp Wehrli: «Ich genoss den Vaterschaftsurlaub sehr»
Aus News-Clip vom 20.06.2019.
abspielen

Er fände es bedauerlich, dass andere Männer keinen längeren Vaterschaftsurlaub erhielten. «Ich habe es sehr genossen und ich finde es wünschenswert, dass alle Väter in den Genuss kommen.»

Mehr Vaterschaftszeit bleibt eine Ausnahme

Solche KMU bleiben eine Ausnahme. Es sind bisher vor allem Grossunternehmen und Behörden, die ihren männlichen Angestellten einen Vaterschaftsurlaub über dem gesetzlichen Minimum bieten, wie die aktuellen Zahlen von Travail Suisse zeigen.

Gerade für kleine Unternehmen mit wenigen Angestellten sei die Situation schwierig. Denn man könne Spezialisten nur schwer ersetzen. Das findet auch Vögtli: «Ich glaube, dass grosse Unternehmen wie wir uns das leisten können.» Kleine Betriebe mit zwei oder drei Angestellten hätten es hingegen schwer, einen längeren Vaterschaftsurlaub zu stemmen.

Ständerat fordert zwei Wochen

Der Ständerat hat sich heute für zwei Wochen Vaterschaftsurlaub ausgesprochen und sich somit hinter den indirekten Gegenvorschlag gestellt. Vier Wochen, wie es eine Volksinitiative fordert, sind dem Rat zu teuer. Gar kein Urlaub, wofür der Bundesrat plädiert, sei nicht zeitgemäss.

Damit könnte für alle Angestellte von KMU der Traum eines Vaterschaftsurlaubs in Erfüllung gehen. Als nächstes behandelt der Nationalrat die Initative.

Vaterschaftsurlaub Unternehmen

Sendebezug: Berichterstattung zur Vaterschaftsurlaubsdebatte im Ständerat

Video
Langer Vaterschaftsurlaub – diese Firma zeigt wie es geht
Aus Tagesschau vom 20.06.2019.
abspielen
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Raphael Vögtli  (RaphaelVögtli)
    Für kleine KMU`s mit 1 - 20 Angestellten wäre ein gesetzlich verankerter Vaterschaftsurlaub eine sehr grosse Last! Dass die EO den Erwerbsausfall entschädigen würde ist das Eine, aber der Mitarbeiter würde dann im Betrieb fehlen und das ist für viele kleine Unternehmer zum Beispiel in der Maschinenbranche wo die Margen kleiner sind wie in vielen anderen Branchen äusserst belastend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Als alter Grufti (Vater, Gossvater und bald Urgrossvater), der trotz hohem Alter jedes Jahr 2 1/2 Monatseinkünfte (von den einst einbezahlten AHV/Pensionskassen-Beiträge) abliefern muss, betrachte ich solche neue Weiterausbauten der "sozialen Wohlfahrt" nicht als unbedingter Fortschritt! Wenn ein Unternehmer in der Lage und bereit ist, einen mehrwöchigen Vaterschaftsurlaub nach der Geburt eines Kindes zu bezahlen, gehört ihm sicher ein herzlicher Dank. Ein staatliches "Muss" ist keine Option!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Grunder  (Zimmermeister)
    Das gibt es in meiner Klein- Firma seit 40 Jahren und ich bin sicher nicht allein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen