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Wirtschaft CS-Ökonomen rechnen nicht mit Rezession

Die Ökonomen der Credit Suisse belassen ihre Konjunkturprognose für die Schweiz bei 0,8 Prozent im laufenden Jahr. Vor allem die robuste Binnenwirtschaft und tendenziell sinkende Preise dürften die Auswirkungen des Frankenschocks abfedern.

Symbolbild: Nicht identifizierbare Menschen mit Einkaufstaschen überqueren eine Strasse.
Legende: Die Einkaufslust im Inland stützt die Konjunktur, sagen die CS-Ökonomen. Keystone

Die Schweizer Wirtschaft wird in diesem Jahr nur wenig zulegen – sagen die Ökonomen des Economic Research der Credit Suisse. Sie gehen in ihrem «Monitor Schweiz» von einem «Jahr der Stagnation» aus.

Laut ihrer seit der letzten Voraussage vor drei Monaten unveränderten Prognose soll das BIP um 0,8 Prozent wachsen. 2014 hatte die Schweizer Wirtschaft gemäss vorläufigen Zahlen des Staatsekretariats für Wirtschaft um 2 Prozent zugelegt.

Starke Binnenkonjunktur

«Obwohl die Schweiz sehr stark exportorientiert ist, haben wir eine sehr grosse Binnenwirtschaft», betont der Leiter des CS-Economic-Research, Oliver Adler, gegenüber SRF. Eine zusätzliche Stütze bilde die mit den sinkenden Preisen wachsende Kaufkraft in der Schweiz.

Zwar werde der Aussenhandel wegen des starken Frankens etwas zurückgehen, nicht jedoch der Konsum. Auch dürfte die Beschäftigung etwa in den Bereichen Gesundheit und Bildung weiter zunehmen und auch die Bevölkerung werde weiter wachsen. Die Bauindustrie dürfte sich zwar etwas abschwächen, doch die anhaltend tiefen Zinsen seien eine gute Stütze.

Auch das leicht verbesserte Wachstum der Weltwirtschaft, das insbesondere durch den Aufschwung in der Eurozone geprägt sein werde, dürfte die Auswirkungen des «Frankenschocks» abfedern helfen, so Adler. Doch: «Es ist ein sehr schwacher Wachstumsverlauf – fast Stagnation.» Deshalb sei nicht auszuschliessen, dass das Wachstum in einem oder sogar zwei Quartalen negativ ausfallen könnte.

Leichte Besserung in Sicht

Eher gedämpft wertet Adler die Signale von Seiten der Unternehmen. So seien viele Firmen wegen der Frankenstärke und dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative vor einem Jahr mit Investitionen eher zurückhaltend. Es sei davon auszugehen, dass das Investitionswachstum im laufenden Jahr schwach sein werde und Entscheide zur Produktionsauslagerung ins Ausland zunehmen dürften.

Für 2016 rechnen die Credit-Suisse-Ökonomen mit einem Schweizer Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent. Auch im kommenden Jahr bleibe die Binnenwirtschaft eine Stütze der Konjunktur. Ausserdem dürfte sich laut Adler das wirtschaftliche Umfeld im Ausland bessern.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers, Bülach
    0,8% BIP Steigerung bei dem Bevölkerungswachstum IST eine Rezession! Die Beschäftigungssteigerung in Gesundheit und Bildung bei wachsender Bevölkerung, heisst doch nichts anderes das die Staatsquote weiter ansteigt! z.B.waren die Gesundheitsausgaben 2005 52 Milliarden was einen BIP Anteil von 10,3% entsprach. 2014 waren es schon 72,9 Milliarden mit einem BIP Anteil von 11,6%. Und natürlich müssen die Zugewanderten wohnen und stützen so die Bauindustrie. Das ist ein aufgeblähtes Wachstum!
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  • Kommentar von M. Roe, Gwatt
    Wäre ein Angestellter bei der CS noch ein Angestellter bei der CS, wenn er heute sagen würde, dass es eine schwere Rezession geben werde? Can a duck swim?
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    "Zwar werde der Aussenhandel wegen des starken Frankens etwas zurückgehen, nicht jedoch der Konsum".Und genau das ist das Bedenkliche. Die Schweiz hat leider keine Rohstoffe und ist auf Import und Export angewiesen. Und durch den gleichbleibenden Konsum bauen wir nur neben den anderen Blasen noch eine Konsumblase auf wie Ireland 2007! Könnte es sein,dass da sich jemand Zeit verschaffen will um sein Geld in Sciherheit zu bringen? Für wen arbeiten diese Experten? Und welche Nationalität haben sie?
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