Zum Inhalt springen
Inhalt

Halbzeit im Wirtschaftsjahr Die Kleinen zeigen's den Grossen

Der deutsche Wirtschaftsmotor brummt, Schweizer KMU schnurren mit. Die Grosskonzerne tun sich mitunter schwerer.

Legende: Audio Die Performance der Schweizer Wirtschaft im 1. Halbjahr abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
01:42 min, aus HeuteMorgen vom 29.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • In den letzten Tagen und Wochen hat mehr als die Hälfte der 20 grössten Unternehmen an der Schweizer Börse ihre Halbjahreszahlen vorgelegt.
  • Noch ist der Reigen nicht vorbei. Trotzdem lässt sich bereits ein Bild zeichnen – und das kommt ziemlich farbig daher.
  • Allgemein gilt: Die Schweizer Firmen haben wieder Tritt gefasst.

In den letzten Monaten hat die Weltwirtschaft Fahrt aufgenommen und auch in vielen europäischen Ländern laufen die Geschäfte wieder so gut, wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das zeigte sich auch an der Schweizer Börse. Der SMI, der Index der 20 grössten Börsen-Unternehmen, bewegte sich fast nur nach oben.

Diese Unternehmen konnten vom wirtschaftlichen Aufschwung zwar profitieren, sagt der Chef-Analyst der Bank Vontobel, Panagiotis Spiliopoulos. Aber nicht so stark, wie erwartet – und vor allem nicht alle gleich viel: «Die ABB leidet etwa immer noch darunter, dass der Umsatz in relativ vielen Segmenten rückläufig ist beziehungsweise nicht wächst. Die Sika auf der anderen Seite konnte in allen Belangen überzeugen.»

Schützenhilfe aus Deutschland

Ein deutlich höheres Gewinnwachstum als die Grossunternehmen konnten die kleinen und mittleren Unternehmen präsentieren, so Spiliopoulos. Die KMUs hätten vor allem dank der gut laufenden deutschen Wirtschaft satte Gewinne einstreichen können. Aber auch wegen Ländern wie Spanien oder Frankreich, deren Wirtschaft langsam wieder in Schwung kommt.

Ausserdem: Der Euro ist stärker geworden. Der Schweizer Franken dafür schwächer. Das hilft der Schweizer-Exportwirtschaft: «Man hat neben der guten Nachfrage auch von der tiefen Kostenbasis profitiert, die man 2015 nach dem SNB-Entscheid (den Mindestkurs aufzugeben, Anm. d. Red.) implementieren musste.» Dieser Effekt kommt jetzt voll zum Tragen.

Kostenoptimierung und ein Europa im Aufschwung lassen die KMUs zur Halbzeit weit besser aussehen als noch vor einem Jahr. Noch Luft nach oben gibt es bei den Grossunternehmen. Alles in allem haben die Schweizer Firmen aber Tritt gefasst.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Schön und gut - aber dass die Firmen Tritt gefasst haben, bedeutet nicht automatisch das Selbe für die Arbeitnehmerschaft. Die im Artikel angesprochene "tiefere Kostenbasis" kam praktisch durchgehend zu Lasten der Arbeitnehmer zu Stande. Eine Entspannung der Situation bringt das nicht mit sich. Wenn die Debatte um die Arbeitsplätze neu entfacht wird, werden diese Ursachen bereits wieder vergessen sein oder übertüncht werden. "Ausländischer Konkurrenzdruck" wird dann wieder vermehrt zu hören sein
    Ablehnen den Kommentar ablehnen