Zum Inhalt springen

Wirtschaft Credit Suisse streicht weitere 2000 Stellen

Das Sparprogramm der Grossbank soll ausgeweitet werden. Das kostet 2000 zusätzliche Jobs im Investmentbanking.

Legende: Video Interview mit Tidjane Thiam, Konzernchef der Credit Suisse abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.03.2016.

Die Credit Suisse verschärft nach einem durchwachsenen ersten Quartal ihren Sparkurs. Vor allem das Investmentbanking ist betroffen – 2000 zusätzliche Stellen sollen wegfallen.

Das Handelsgeschäft weise in diesem Bereich derzeit eine hohe und unflexible Kostenbasis auf, heisst es in einer Mitteilung der Bank. Das volatile Marktumfeld und die sinkenden Umsätze im vierten Quartal hätten die Situation verschärft. Zudem würden auch im ersten Quartal die Umsätze schwächeln. «Wir mussten schnell handeln», sagt auch Tidjane Thiam, Konzernchef der Credit Suisse.

Der Sparte stünden deshalb weitere Abschreibungen bevor, heisst es in der Mitteilung weiter. Dies werde im ersten Quartal 2016 zu einem Verlust führen, wenn auch einem geringeren als im vierten Quartal 2015.

Kein zusätzlicher Stellenabbau in der Schweiz

Mit den heute verkündeten Stellenkürzungen werden damit allein in diesem Jahr 6000 Arbeitsplätze abgebaut, so die Grossbank. Davon sei bis jetzt der Abbau von 2800 Arbeitsplätzen umgesetzt worden. Bei der Präsentation der Quartalszahlen am 4. Februar war zunächst nur von einem Abbau von 4000 Stellen die Rede gewesen.

Dazu Konzernchef Thiam: «Den zusätzlichen Stellenabbau nehmen wir im weltweiten Obligationenhandel vor. Diese Stellen befinden sich nicht in der Schweiz, sondern in New York und London.»

Kostensenkung soll weiter gehen

Bis 2018 sollen mindestens 4,3 Milliarden Franken eingespart werden. Bislang waren 3,5 Milliarden Franken angekündigt gewesen. Mit dem zusätzlichen Sparprogramm soll die Kostenbasis bis 2018 unter 18 Milliarden Franken gedrückt werden. Für das laufende Jahr will die Bank die Kosten um 1,7 Milliarden Franken senken, wie sie mitteilte.

Der verschärfte Sparkurs der Credit Suisse freut die Anleger: Die Aktie der Grossbank startete bei Handelsbeginn rund vier Prozent im Plus. Danach gab sie einen Teil der Gewinne ab und notierte noch rund zwei Prozent höher.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Somit bleibt dann ganz OBEN eine Menge von Banknoten liegen. Während die Nadelstreifenherren ihre Millionengehälter einsacken, müssen die Entlassenen, von den Steuerzahlenden Büzern mit Arbeitslosengeldern gestützt werden . Das nennt man dann in diesen vornehmen Kreisen, zeitgemässe, gewinnorientierte Ökonomie. Da könnte man echt zum Kotzen kommen .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Scheidegger (W. Scheidegger)
    ...wie viele der 2000 Betroffenen werden nun "die Faust im Sack" machen, das Abzockertum "verpasst" zu haben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Viele Grossfirmen unterstützen eine Maximum- und keine Optimumstrategie. Es wird überall gespart nur an der Spitze nicht. Diese wird einfach immer kleiner. Es gibt ein schönes Experiment das die Evolutionsforscher nachgebaut haben. Ein Roboter schwimmt im Wasser. Am Schwanz hat er 0/5/10 oder 15 Flossen, welcher ist der schnellste? Der mit 10 und nicht der mit 15 Flossen. Der fiteste ist also der Optimalste und nicht der Maximalste. Auch wenn die Spitze den maximalen Lohn und Ferien hat!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      "Oekonomiedarwinismus" funktioniert nicht - weil der maximalste gut ausgestattet weiterlebt. Solange die abtretenden Oberen nicht für die Folgen ihres Handelns persönlich geradestehen müssen, wird das so bleiben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen