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Boom bei Konsumkrediten Geldverleiher haben Konjunktur

Legende: Audio Geschäft mit Konsumkrediten brummt abspielen. Laufzeit 02:01 Minuten.
02:01 min, aus HeuteMorgen vom 22.02.2019.
  • Die Cembra Money Bank, die Nummer Eins im Schweizer Konsumkredit-Geschäft, hat 2018 einen Rekordgewinn erzielt.
  • Doch nicht nur bei Cembra läuft das Geschäft mit Konsumkrediten – es brummt ganz allgemein in der Schweiz.
  • Das liegt nicht zuletzt am momentan tiefen Zinsniveau.

«Habe ich genug Geld für ein Motorrad? Es gibt immer eine Lösung.» So wirbt ein bekannter Schweizer Kleinkreditanbieter. Ende des letzten Jahres waren Kleinkredite im Betrag von über 7,6 Mrd. Franken ausstehend. Das ist ein Plus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagt die Zentralstelle für Kreditinformationen, der die meisten Schweizer Kreditanbieter angehören.

Tiefe Zinsen als Grund für den Anstieg

Die tiefen Zinsen seien wohl der Hauptgrund für diesen Anstieg bei den Konsumkrediten, sagt Andreas Dietrich, Banking-Professor an der Hochschule Luzern: «Ich erkläre mir das damit, dass es infolge des tiefen Zinsumfeldes einen Anreiz gibt, auch längerfristige Kredite aufzunehmen.»

Zudem sei das Leben ein bisschen teurer geworden. Deshalb würden die bestehenden Kreditnehmer wohl höhere Kreditsummen verlangen. Die reine Anzahl der Kredite hat sich in der Schweiz nämlich kaum verändert.

Probleme bei Krankenkasse und Steuern

Doch Kleinkredite werden nicht nur für Konsumgüter wie Fernseher oder neue Möbel aufgenommen. Viele Menschen haben Probleme damit, ihre steigenden Krankenkassenprämien oder die Steuern zu bezahlen und verschulden sich.

Cembra legt 2018 in allen Sparten zu

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Cembra legt 2018 in allen Sparten zu

Die Cembra Money Bank hat im Geschäftsjahr 2018 ein neues Rekordergebnis erzielt. Die auf die Vergabe von Konsumkrediten spezialisierte Bank konnte sich im vergangenen Jahr in allen ihren Sparten steigern. Der Reingewinn kletterte im vergangenen Jahr auf den Höchstwert von 154.1 Millionen Franken.

Der Nettoertrag lag um 11 Prozent über dem Vorjahreswert bei 438.8 Millionen Franken. Die Aktionäre profitieren von dem guten Geschäftsgang über eine Erhöhung der Dividende auf 3.75 Franken je Aktie nach 3.55 Franken im Vorjahr.

Am schnellsten legte das Kreditkartengeschäft zu. Die Cembra Money Bank gibt unter anderem mit der Migros die Cumulus-Karten heraus. Hier erhöhten sich die Nettoforderungen gar um 13 Prozent. Die Anzahl der von der Bank herausgegebenen Kreditkarten belief sich Ende des Jahres auf 892'000, was einem Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach.

Bei den Schuldenberatungsstellen seien Krankenkassenprämien mittlerweile die zweithäufigste Schuldenursache nach den Steuern, sagt Sébastien Mercier vom Verband der Schweizer Schuldenberatungsstellen. «Wenn Sie Geldprobleme haben, jonglieren Sie mit den Rechnungen. Und Sie haben Angst vor der Bank und vor den Inkasso-Büros.»

Nur wenig Ausfälle bei Kleinkredit-Anbietern

Viele Schuldner würden deshalb zuerst die Raten und Zinsen ihres Kleinkredits zurückzahlen, da sie sich vor einer Betreibung durch die Kreditinstitute fürchteten, sagt Mercier. Die offenen Krankenkassenprämien oder Steuerschulden versuche man dann später zu begleichen.

Dies sei einer der Gründe dafür, dass die Kleinkreditanbieter nur wenig Kreditausfälle zu beklagen hätten, erläutert der Schuldenfachmann. Bei der Cembra Money Bank etwa liegt dieser Anteil stabil bei einem Prozent.

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33 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Dieses Geschäftsmodell mit den Kleinkrediten ist nur möglich, weil die Geldverwalter SNB - Gossbanken und BR, in der Schweiz den Sparzins widerrechtlich auf NULL gedrückt haben. Auf Kosten des Sparers - der Geld verliert - wird der Konsum neben dem allgemeinen lebensnotwendigen Konsum weiter mit den Kleinkrediten zusätzlich vorangetrieben. Das nennt man maximale Ausbeutung der Fleissigen und Sparsamen, die diese Erde vor noch mehr Zumüllung schützen wollen . Aber viele rufen Klimaschutz !
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Die Zinspolitik der Schweiz ist Sache der SNB und die agiert hier nicht widerrechtlich. BR und Banken haben damit auch nichts zu tun, denn sie erleiden durch die Negativzinsen selbst Nachteile. Manche machen es sich schon sehr einfach.
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    2. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Was dringend und notwendig ist, Herr Kaiser, ist Mitweltschutz wie auch soziale Gerechtigkeit. Das Sowohlausauch wird wesentlich sein, ob wir hier und anderswo ernsthaft Richtung lebbare Erde uns so gut als möglich bewegen wollen. Die Wirtschaft - und somit auch eine SNB - gehört, wollen wir substanzielle und ernshafte, veranwortliche Demokratie, in demokratische Kontrolle.
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    3. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Frau Kunz, richtig - diese Institutionen die über die Köpfe der Bürger hinweg bis heute bestimmen , gehören unter demokratische Kontrolle. Hr. Koller, sagen sie als Fachmann, mir bitte, mit welchem Recht die Spargelder der Schweizer Sparer - " nur Schweizer Sparer " ( keine Devisen -Spekulanten aus dem Ausland, die in den sicheren Franken flüchten - die können mit 30% Negativzins belegt werden ) mit NULL Zins bestraft werden ? Und die Banken verleihen Spargelder mit bis zu 15% ! Gerecht ?
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    4. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Mag sein Herr Koller, dass die SNB-Zinspolitik nicht 'widerrechtlich' ist, sie ist aber wohl kaum als im Dienste der Bevölkerung zu bezeichnen. Die SNB, so wie jetzt aufgestellt ist, fühlt sich wohl mehrheitlich dem Finanzkapital verpflichtet und das ist nun mal auch in der 'reichen' Schweiz nicht die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    "Ich will sofort dieses Motorrad, ich mag nicht warten". So tönt es oft, da es ja die Möglichkeit gibt, günstige Kredite aufzunehmen. Der Vorteil: Der Konsum wird angekurbelt. Grosser Nachteil: Es wird eine immer egoistischere Gesellschaft herangezüchtet, die im Konsumrausch zu versinken droht. Es ist deshalb auch egoistisch, dass zuerst die eigenen Schuldzinsen bedient werden, aber bei Steuern und Krankenkassen Schulden gemacht werden - zu Lasten der Oeffentlichkeit. Schlechte Entwicklung!
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  • Kommentar von U. Erni (max4)
    Als Überlebender aus dem Mittelalter habe ich sogar Hemmungen, die von der Bank grosszügig herausgegebenen Kreditkarten zu benutzen. Die Bezahlung in bar hat etwas edles an sich.
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    1. Antwort von Henriette Rub (ehb)
      max4, willkommene in der Neuzeit. Für mich gibt es zwar Einkäufe per Kreditkarte. Dinge des täglichen Bedarfs werden bar bezahlt vom monatlichen Haushaltungsgeld. Selfscanning bei Migros werde ich nie benutzen, aber das von Coop schon, wo mit Bargeld bezahlt werden kann. Für mich ist klar, dass ich meine Kartenbezüge kontrollieren will.
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