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Martinelli: «Wir rechnen mit 300 bis 400 Millionen Franken Mehrkosten»
Aus News-Clip vom 24.09.2019.
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Bis 400 Millionen Mehrkosten Novartis streicht Medikamentenrabatte für Spitäler

Der Pharmakonzern Novartis gewährt ab nächstem Jahr Spitälern keine Medikamentenrabatte mehr. Das zeigen Recherchen von SRF. Spitalapotheker befürchten einen Kostenschub mit möglichen Mehrkosten von mehreren Hunderten Millionen Franken.

Ein Schreiben von Novartis sorgt bei Spitälern in der Schweiz gegenwärtig für Aufregung. Darin schreibt der Pharmakonzern, dass er per 1. Februar 2020 die Medikamentenrabatte streiche. Der Brief von Novartis liegt den SRF-Sendungen «Espresso» und «10vor10» vor.

Für Enea Martinelli, den Chefapotheker des Spitals Interlaken, ist das dicke Post. Spitäler könnten damit künftig bei Medikamentenbestellungen keine Rabatte mehr aushandeln. Das treibe den Preis von Behandlungen nach oben, kritisiert Martinelli. Die Folge könnte auch ein Kostenschub bei den Krankenkassenprämien sein.

Mehrkosten von 300 bis 400 Millionen Franken befürchtet

«Wir rechnen mit 300 bis 400 Millionen Franken Mehrkosten», sagt Martinelli. Dieser Kostenschub würde dann entstehen, wenn andere Pharmakonzerne dem Beispiel von Novartis folgen und ihre Medikamentenrabatte ebenfalls streichen. «Wenn das Beispiel von Novartis Schule macht, dann wird es prekär», sagt Martinelli. Schon allein das Abschaffen der Rabatte bei Novartis würde das Gesundheitswesen «mehrere Millionen» kosten, befürchtet Martinelli.

Audio
Novartis streicht Medikamentenrabatte für Spitäler
02:19 min, aus Espresso vom 24.09.2019.
abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.

Bei der Begründung der Massnahme verweist Novartis auf die neue Verordnung über die Integrität und Transparenz im Heilmittelbereich (VITH), die am 1. Januar 2020 in Kraft tritt. Die Verordnung verlangt Transparenz bei Rabatten im Vertrieb von Arzneimitteln. Pharmakonzerne müssen Auskunft geben, wie viel Rabatt sie gewähren.

Novartis rechtfertigt sich

Spitalapotheker Martinelli argwöhnt, dass Novartis diese Transparenz nicht ermöglichen will. «Die Befürchtung von Novartis ist, dass sie die Preise senken müssen, wenn man sieht, wie viele Rabatte sie gewährt haben».

Der Pharmakonzern weist diesen Vorwurf gegenüber SRF zurück. Novartis habe in der Vergangenheit auf wenige ausgewählte Medikamente geringe Rabatte gewährt. Der Konzern begründet die Streichung der Rabatte mit neuen gesetzlichen Vorgaben: «Damit unsere Konditionen und Prozesse auch in Zukunft vollständig im Einklang mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen stehen, werden wir diese anpassen.» In diesem Kontext würden sämtliche Rabatte abgeschafft, die zu einer Weitergabepflicht führen würden

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Novartis streicht Rabatte
Aus 10 vor 10 vom 24.09.2019.
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Mehr zum Thema sehen Sie heute Abend um 21:50 Uhr in der Sendung «10vor10» auf SRF1.

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Der Bundesrat und das Parlament traut sich sicher nicht der Novartis die Stirn zu bieten, zu viele Arbeitsplätze würden verloren gehen, so wird es heissen. Dabei haben wir genug Druckmittel um die unverschämten Preise zu drücken. Es brauch Standfestigkeit von Seiten der Behörden und des Volkes. Nur zweifle ich daran.
    1. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      Mit Verlaub, ich glaube nicht das die Regierung Standhaftigkeit braucht sondern vielmehr müsste sie ihre wirtschaftliche Interessenbindung aufgeben.
  • Kommentar von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
    Und dann steigen dann wieder die Krankenkassenprämien und es heisst dann wieder das ist weil die Patienten wegen jedem Wehwehchen zum Arzt gehen.
  • Kommentar von Daniel Ackermann  (saskilte)
    Die Pharmafirmen produzieren ja viele Medikamente gar nicht mehr selber, sondern importieren sie aus China. Am besten den Zwischenhändler Novartis und andere Firmen umgehen und direkt in China einkaufen. Aber da werden unsere von den Pharmafirmen bezahlten Politiker kommen.