Chinesische Bank kommt in die Schweiz

Auf ihrer China-Reise gab Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf bekannt, dass sich eine chinesische Bank in der Schweiz niederlassen will. Damit wird es für die Schweizer Wirtschaft einfacher, in China zu investieren.

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Der chinesische Renminbi soll zur Weltwährung werden

1:49 min, aus Tagesschau vom 6.2.2015

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hatte es am Weltwirtschaftsforum in Davos bereits angekündigt, nun ist es definitiv: Bis Ende Jahr wird eine chinesische Bank in der Schweiz eröffnet werden. Dies wird schweizerische Investitionen in China erleichtern. Die Finanzministerin befindet sich im Moment auf einer China-Reise.

Nach dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens im vergangenen Jahr und einem weiteren Abkommen zur Doppelbesteuerung benötigen die Schweizer Unternehmen einen Renminbi-Handelsplatz. Dieser wird ihnen jährliche Investitionen von 150 Milliarden Renminbi (rund 22 Milliarden Franken) in China ermöglichen.

Zürich und Genf mit guten Karten

Geplant ist, dass die China Construction Bank (CCB) Kompensationsgeschäfte gewährleistet. Sie wird in zwei bis drei Monaten ein Gesuch für eine Banklizenz bei der Finanzmarktaufsicht (Finma) einreichen. Das darauf folgende Prüfungsverfahren dauert üblicherweise etwa sechs Monate.

Wo die Bank sich niederlässt, wurde noch nicht offiziell entschieden. Die CCB hat bereits einen bevorzugten Standort, erklärte die Bundesrätin. Die Bank dürfte sich in Zürich oder Genf niederlassen, wie Widmer-Schlumpf vor zwei Wochen am Weltwirtschaftsforum sagte.

Schweiz hofft auf G20-Teilnahme

Während ihres zweitägigen Arbeitsbesuchs in der chinesischen Hauptstadt wurde sie von Zhou Xiaochuan, dem Gouverneur der chinesischen Zentralbank, empfangen. Widmer-Schlumpf versicherte sich dabei der Unterstützung Pekings, dass die Schweiz 2016 am Finanzteil des G20-Gipfels teilnehmen kann. China hat dann die Präsidentschaft inne.

Die Verhandlungen werden dort vor allem den automatischen Informationsaustausch und den Datenschutz betreffen. Diese Entscheide werden oft von der OECD übernommen. Die Schweiz müsse so bald wie möglich bei den Gesprächen intervenieren können, um zu vermeiden, dass ihr Beschlüsse auferlegt werden, ohne ihre Meinung abgeben zu können, sagte Widmer-Schlumpf.

China will von der Schweiz lernen

Widmer-Schlumpf traf in Peking auch ihren Amtskollegen, Finanzminister Lou Jiwei. Im Zentrum der Gespräche standen das Schweizer Vorsorgesystem und die Pensionskassen. China ist dabei, ein eigenes System einzuführen und informiert sich über die Systeme anderer Länder.