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Legende: Video Mercosur-Abkommen oder Abschottung? abspielen. Laufzeit 02:21 Minuten.
Aus ECO vom 02.09.2019.
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Debatte um Mercosur-Abkommen Abschottung kostet 7 Milliarden pro Jahr

Wieder steht ein Freihandelsabkommen in der Kritik: jenes mit den Mercosur-Staaten. Abschottung geht aber ins Geld.

Linksgrün, Umweltverbände und Bauern kritisieren den Abschluss des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay.

Die Grünen wollen das Referendum ergreifen, wenn es keinen verbindlichen Ansatz zum Schutz von Klima, Umwelt und Menschenrechten enthält. Die SP hat Unterstützung im Kampf gegen das Abkommen angekündigt.

Die Alternative zum Freihandel ist Abschottung. Diese koste fast 7 Milliarden Franken pro Jahr, rechnet Patrick Dümmler von der liberalen Denkfabrik Avenir Suisse im Interview mit «ECO» vor.

Legende: Video Patrick Dümmler über die Kosten der Abschottung abspielen. Laufzeit 00:40 Minuten.
Aus ECO vom 02.09.2019.

Da sind zum einen die Lebensmittelpreise. Sie liegen in der Schweiz laut Dümmler wegen der hohen Zölle deutlich über dem EU-Durchschnitt. «Wir reden hier von einem Grenzschutz von 2,5 Milliarden Franken zusätzlichen Kosten für Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz», sagt Dümmler.

Hinzu kommt, dass den Schweizer Exportfirmen ohne Freihandel Absatzmärkte vorenthalten bleiben. Avenir Suisse hat dazu Wirtschaftsräume analysiert, mit denen kein Freihandelsabkommen besteht. Dümmler: «Da reden wir von einem jährlichen Betrag von 4,4 Milliarden Franken volkswirtschaftliche Kosten.»

Die Kritik gilt den Bauern

Dümmlers Kritik zielt auf die Bauern. An ihrem Widerstand war 2006 ein mögliches Freihandelsabkommen mit den USA gescheitert. Der Bauernverband hat auch am Mercosur-Abkommen Zweifel angemeldet, will sich aber noch nicht festlegen.

Dennoch kritisiert er, Mercosur-Staaten schützten Tier und Umwelt zu wenig, seien viel zu lax im Umgang mit Pestiziden.

Eine gewisse Scheinheiligkeit
Autor: Patrick DümmlerAvenir Suisse

Dümmler sieht hinter dem Umwelt-Argument der Bauern reine Interessenpolitik: «Da ist eine gewisse Scheinheiligkeit in diesem Argument. Man versucht, Umweltmassnahmen, die in anderen Staaten gelten, zu nehmen, um Freihandel zu torpedieren.»

Bauernverbands-Präsident: «Ja, Abschottung kostet etwas»

Angesprochen auf die 7 Milliarden Franken, welche die Marktabschottung gemäss Avenir Suisse kostet, sagt Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes: «Das ist wahrscheinlich richtig, dass die Abschottung etwas kostet.»

Allerdings profitiere nicht nur die Landwirtschaft davon, auch Verarbeitung und Handel profitierten. «Was uns Sorge macht, ist, wenn wir nicht gleich lange Spiesse haben», so Ritter weiter. «Wir produzieren zu sehr hohen Standards in der Schweiz, und bei den Importen sind wir dann lax.»

Wie sich die Bauern letztlich zum Mercosur-Abkommen stellen, lässt Ritter weiter offen. «Wir sehen, dass bei den Zöllen wahrscheinlich eine Lösung möglich ist, wir haben aber Bedenken bei der Nachhaltigkeit.» In diesem Bereich sehe er zu wenig griffige Massnahmen.

Legende: Video Bauernverbands-Präsident Markus Ritter: «Wir haben Bedenken bei der Nachhaltigkeit.» abspielen. Laufzeit 02:48 Minuten.
Aus ECO vom 02.09.2019.
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37 Kommentare

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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Na und, wir geben die Milliarden für Dümmeres aus. Und etwas mehr bezahlen für bessere Lebensmittel schadet auch nicht. Noch nie haben wir so wenig unseres Lohns fürs Essen ausgegeben.
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  • Kommentar von R. Raphael  (R.Raphael)
    Der Bauernprotektionismus geht in der Schweiz entschieden zu weit. Dies erkennen wir an den Lebensmittelpreisen. Wenn man zusätzlich noch den Kauftourismus in DE und FR dazurechnen, dann steigen die Milliarden zusätzlich, die der Schweizer Volkswitschaft anderweitig fehlen.
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Wenn der Verzicht auf diese Art Freihandel soundso viel kostet, möchte ich im Gegenzug sehen, was uns auf der andern Seite die Rettungsmassnahmen für die einheimische Landwirtschaft kosten. Was bleibt übrig vom Vorteil?
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