China und Indien befeuern Energieverbrauch

Die Nachfrage nach Energie wird auch in den nächsten 20 Jahren stark wachsen. Doch die Stellung der einzelnen Energieträger im weltweiten Energiemix, wie auch die globalen Handelsströme, würden sich verändern. Das sagt der neuste «Energy Outlook» des britischen Ölkonzerns BP.

Symbolbild: Zwei kalifornische Ölpumpen im Licht der untergehenden Sonne. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die USA fördern immer mehr Erdöl und Erdgas. Keystone

In der Vergangenheit war alles ganz einfach: Erdöl dominierte eindeutig als wichtigster Energieträger. Zudem war klar, woher das Erdöl kommt und wohin es fliesst: «Das Öl floss von Ost nach West», sagt BP-Chef Bob Dudley. Gefördert wurde es vor allem im Osten, verbraucht vor allem im Westen.

Fracking ändert alles

Doch mit dem Fracking-Boom in den USA werde sich das nun ändern, ist Dudley überzeugt: In den nächsten zwei Jahrzehnten werde Erdöl von Westen nach Osten fliessen. Auch wenn die Fracking-Industrie in den USA wegen des derzeit tiefen Ölpreises unter Druck ist, geht der BP-«Energy Outlook» davon aus, dass die USA in den nächsten Jahren das Zentrum der Industrie bleiben wird.

40 Prozent Zunahme wegen China und Indien

Der Energiehunger der riesigen Schwellenländer China und Indien ist laut BP für den verstärkten Fluss des Öls von West nach Ost verantwortlich. Die beiden Länder sind auch die Hauptgründe dafür, dass – so der Bericht – die Nachfrage nach Energie bis 2035 um 40 Prozent zulegen wird.

Die stärkste Zunahme erwartet BP beim Erdgas. Der Verbrauch von Kohle werde dagegen am wenigsten stark zunehmen. Mit dieser Prognose gäbe es im Jahr 2035 erstmals in der Geschichte keinen einzelnen Brennstoff mehr, der als wichtigster Energieträger den globalen Energiemix steuert.