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Wirtschaft «Das hat das Management sehr gut gemacht»

Gleich vier Manager der Credit Suisse mussten diese Woche im US-Senat antraben. Sie gestanden Fehler ein, betonten aber gleichzeitig, nichts von den Geschäften in den USA gewusst zu haben. CS-Präsident Urs Rohner äusserte sich in der «Samstagsrundschau» zufrieden mit dem Auftritt in den USA.

Urs Rohner
Legende: «Hatten keine Hinweise auf Regelverstösse im US-Geschäft»: CS-Präsident Urs Rohner Reuters

Für Urs Rohner ist klar: Vom US-Senat zu einer Anhörung vorgeladen zu werden, das wünscht sich kein Spitzenbanker. «Das ist sicher aussergewöhnlich, vor einem solchen Ausschuss antraben zu müssen», sagt der CS-Präsident in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF.

Dennoch: Nicht hinzugehen, sei keine Option gewesen, so Rohner. Schliesslich wollte die Grossbank zwingend ihre Sicht der Dinge darlegen. «Es ist wichtig, sich für Fehlverhalten zu entschuldigen», sagt Rohner. Aber genau so wichtig sei es auch gewesen, die eigene Position zu erklären. «Und ich finde, das hat das Management sehr gut gemacht.»

«Kleine Anzahl fehlbarer Mitarbeiter»

Die Botschaft des Managements war eindeutig: Ja, es sind Fehler passiert. Ja, die Bank hat Amerikanern beim Steuerhinterziehen geholfen. Nein, die Chefs haben nichts davon gewusst. «Hätte es dafür zu irgendeinem Zeitpunkt irgendwelche Indikationen gegeben, dann wären wir ganz sicher eingeschritten», betont der CS-Präsident. Und fügt an: «Es war eine ganz kleine Anzahl von Mitarbeitern, die sich nicht an die Regeln gehalten haben.»

Urs Rohner war zur fraglichen Zeit noch Chefjurist der Credit Suisse. Auch er will nichts vom Fehlverhalten dieser Mitarbeiter gewusst haben. «Man fragt sich natürlich immer, ob man noch mehr hätte machen können», so Rohner. Allerdings habe es aufgrund der damals bestehenden Regeln für das Amerika-Geschäft, aufgrund der Grösse des Geschäfts oder dessen Entwicklung, keine Hinweise für ein Einschreiten gegeben.

Gab es falsche Anreize?

Warum aber hielten sich die betreffenden Kundenberater nicht an die Regeln? Gab es falsche Anreize? Er glaube das nicht, sagt Rohner. «Aber es ist sicher eine der Fragen, die wir jetzt prüfen müssen.»

Nach der herausfordernden Anhörung im US-Senat hält Urs Rohner quasi wie als kleiner Trost fest: Bald würden nicht mehr nur die Amerikaner Daten von ausländischen Banken eintreiben wollen – der Spiess werde sich drehen. Dann nämlich, wenn der automatische Informationsaustausch eingeführt werde.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Briner, Neerach
    Ja das haben sie super gemacht; sassen wie reuige Schulbuben da und haben artig Besserung versprochen. Ziemlich erbärmlich für deren Gehalt aber gut, mit Chairman Levin hatten sie auch den schärfsten Ausschuss-Senator vor sich, der sich, fast wie Roger Schawinski am liebsten selber reden hört und sich und nur seine Sicht der Dinge für richtig hält. Der Name "Credit Suisse" ist da schon fast eine Beleidigung für die Schweiz; verlange hiermit eine Namensänderung, z.B. in "Credit Tucheslecker"!
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  • Kommentar von M. Amstad, Fricktal
    @U. Rohner, CS, irgendwie habe ich ihre Sicht der Dinge so erwartet, klar sie sind ja auch Jurist und da gilt, ein Beschuldigter muss sich nicht selbst belasten. Ich gestehe der CS-führung sogar noch zu, dass sie nicht zur Steuerhinterziehung aufgefordert hat. Aber nicht gewusst zu haben warum so viele Amerikaner so viel Geld plötzlich zur CS bringen und woher es kommt, finde ich schon ein wenig unglaubwürdig. Zynisch finde ich die Bemerkung keine falschen Anreize mit den Boni gesetzt zu haben.
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