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Heuschnupfen – ein sicheres Geschäft
Aus HeuteMorgen vom 29.04.2019.
abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
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Das Geschäft mit den Allergien Frühling ist, wenn die Nase tropft und die Kassen klingeln

Jeder fünfte Schweizer hat Heuschnupfen. Die Meisten nehmen Mittel aus der Apotheke – die Pharmabranche freut's.

Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Augen brennen: «Es gibt Jahre, da spüre ich es extrem stark. Wenn der Frühling beginnt, beisst es gewaltsam», so ein Betroffener. Etwa 1.2 Millionen Menschen sind in der Schweiz von Heuschnupfen betroffen.

Und laut Experten werden es zunehmend mehr: «Tatsächlich hat die Häufigkeit der Pollenallergie seit Anfang des 20. Jahrhunderts von unter 1 auf 20 Prozent zugenommen», sagt Nadia Rutsch, Expertin beim Allergiezentrum Schweiz, einer unabhängigen Anlaufstelle für Allergien.

Wir leben zu sauber

Am meisten zu schaffen machen Gräser, gefolgt von Birken-, Eschen- und Haselpollen. Einer der Gründe für die steigende Zahl der Allergikerinnen und Allergiker sieht Rutsch in unserer Lebensweise. Wir leben zu sauber und sind darum anfälliger auf die Pollen: «Der hohe Hygienestandard führt dazu, dass das Immunsystem weniger mit echten Erregern konfrontiert ist und sich deshalb gegen harmlose Stoffe – wie etwa Pollen – wehrt.»

Einige versuchen, mit einer Immuntherapie gegen Heuschnupfen anzukämpfen. Der grössere Teil der Betroffenen greift zu einem Anti-Allergikum. Zusätzlich verwenden die meisten noch Nasensprays und Augentropfen, sagen Fachleute.

Im Schnitt 365 Franken pro Jahr für Medis

Der Kampf gegen Heuschnupfen ist also ein gutes Geschäft: Der Durchschnitts-Allergiker gibt pro Tag etwa einen Franken aus, um weniger zu leiden. «Jedes Jahr ist es etwas anders: Mal ist es die Nase, mal sind es die Augen», erzählt eine Betroffene. Der einzige Trost: Die Heuschnupfen-Saison ist jeweils unterschiedlich lang – und die Pollen sind auch nicht jedes Jahr gleich aggressiv.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Müller  (M. Müller)
    Im Frühling meines 5. Lebensjahrs hatte ich die erste äusserst starke allergische Reaktion auf Gräserpollen, inkl. Asthma. Ich kam sicher schon vorher mit diesen Pollen in Berührung. Könnte daher die Theorie, «Der hohe Hygienestandard führt dazu,...» hier hinken?
    Jedenfalls: Im Herbst und Winter vor besagter Reaktion wurden einige Impfungen (De-Te, Mumps, BCG, Poloral) meinem Immunsystem zum Training verabreicht. Könnte die Pollenallergie nicht auch eine Nebenwirkung der Impfungen sein?
    1. Antwort von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
      Ihrer Vermutung stimme ich zu, Herr Müller. Kombinierte verabreichte Impfstoffe können das Immunsystems schwächen und so eine Pollenallergie auslösen. MFG
    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Anita Rusterholz. So wie sie behaupten das Immunsystem werde geschwächt, behaupte ich das Gegenteil. Das Immunsystem wird gestärkt weil es auf die Impfung reagieren muss.
    3. Antwort von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
      Ich hatte als Kind auch so eine böse Impfung, in der gleiche Woche ein Velo Unfall, und dadurch eine gebrochener Arm. Ich vermute das dies auch durch die Impfung entstand. (Ironie aus)
  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Für werdende Mütter spielt sicher mal die Ernährung eine wichtige Rolle.

    Im Bauch der Mutter wächst ein Baby in einer keimfreien Umgebung heran. Nach der Geburt muss das Abwehrsystem mit unzähligen Fremdstoffen klarkommen.

    Muttermilch, in den ersten vier Lebensmonaten, ist das wahre Mittel jenster Allergien zu harren. Leider können nicht alle Mütter oder wollen stillen.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Da ist leider unsere "Kleen und Hygienehype Gesellschaft" mitverantwortlich! Etwas mehr "Dräck" würde da nicht schaden!
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Stimmt scheinbar. Kinder welche in bäuerlicher Umgebung aufwachsen, sagt man, seien resistenter.