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Wirtschaft Börse straft CS-Aktie gnadenlos ab

Die Aktien der Credit Suisse sind nach dem Milliardenverlust der Grossbank ungebremst in den Keller gerasselt. Einige Analysten bezeichnen die Kennzahlen für 2015 schlicht als «Desaster».

Legende: Video Einschätzungen von Christian Kolbe, SRF-Wirtschaftsredaktor abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 04.02.2016.

Der Verlust von 2,9 Mrd. Franken im letzten Jahr sowie das für Banken allgemein schwierige Geschäftsumfeld führten am Morgen zum Kurszerfall der CS-Aktien: Sie notierten auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Talfahrt fortgesetzt

Um 15.30 Uhr lag die Namenaktie mit 12,5 Prozent im Minus (14.52 Franken). Bei Börsenschluss notierte das Papier mit einem Minus von 11 Prozent bei 14,73 Franken. Auch die gegenüber dem Vorjahr stabile Jahresdividende konnte den Crash der Aktie nicht stoppen.

Auf dem aktuellen Niveau hat die CS-Aktie damit bereits über 30 Prozent eingebüsst, und dies nach einem Minus von 8 Prozent im vergangenen Jahr.

Analysten sind sich einig, dass das Ergebnis die schon tiefen Erwartungen noch enttäuscht hat. Einige sprechen sogar von einem «Desaster».

Sie nennen verschiedene Gründe für die Talfahrt:

  • Die schwachen Geschäfte im vierten Quartal: Die Deutsche Bank spricht in einem Kommentar schlicht von «schwachen Resultaten», dies infolge eines schwachen Anleihen-Geschäftes (FICC) und von Kostendruck. Auch bei Vontobel äussert man sich genau gleich, wobei hier die «enttäuschenden Kapitalquoten» speziell erwähnt werden. Für die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ist entscheidend, dass die CS auch im Wealth Management momentan nicht vom Fleck kommt. In diesem Geschäft mit reichen Privatkunden sieht die Bank ihr grösstes Wachstumspotenzial.
  • Rückläufige Erträge: Diese seien dem Unternehmen regelrecht weggebrochen. Als «Fels in der Brandung» wird einzig die Universalbank Schweiz gesehen. In allen anderen Geschäftszweigen seien dagegen die Ergebnisse deutlich schwächer als erwartet ausgefallen.
  • Verunsicherte Kunden: Wie zuvor schon bei der UBS habe sich die Zurückhaltung der Kunden ebenfalls deutlich im Resultat der CS niedergeschlagen, schreibt die ZKB. Sie sieht weitere Gefahren für die Bank durch hohe zusätzliche Abschreibungen für Rechtsrisiken und allenfalls steigende Kreditrisikokosten, insbesondere bei Ausleihungen im Ölsektor.
  • (Zu) Ehrgeizige Ziele: Im Oktober hatte der neue Konzernchef Tidjane Thiam seiner Bank ehrgeizige Ziele vorgegeben. Laut der Bank Vontobel dürften die neuen Gewinnziele nur mit Umsatzwachstum erreichbar sein. Dafür muss aber das Umfeld stimmen. Angesichts der aktuellen Marktbedingungen kämen diese nun noch ambitiöser daher, als bei ihrer Ankündigung. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die CS diese nicht einhalten kann.

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