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Illegale Preisabsprachen Deutsche Autobauer zeigen sich offenbar selber an

Stolz beruht meist auf Unwissenheit, sagte einst der Dichter Ephraim Lessing. Und lange waren die Deutschen auch stolz auf ihre Autofirmen – wussten sie doch nicht, dass bei den Abgaswerten kräftig geschummelt wurde. Doch jetzt kommt es für die Erbauer des Deutschen liebsten Kindes richtig dick.

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Legende: Erst heute hatte die EU-Kommission eine härtere Gangart gegenüber VW, Audi und Porsche angemahnt – jetzt die Reaktion. Keystone

Der Vorwurf gegen die deutschen Autobauer wiegt schwer: Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich in geheimen Arbeitskreisen zu Technik, Kosten und Zulieferern abgesprochen haben, wie der «Spiegel» berichtete.

Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf einen Schriftsatz, den VW bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht haben soll. Auch Daimler habe eine «Art Selbstanzeige» bei den Wettbewerbsbehörden hinterlegt.

Die Beschuldigung ist happig: Die Unternehmen sollen sich seit den 1990er Jahren in geheimen Arbeitskreisen abgestimmt und den Wettbewerb ausser Kraft gesetzt haben. Es soll dabei um alle Details der Autoentwicklung gegangen sein – unter anderem auch die Diesel-Abgasreinigung. In den Arbeitsgruppen sei es auch um die Auswahl von Lieferanten oder die Festlegung von Kosten für Fahrzeugbauteile gegangen, berichtete das Magazin.

Brüssel droht mit Stilllegungen

Unterdessen hat die EU-Kommission laut «Süddeutscher Zeitung» im Abgas-Skandal die Geduld mit Mitgliedsstaaten und Autoherstellern verloren. In einem Schreiben an alle Verkehrsminister der Mitgliedstaaten fordere EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska, manipulierte Fahrzeuge radikal aus dem Verkehr zu ziehen.

Sollten demnach etwa solche Autos von VW bis Ende dieses Jahres nicht umgerüstet sein, müssten sie ab 2018 stillgelegt werden. Zugleich werfe die EU-Kommission nationalen Prüfbehörden Versagen vor. So äusserte sie sich bestürzt darüber, dass auch die neuen Verdachtsfälle bei Audi und Porsche nicht von den Aufsichtsbehörden entdeckt worden seien.

Der Nächste, bitte! Auf Daimler folgt Audi

Erst am Freitag hatte die VW-Tochter Audi bekannt gegeben, dass sie bis zu 850'000 Diesel-Fahrzeuge nachrüsten lassen wolle. Über ein Softwareupdate soll das «Emissionsverhalten» verbessert werden. Das Update sei für die Kunden kostenlos und in Europa sowie anderen Märkten ausserhalb der USA und Kanada verfügbar.

Die Aktion «in enger Abstimmung mit dem Kraftfahrtbundesamt» gelte auch für Modelle der Marken Porsche und Volkswagen mit baugleichen Motoren. Ziel sei, den Dieselmotor zukunftsfähig zu halten und einen Beitrag zur Luftreinhaltung zu leisten.

Anfang der Woche hatte Daimler unter dem Druck der Diskussion über Diesel-Fahrverbote und Abgas-Betrugsvermittlungen den Rückruf von insgesamt drei Millionen Pkw der Marke Mercedes-Benz angekündigt.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Sandro Bachmann (S. Bachmann)
    Der erbärmliche und feige Versuch der Teppichetagen, den verlogenen Hintern zu retten. Ab in den Knast mit der Bande und die unterstützenden Politiker/innen gleich mit.
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  • Kommentar von Andy Kirchhofer (Andy Kirchhofer)
    Alle reden nur von den deutschen Autoherstellern. Das Problem mit den Dieselmotoren haben ALLE Autofirmen. Kein Diesel, welcher nicht ein spezielles Programm zur Erkennung des Prüfstandstests hat, würde diesen korrekt erfüllen. Jeder Diesel ist auf der Strasse um einiges schlechter, ohne Ausnahme. Zu den Vorwürfen der Kostenabsprache der deutschen Autobauer mein Vorschlag: entwickelt doch gemeinsam (und identische) CO2 Klimaanlagen. So könnt ihr viel Geld sparen.
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    1. Antwort von Ruedi Schwarzenbach (oktagon)
      Lenin lässt grüssen.
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  • Kommentar von Simeon Räber (S. Räber)
    Warum muss sich die Diskussion immer um Diesel- versus Elektro-Auto drehen? Neue Technologien wären schon lange da und reif für den grossen Markt wie beispielsweise die Brennstoffzellen-Technologie - aber hier wird mit der Einführung bewusst zugewartet (insbesondere die deutschen Autobauer). Abgase und überdimensionale Batterien würden der Vergangenheit angehören und Wasserstoff kann aus überschüssigem Strom hergestellt werden, an Stelle diesen im Sommer mit den Schienenheizungen zu "verbraten".
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