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Besser für Ohren und Umwelt Wenn die Müllabfuhr elektrisch unterwegs ist

Zwei kleine Schweizer Firmen haben ein E-Kehrichtfahrzeug entwickelt. Der Testbetrieb läuft, Knackpunkt sind die Kosten.

Legende: Audio Erste E-Müllautos auf Schweizer Strassen unterwegs abspielen. Laufzeit 03:44 Minuten.
03:44 min, aus Echo der Zeit vom 16.09.2018.

Strom statt Diesel – dafür gebe es mehrere gute Gründe, sagt Fabian Wyssmann von der Winterthurer Firma Designwerk. «Beim innerstädtischen Sammelbetrieb von Abfällen hat man diese ständige Stop-and-Go-Bewegung. Hier ist ein Dieselfahrzeug nicht gleichermassen effizient wie ein Elektromotor. » Dieser könne mit der Energie, die beim Bremsen entsteht, die Batterie wieder aufladen.

Zudem verursache der Elektromotor weder CO2-Ausstoss noch sonstige Luftverschmutzung. Kehrrichtfahrzeuge zählten nämlich zu den grössten CO2-Verursachern in den Innenstädten. Ein weiterer Vorteil des elektrisch betriebenen Kehrrichtlastwagens sei die Lärmbelastung für die Bevölkerung: «Der Elektromotor ist ja sehr leise.»

E-Müllauto kostet doppelt so viel

Die Firma Designwerk hat zusammen mit dem Tochterunternehmen Futuricum die ersten grossen Müllfahrzeuge entwickelt. Vier davon stehen mittlerweile im Probebetrieb. «Die sind im Einsatz bei den Städten Thun, Murten, Lausanne und Neuchâtel. Sie haben sich bisher sehr gut bewährt», sagt Fabian Wyssmann von Designwerk.

Knackpunkt sind die Kosten: Das neu entwickelte Elektro-Müllauto kostet zurzeit noch mehr als doppelt so viel wie ein herkömmliches Diesel-Müllauto. Allerdings: Die Anschaffungskosten würden sinken, wenn man dereinst auch die Elektrofahrzeuge serienmässig herstellen könnte, meint Wyssmann.

Zudem seien die Betriebskosten eines Elektrofahrzeugs tiefer – insbesondere, wenn man es, wie in Thun, mit Strom aus der eigenen Kehrrichtverbrennung betreiben können. «Wir haben gute Karten, dass ein solches Fahrzeug über die Nutzungsdauer amortisiert werden kann.» Die Winterthurer Firma arbeitet mit Studierenden in St. Gallen daran, wie es den Schritt vom Prototypen zur Serienreife schaffen könnte.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Yvette Nick (Lebenstreuhand)
    Wieso nicht gleich den Müll verbrennen für den Antrieb? Back-to-the-future lässt grüssen, aber leider sind wir wohl noch nicht so weit :-(
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Bei allem Respekt: Die Physik könnt Ihr nicht überlisten. Rekuperation tönt ja ach so super, funktioniert bei solch geringen Massen kaum, zumal das Fahrzeug ja alle paar Meter wieder anfahren muss. Was habt Ihr da: Pro 1000 Anfahrten eine "gratis"? Dafür braucht die Herstellung das 10-fache an Energie? Hinzukommt der Umstand, dass infolge Batterie etc. die Nutzlast (by the way: das ist das, was Geld bringt...) massiv sinkt. Der Steuerzahler lässt grüssen.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Sicher, ein E-Motor ist da effizienter als Diesel. Die Frage ist halt, wie der Strom zum LKW kommt (etwa via Dieselgenerator?). Dabei: Der Dieselmotor ist längst nicht das Lärmigste der Müllsammelei, sondern das Scheppern der Blechcontainer und die Hebe-/Pressehydraulik. Was 1-2x pro Woche während 2 Minuten aber so was von locker erträglich ist. Die paar Müllwagen sind nun echt nicht ausschlaggebend. Wenn schon investieren, dann dort, wo es wirklich etwas bringt.
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Grossartig. Ich sehe schon chinesische Autobauer, die das Konzept aufgreifen, wenn man sich in Europa mal wieder nicht aufraffen kann, finanziell in die Zukunft zu investieren.
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