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Coronavirus: Selbständige können Unterstützung beantragen
Aus Tagesschau vom 23.03.2020.
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Bund springt in die Bresche So müssen Selbständige bei Erwerbsausfall vorgehen

Von der Corona-Krise Betroffene, die nicht angestellt sind, sollen Taggelder beantragen können – und zwar ab Donnerstag.

Wie will der Bund den Selbstständigen helfen? Die Corona-Krise stellt die Wirtschaft vor grosse Herausforderungen, vor allem auch viele Selbständigerwerbende. Denn im Gegensatz zu Firmen mit Angestellten können sie keine Kurzarbeit beantragen. Deshalb hat der Bundesrat auch ihnen Unterstützung zugesagt. Er hat entschieden, dass Selbständigerwerbende ab dieser Woche Taggelder beantragen können.

Wer hat Anspruch auf die Taggelder? Beantragen können es Selbstständige, die ihre Kinder betreuen müssen, weil die Schulen geschlossen sind. Oder Personen, denen vom Arzt Quarantäne verordnet wurde. Aber auch jene, deren Geschäfte geschlossen bleiben müssen – zum Beispiel Coiffeure. Ausbezahlt wird 80 Prozent des Einkommens, aber höchstens 196 Franken pro Tag.

Wie können diese Gelder beantragt werden? Die Betroffenen müssen die Taggelder bei ihrer AHV-Ausgleichskasse beantragen. Dieselbe Kasse bezahlt ihnen dann das Taggeld aus. Für die Kassen bedeutet das viel Arbeit. Laut den Schätzungen des Bundes ist mit über 160'000 Betroffenen zu rechnen. Klar ist, dass schnell gehandelt werden muss, denn es geht für viele Menschen um die Existenz.

Ab wann kann man sich dafür anmelden? Seit heute Montag sollen auf den Websites der AHV-Ausgleichskassen die Informationen und die Anmeldeformulare für die Taggelder zugänglich sein. Ab Donnerstag gilt dann die Verordnung des Bundesrats und ab dann können offiziell Anmeldungen eingereicht werden. Allerdings werden die Ausgleichskassen die Anmeldungen trotz aller Dringlichkeit prüfen müssen, um Missbräuche zu verhindern. Das braucht Zeit. Erste Auszahlungen werden deshalb voraussichtlich ab Mitte April erfolgen.

Glückskette sammelt für Corona-Betroffene

Die Glückskette ruft mit Unterstützung der SRG zum Spenden für Menschen auf, die wegen der Corona-Krise in eine Notlage geraten. Die gesammelten Gelder werden für Sofort- und Sozialhilfe in der Schweiz eingesetzt. Anders als bei regulären Sammlungen können aus logistischen Gründen infolge der Coronavirus-Pandemie keine nationalen Telefonzentralen für Spendenversprechen organisiert werden. Die Glückskette nimmt ab sofort Spenden online auf www.glueckskette.ch , Link öffnet in einem neuen Fensteroder per E-Banking auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Coronavirus» entgegen.

Reichen maximal 196 Franken pro Tag aus? In einem Land wie der Schweiz sind 196 Franken pro Tag nicht extrem viel, hochgerechnet entspricht das einem Monatslohn von 5880 Franken. Für viele Betroffene ist aber entscheidend, dass sie überhaupt Geld bekommen. Denn viele Selbstständige verdienen wenig und haben deshalb kaum finanzielle Reserven für Krisen.

SRF 4 News, 23.03.2020, 06.10 Uhr; paus/eglc;lin

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Filipe Domingues  (Domingues7)
    Was macht ein Unternehmen, der seit 9Monaten eröffnet hat, die Einnahmen stetig gestiegen wurden, eine 100% Stelle besetzt haben, sich selbst aber noch keinen Lohn ausbezahlt haben?? Wir sind gerade auf dem Punkt das wir unsere Reserven aufgebraucht haben, sich aber die Zahlen ins Positive entwickeln, so das wir uns jetzt eigentlich einen Lohn auszahlen könnten. Da wir uns aber bis jetzt selber keinen Lohn ausbezahlt haben, können wir auch keinen Erwerbsersatz beantragen. Einnahmen bleiben aus.
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Wunderbar, dass der BS die finanzielle Unterstützung per sofort bestimmt hat.
    Nur - der BS hat keine Ahnung, wie das bei unseren Aemtern schleppend abläuft !
    23.03.2020: Die Formulare bei der AHV des Kantons können NICHT ausgefüllt werden, da überlastet !
    Bis eine finanz. Reaktion kommen wird, sind 2/3 unserer Kleinunternehmen bereits im Konkurs !! So läuft das in CH.
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  • Kommentar von James Wright  (romantischer Rationalist)
    Selbstständige Fotografen oder Grafiker haben aufgrund der Coronakrise riesige Umsatzeinbussen, da keine neuen Aufträge mehr eingehen. So werden z.B. keine Fotoshootings gebucht, geschweige denn durchgeführt. Diese Berufsgruppen fallen durch die Maschen. Konkret: Selbstständige, die nicht direkt durch die Schliessung ihres eigenen Betriebs betroffen sind – sondern durch die Schliessung Dritter – haben kein Anrecht auf Taggeld. Hier muss der Bundesrat dringend intervenieren!
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