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CO2-Ausstoss gestiegen Schweizer Neuwagen verpassen Klimaziele deutlich

  • Neue Autos stossen nach wie vor zu viel CO2 aus, wie ein Bericht des Umweltdepartements (Uvek) zeigt.
  • In den Jahren 2017 und 2018 sind die CO2-Emissionen sogar angestiegen.
  • Das Ziel – die Absenkung des Normausstosses auf durchschnittlich 130 Gramm CO2 pro Kilometer – wurde deutlich verfehlt.
  • Grund für die Nichterreichung der Ziele könnte auch ein neues Prüfverfahren sein.

Die CO2-Emissionsvorschriften verpflichten die Autoimporteure, die Emissionen von neuen Personenwagen im Durchschnitt zu senken. Nach einer Einführungsphase ab 2012 war der Zielwert von durchschnittlich 130 Gramm CO2 pro Kilometer ab 2015 für alle neuen Personenwagen gesetzlich verbindlich. Dieser Zielwert galt bis Ende 2019. Seit Anfang 2020 gilt der Zielwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer.

Zielwert nie erreicht

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Der Zielwert von 130 Gramm wurde nie erreicht: 2015 wurde er um fünf Gramm, in den Jahren 2016 und 2017 um jeweils vier Gramm und 2018 um fast acht Gramm verfehlt. Die einzelnen Fahrzeugimporteure und Emissionsgemeinschaften erhalten individuelle Zielvorgaben, die abhängig vom durchschnittlichen Leergewicht ihrer jeweiligen Flotte sind.

2018 haben über die Hälfte (rund 53 Prozent) aller Grossimporteure ihre Zielvorgabe nicht erreicht, wie es im Bericht heisst. Sie mussten Sanktionen in Höhe von rund 30 Millionen Franken entrichten.

Die individuellen Zielvorgaben liegen wegen der Leergewichtskomponente und den Spezialzielen für Klein- und Nischenhersteller durchweg über dem durchschnittlichen Zielwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer.

SUVs weiterhin populär

Für die Zunahme der CO2-Emissionen sind die steigenden Anteile von Allradfahrzeugen und SUVs sowie das steigende Leergewicht der Fahrzeuge verantwortlich. Diese vergleichsweise hochpreisigen Fahrzeuge seien weiterhin sehr populär, schreibt das Uvek. Sie brächten den Importeuren und Händlern höhere Margen und würden entsprechend intensiv beworben.

Zum Anstieg beigetragen hat aber auch der abnehmende Anteil an Dieselfahrzeugen. Werden anstelle von Dieselmotoren in vergleichbare Fahrzeuge Benzinmotoren verbaut, so führt dies zu einem Anstieg der CO2-Emissionen dieser Fahrzeuge.

Neues Prüfverfahren

Hinzu kommt die Umstellung auf ein neues Typenprüfverfahren, das dem Verbrauch im realen Verkehr besser entspricht. Die Emissionswerte von Fahrzeugen nach dem neuen Typenprüfverfahren (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) liegen laut dem Uvek um fünf bis sechs Prozent höher als die nach altem Standard berechneten.

Die Marktanteile von emissionsarmen Personenwagen hätten seit der Einführung der Emissionsvorschriften zwar stark zugenommen, hält das Uvek fest. Auch der Anteil von elektrischen Fahrzeugen nehme konstant zu. Dies habe aber den Anstieg der Durchschnittsemissionen bisher höchstens verlangsamt. 2018 betrug der Anteil von Elektro-Autos und Hybridfahrzeugen 3.2 Prozent.

SRF 4 News, 18.2.2020, 12:00 Uhr;sda/hosb

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48 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lieberherr  (UL)
    Dieses Beispiel zeigt doch deutlich, dass man mit der Wirtschaft nie und nimmer etwas fürs Klima erreichen kann, Gewinn steht über allem.
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  • Kommentar von Noah Schmid  (Schmid)
    Ein Elektroauto benötigt umgerechnet weniger als 2 l Diesel auf 100 km. Entsprechend hat es geringere Schadstoffemissionen. Denn selbst Deutschland produziert inzwischen über 50% seines Strombedarfes mit erneuerbaren Energien und der Rest wird mehrheitlich aus eigenen Energiereserven gewonnen und nicht aus Schurkenstaaten importiert: https://www.energy-charts.de/energy_pie_de.htm Ein Elektroauto hat ca. 6 kg Lithium und während Erdöl verbrannt wird, kann Lithium beliebig oft rezykliert werden.
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  • Kommentar von Noah Schmid  (Schmid)
    Die Sanktionen müssten mindestens 10% des Fahrzeugpreises ausmachen und nicht vom Generalimporteur, sondern vom Autokäufer bezahlt werden. Dann würde sich jeder Autokäufer auch zweimal überlegen, ob er sich wirklich eine Benzinschleuder kaufen möchte. Diese Sanktionen könnten anschliessend z.T. über die Krankenkassenprämien zurückbezahlt werden und den Ersatz von alten Ölheizungen durch Wärmepumpen fördern oder andere Effizienz- und erneuerbare Energiemassnahmen in der Schweiz unterstützen.
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