Zum Inhalt springen

Wirtschaft Bilaterale spülen jedem 4400 Franken in die Tasche

Weil die weltweite Finanzkrise wirtschaftliche Teil-Erfolge überschattet hat, ist uns entgangen, wie die bilateralen Verträge das Wachstum der Wirtschaft beflügelt haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Economiesuisse. Zweifel der Bevölkerung an den Verträgen seien damit nachvollziehbar.

Legende: Video Dank Bilateralen mehr BIP abspielen. Laufzeit 1:00 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 15.03.2016.

Die Studie des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse kommt zu neuen Ergebnissen: Die Bilateralen Verträge mit der EU haben nicht nur ein Wachstum in die Branchen-Breite angeregt, sondern auch ein solches in die Höhe des individuellen Profits, wie Chef-Ökonome Rudolf Minsch in der «Tagesschau» erklärte. Ein realer Profit für jeden einzelnen.

Ohne den Effekt der Bilateralen würde sich das Pro-Kopf-Wachstum laut Studie selbst in einer konservativen Schätzung auf einem um 5,7 Prozent tieferen Niveau bewegen. Damit hätte der durchschnittliche Einwohner der Schweiz heute jedes Jahr rund 4400 Franken weniger zur Verfügung, rechnet Economiesuisse vor.

Vernebelt uns die Finanzkrise den Blick?

Das durch die bilateralen Verträge ausgelöste Mehrwachstum habe entscheidend dazu beigetragen, dass das Pro-Kopf-Wachstum der Schweiz der schwachen Entwicklung im aussenwirtschaftlichen Umfeld seit 2008 erfolgreich habe trotzen können.

Die Resultate der Analyse bestätigten zudem, dass das verlangsamte Wachstum in der Schweiz vor allem auf die Krise im weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008 zurückzuführen sei. Diese habe dafür gesorgt, dass der Erfolg des bilateralen Vertragspakets heute nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar sei, schreibt Economiesuisse weiter.

Andere Studien, andere Ergebnisse

Auch deshalb würden immer wieder Zweifel geäussert, ob die Schweizer Bevölkerung überhaupt von den Abkommen profitieren konnte.

Frühere Studien anderer Wirtschaftswissenschaftler kamen allerdings zum Schluss, dass die Auswirkungen auf das Pro-Kopf-Einkommen eher gering zu beurteilen sind.

Was heisst BIP??

Unter dem Bruttoinlandprodukt (BIP) versteht man die Summe aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Nationalökonomie hergestellt worden sind. Nach Abzug aller allfälligen Vorleistungen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    ... und wie viel hat es den unteren Einkommensschichten hinaus gespühlt? Das ist doch schon wieder so eine Lüge resp. eine Täuschung. Es wird ja meist nicht direkt gelogen, es wird einfach etwas massgebliches nicht gesagt. Das ist legitimes Lügen. Um die Übersicht zu behalten braucht es schon viel Aufmerksamkeit. Am besten auch diejenigen Kommentare die einem nicht gleich passen, ebenfalls lesen. und vor allem immer alles zu Ende denken und sich die Frage stellen: ist das wirklich war?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Viele Schweizer haben seit 2008 Fr. 4400.-- pro Kopf/Jahr effektiv weniger in der Tasche, da wette ich. Sicher dürfen diese das fehlende Geld nun bei der EconomieSuisse in bar abholen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    Habe gerade nachgeschaut, bei mir hat es nichts reingespült. Dafür kostet dank der Bilateralen (Freizügigkeit) bald jede Familienwohnung im Umkreis von Zürich und 50 km mehr als eine Million Franken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen